Taxi-Mörder gesucht

11. Juni 2010 12:17; Akt: 11.06.2010 12:32 Print

Über 200 Hinweise, aber noch keine Spur

Er hat gemordet und vergewaltigt: Nun ist der Taxi-Mörder abgetaucht. Die Polizei sucht mit einem neuen Flugblatt, doch eine heisse Spur fehlt. Zuschlagen könnte er jederzeit wieder.

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Das Phantombild des mutmasslichen Taxi-Mörders: Er hat eine Taxifahrerin schwerverletzt und vergewaltigt, eine zweite hat er erstochen.

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Die Bodensee-Region ist immer noch erschüttert über die Bluttat von Dienstag und Mittwoch: Innerhalb von 24 Stunden stach ein Unbekannter zwei Taxifahrerin ab. Eine Frau überlebte knapp: Sie wurde vergewaltigt und schwerverletzt. Für die zweite kam jede Hilfe zu spät. Die Polizei sucht fieberhaft nach dem Mörder, doch im Moment haben die 40 Beamten der Sonderkommission «Taxi» keine heisse Spur, wie ein Sprecher gegenüber den Medien sagte.

Mit einem Phantombild und einem Flugblatt fahnden die Beamten nach dem mutmassilchen Täter (Beschreibung siehe Infokasten). Bisher sind über 200 Hinweise eingegangen. Die konkreteste Spur führte nach Friedrichshafen, dort verliert sich aber die Spur. Nun hat die Polizei einen neuen Flyer drucken lassen, auf dem neben dem Phantombild des Manns auch das schwarze Grossraum-Taxi und ein Foto der getöteten Taxifahrerin zu sehen sind. Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat zudem eine Belohnung von 10 000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Festnahme des Täters führen.

Der Täter ist wohl noch in der Region

Die Stimmung ist derweil angespannt im deutschen Friedrichshafen: Die Stadt an der Schweizer Grenze ist voll von Polizei. «Wir gehen aber davon aus, dass sich der Täter noch in der Region aufhält», sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagnachmittag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Ein Polizeisprecher sagte zudem gegenüber den Medien, dass die Gefahr bestehe, dass der Täter wieder zuschlägt. «Das waren zwei Vorgänge innerhalb kurzer Zeit», so der Sprecher, «da müssen wir damit rechnen, dass noch etwas kommt.»

Die Angst nach den beiden Angriffen sitzt tief in der Region: Taxiunternehmen haben ihre Fahrerinnen angewiesen, nur noch Stammkunden und Krankenfahrten zu übernehmen. Einige Unternehmen haben zwischenzeitlich den Betrieb ganz eingestellt. An einen normalen Betrieb ist nach der Bluttat sowieso nicht zu denken, wie Unternehmer gegenüber deutschen Medien sagten. «Wir sind alle schockiert», sagt der Bürgermeister von Hagnau, Simon Blümcke, gegenüber der «Schwäbischen Zeitung». Er hatte am Tatort des tödlichen Angriffs einen Augenschein genommen und rang nach Worten. Als sofortige Massnahme wurde ein Teil des Bades geschlossen und die geplanten Events für das Wochenende abgesagt.

In Hagnau am Bodensee wurde die Leiche der zweiten Taxifahrerin entdeckt:

(amc)