Tierquälerei

14. Juni 2011 22:00; Akt: 14.06.2011 23:30 Print

Über 120 Chüngel auf dem Balkon

In Berlin ist er bekannt unter dem Namen «Kaninchen-Mann». Mehr als 120 Chüngel hielt ein 45-jähriger Hartz-IV-Empfänger auf dem Balkon seiner Hochhauswohnung - unter grauenhaften Bedingungen.

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Tierquälerei: Auf dem Balkon des 45-jährigen Hartz-IV-Empfängers in Berlin wurden 122 Kaninchen beschlagnahmt. (Bild: aktiontier.org)

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«Teilweise haben sechs grosse Kaninchen in einem Käfig, der für höchstens zwei Tiere geeignet ist, gelebt», empört sich Ursula Bauer von Aktion Tier Berlin. Insgesamt habe er auf dem im neunten Stock gelegenen Balkon 47 erwachsene Tiere und 75 Jungtiere gehalten.

Die Kaninchen hätten sich kaum bewegen können und weder Rückzugs- noch Beschäftigungsmöglichkeiten gehabt, sagte die Biologin. Aufgrund der Enge und der frustrierenden Langeweile sei es häufig zu blutigen Beissereien gekommen. «Wir haben stark abgemagerte, verfilzte, verletzte und kranke Tiere festgestellt», so die Aktivistin. Ausserdem hätten sich die unkastrierten Kaninchen permanent vermehrt.

Am vergangenen Freitag zeigte Aktion Tier die «völlig aus dem Ruder gelaufene Zucht» beim zuständigen Veterinäramt in Lichtenberg an. Daraufhin habe der Amtstierarzt den gesamten Kaninchenbestand beschlagnahmt und in die Tiersammelstelle bringen lassen.

Der 45-jährige Besitzer habe ein Tierhalteverbot erhalten, sagte Bauer. Der Hartz-IV-Empfänger sei in der Vergangenheit schon mehrfach negativ aufgefallen, als er mit seinen Kaninchenjungen auf dem Alexanderplatz oder im Park am Weissensee um Spenden gebettelt habe. Auch habe er die Tiere an Privatleute oder an Berliner Zoohandlungen verkauft.

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