Hymne umgetextet

07. Dezember 2011 21:55; Akt: 07.12.2011 21:55 Print

Österreicher singen nun auch von Töchtern

Ein Sieg für die Gleichstellung in Österreich: Die Nationalhymne erhält einen neuen Text. Besungen werden nun nicht nur die Söhne des Landes, sondern auch seine Töchter.

Popsängerin Christina Stürmer sorgte mit einer umgetexteten Bundeshymne für einigen Wirbel in Österreich. Sie musste sich deswegen sogar vor Gericht verantworten. (Quelle: Youtube)
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Die Frauen werden in der österreichischen Nationalhymne nicht mehr länger übergangen. Das Parlament in Wien beschloss am Mittwoch mit grosser Mehrheit eine Änderung der Hymne im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit.

Umfrage
In Österreich werden die «Söhne» des Landes in der Bundeshymne mit den «Töchtern» ergänzt. Und aus Bruderchören werden Jubelchöre. Soll auch die Schweizer Nationalhymne einen neuen Text erhalten?
42 %
58 %
Insgesamt 127 Teilnehmer

Bisher tönte es getragen zu allen grossen Anlässen: «Heimat bist du grosser Söhne, Volk, begnadet für das Schöne». Nach jahrzehntelangen Debatten heisst es ab Januar in der ersten Strophe: «Heimat grosser Töchter und Söhne, Volk, begnadet für das Schöne».

Nicht alle Vorschläge umgesetzt

Geändert wurde auch die dritte Strophe der von Paula Preradovic gedichteten Bundeshymne: Statt «Einig lass in Bruderchören, Vaterland dir Treue schwören» werden nun «Jubelchöre» besungen. Das von manchen bevorzugte «Heimatland» statt «Vaterland» konnte sich nicht durchsetzen.

Vor allem konservative und rechtspopulistische Politiker hatten die Änderung lange verhindert. Der Fraktionsvorsitzende der rechtspopulistischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, kritisierte, die Menschen würden die Lösung der konkreten Probleme erwarten und «keine kulturelle Verhunzung und ideologische Debatte». Für die sozialdemokratische Regierungspartei SPÖ argumentierte Gisela Wurm: «Die Sprache ist ein sehr wichtiges Moment für die Gleichberechtigung.»

Christina Stürmer wegen Hymne vor Gericht

Schon im Sommer war der Geschlechterkampf im Nationalrat (Bundesparlament) eskaliert. Mit einem Geheimantrag wollte die ehemalige Frauenministerin Maria Rauch-Kallat von der konservativen ÖVP gemeinsam mit allen Parlamentarierinnen der SPÖ und den Grünen Fakten schaffen.

Der Plan sickerte durch - die ÖVP-Männer verhinderten zunächst die Änderung. Schliesslich lenkte die Parteiführung ein.

Im vergangenen Jahr hatte bereits Sängerin Christina Stürmer mit einer geschlechtergerechten Rock-Version der Hymne für Aufregung gesorgt. Sie musste sich vor Gericht verantworten, gewann aber den Prozess.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Werner Hürlimann am 08.12.2011 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Priorität? Zeichen der Zeit?

    Wer sich in diesen Zeiten anmasst, wertvolle Zeit in Wortspiele ohne Bedeutung zu investieren, sollte schnell, ganz schnell zurücktreten oder hinausgeworfen werden. Es gibt genügend Leute auf den Strassen ohne Arbeit, zu Hause und ohne Essen! Als Mensch und Politiker würde ich mich zutiefst schämen, dem Wort Töchter in der Nationalhymde mehr Priorität einzuräumen als den vielen massiven Problemen zur Bewältigung der Finanzkrise und der Sicherung des Wohlstandes einer arbeitenden angestellten Bevölkerung. Anstand, Kempetenz & Charakter sind aber kein Profilmerkmal aus Wirtschaft und Politik!

  • asdfg am 07.12.2011 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Laizismus

    Unsre Hymne ist viel zu altmodisch, gottesfürchtig und voller unsingbarer Wörter wie "Trittst" oder "Alpenfirn". Eine neue Hymne die schweizer Werte vermittelt, anstatt einen Gott zu verehren an den hier eh kaum einer mehr glaubt, ist längst überfällig.

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  • Martha Steiner am 07.12.2011 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig übertrieben

    Wenn das die einzigen Probleme sind, kann sich ein Staat ganz schön glücklich schätzen!! Macht doch nicht immer so ein Theater. Leisten denn diese Töchter auch Militärdienst?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Werner Hürlimann am 08.12.2011 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Priorität? Zeichen der Zeit?

    Wer sich in diesen Zeiten anmasst, wertvolle Zeit in Wortspiele ohne Bedeutung zu investieren, sollte schnell, ganz schnell zurücktreten oder hinausgeworfen werden. Es gibt genügend Leute auf den Strassen ohne Arbeit, zu Hause und ohne Essen! Als Mensch und Politiker würde ich mich zutiefst schämen, dem Wort Töchter in der Nationalhymde mehr Priorität einzuräumen als den vielen massiven Problemen zur Bewältigung der Finanzkrise und der Sicherung des Wohlstandes einer arbeitenden angestellten Bevölkerung. Anstand, Kempetenz & Charakter sind aber kein Profilmerkmal aus Wirtschaft und Politik!

  • Martha Steiner am 07.12.2011 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig übertrieben

    Wenn das die einzigen Probleme sind, kann sich ein Staat ganz schön glücklich schätzen!! Macht doch nicht immer so ein Theater. Leisten denn diese Töchter auch Militärdienst?

  • asdfg am 07.12.2011 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Laizismus

    Unsre Hymne ist viel zu altmodisch, gottesfürchtig und voller unsingbarer Wörter wie "Trittst" oder "Alpenfirn". Eine neue Hymne die schweizer Werte vermittelt, anstatt einen Gott zu verehren an den hier eh kaum einer mehr glaubt, ist längst überfällig.

    • bangkoker am 08.12.2011 03:13 Report Diesen Beitrag melden

      Einer ist alle?

      Nur weil sie nicht an Gott glauben und weil sie den Sinn der Hymne nicht verstehen, muss sie weg? Halten sie doch einfach die Ohren zu, wenn die schweizer Hymne mal abgespielt wird.

    • Adrian Frey am 08.12.2011 03:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jammer-Hymne

      Ich bin ganz ihrer Meinung. Typische Schweizer Werte sollte sie vermitteln. Ich hätte da auch schon die erste Zeile; "Jammern ist des Schweizers Lust, jammern tun wir auch ohne Frust."...

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