Prozess in New York

07. November 2018 23:14; Akt: 07.11.2018 23:54 Print

12 Geschworene richten über «El Chapo»

Das Gericht in New York hat sieben Frauen und fünf Männer als Geschworene für den Prozess gegen den mexikanischen Drogenboss gewählt.

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Unter seiner Führung soll das mexikanische Sinaloa-Kartell von 1989 bis 2014 unter anderem insgesamt 154'626 Kilogramm Kokain in die USA geschmuggelt haben. Der Geschworenen-Kandidat, der ein Autogramm von «El Chapo» wollte, wurde von der Liste gestrichen. Die Ehefrau von Drogenbaron Joaquín Guzmán äusserte sich am 17. April 2018 erstmals zum Gesundheitszustand ihres Mannes. «Seit 15 Monaten darf ich ihn nicht sehen. Ich mache mir Sorgen um seine Gesundheit, weil ich weiss, dass er psychisch angeschlagen ist», sagte die ehemalige Schönheitskönigin in New York. Joaquín Guzmán soll an Gedächtnisschwund und Depressionen leiden, sagt auch sein Anwalt. Dies aufgrund seiner Isolationshaft in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan (Bild: «El Chapo» bei seiner Auslieferung an die USA im Januar 2017). Daher fordert er eine psychologische Untersuchung seines Mandanten. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen nichts einzuwenden, lehnt aber einen persönlichen Arztbesuch aus Sicherheitsgründen ab. (Bild: «El Chapo» bei seiner Auslieferung an die USA im Januar 2017) Er war der mächtigste Drogenboss der Welt: «El Chapo» wird in Mexiko-Stadt von mexikanischen Soldaten eskortiert. (8. Januar 2016) In diesem Flugzeug der mexikanischen Luftwaffe wurde Guzmán in die USA geflogen. (19. Januar 2017) Soldaten überwachen den Transfer am Flughafen von Ciudad Juárez. Chapo Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis von Ciudad Juárez. Bei Guzmáns Verhaftung stürmt ein Kommando der mexikanischen Armee eine Wohnung in der Stadt Los Mochis, Sinaloa. (AP) Wieder hinter Gittern: Chapo Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano. (AP) Vor seiner Verhaftung hatte sich der Drogenboss auf eine Liebelei mit der in den USA lebenden mexikanischen Schauspielerin Kate del Castillo eingelassen. Die Nachrichten, die er mit ihr austauschte, sollen die Ermittler auf seine Spur gebracht haben. (AP/ Matt Sayles) Chapo Guzmáns Heimatort: Badiraguato im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. (AP/Fernando Brito) Für einen Teil der mexikanischen Bevölkerung ist Chapo Guzmán ein Held – und allemal besser als die korrupte Kaste der Politiker. (AP/Rebecca Blackwell) Blick in den Fluchttunnel, durch den «El Chapo» 2015 aus dem Gefängnis ausgebrochen ist. Mexikos Generalstaatsanwältin Arely Gómez González (2.v.r.) schaute sich am Tag nach der Flucht den Eingang zum Fluchttunnel an.

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Ein Dutzend soll über den mexikanischen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán richten: Nach tagelangen Beratungen wählte ein Gericht in New York am Mittwoch die zwölf Geschworenen aus. Auch sechs Ersatzkandidaten wurden bekannt. Unter den Geschworenen sind mindestens drei Migranten, drei sprechen fliessend Spanisch.

Fast alle hatten schon vor dem Prozess von Guzmán gehört. Die meisten haben bereits eine Krimiserie über Guzmán oder den kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar gesehen.
Zur Auswahl standen rund hundert Kandidaten, das Auswahlverfahren fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mehrere Kandidaten wurden schon Anfang der Woche aus Sicherheitsgründen aussortiert, darunter ein junger Mann, der um ein Autogramm des berüchtigten Angeklagten gebeten hatte, und ein Michael-Jackson-Doppelgänger.

Teuerste Prozess in der Geschichte der USA

Für die Geschworenen, die am Dienstag vereidigt werden, gelten höchste Sicherheitsvorkehrungen: Ihre Namen werden geheim bleiben und sie werden jeden Verhandlungstag zum Gericht eskortiert. Schätzungen zufolge könnte der Prozess wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen und der Schutzprogramme der teuerste in der Geschichte der USA werden.

El Chapo war der meistgesuchte Mann in den USA nach dem Terroristen Osama bin Laden. Nach zweimaliger Flucht aus der Haft in Mexiko wurde er im Januar 2017 an die USA ausgeliefert. In dem auf vier Monate angesetzten Mammutverfahren in New York muss sich der 61-Jährige unter anderem wegen Drogenschmuggels, Waffenhandels und Geldwäsche verantworten.

Laut Anklage soll das mexikanische Sinaloa-Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und grosse Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt haben. Guzmán droht lebenslange Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis.
mid

(afp)