Freiheit auf Brettern

06. Februar 2011 23:40; Akt: 07.02.2011 11:32 Print

Über dem Schleier Teherans

von Kian Ramezani - Auf 4000 Metern Höhe winken gut betuchten Iranern ein klarer Himmel, viel Platz auf der Piste, Dates und andere grosse Freiheiten.

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Iraner im Januar 2011 beim Ski- und Snowboardfahren in den Bergen unweit Teherans.

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Im Unterschied zur grossen Mehrheit kann es sich eine privilegierte Minderheit der Iraner leisten, am Wochenende Abgasen und Sittenwächtern zu entfliehen und im nahegelegenen Albors-Gebirge Ski zu fahren. Eine davon ist Sharzad Miri, die auf dem Nachrichtenportal «Mianeh» über ihren Ausflug in das Skigebiet «Totschal» berichtet.

«Totschal» ist eines von vier grossen iranischen Skigebieten, die jedes Jahr - für iranische Verhältnisse - gut besucht sind. Seine Nähe zur Hauptstadt macht es für die betuchten Einwohner Teherans besonders attraktiv: Nur rund 20 Kilometer Luftlinie und eine Stunde Autofahrt liegen zwischen den reichen Quartieren im Norden und der Talstation.

Auf 4000 Metern Höhe winkt buchstäblich die grosse Freiheit: Zwar patroullieren auch hier staatliche Sittenwächter, doch die nehmen es offenbar nicht so genau wie ihre Kollegen im Tal. Kommt hinzu, dass ein Winteroutfit inklusive Mütze ohnehin bereits alle islamischen Kleidervorschriften erfüllt. Das macht Skigebiete wie «Totschal» auch zu einem beliebten Begegnungsort für junge Männer und Frauen.


Teheran - Totschal: So sieht das 2011 aus (YouTube)


Ein Redbull-Event in Totschal (YouTube)