01. März 2008 14:30; Akt: 02.03.2008 23:58 Print

14 Tote und Millionenschäden

Kurz aber heftig hat das Orkantief Emma über Europa gewütet. Das Unwetter deckte Häuser ab, riss Bauzäune und Verkehrsschilder heraus, machte Strassen unpassierbar und führte zu Stromausfällen.

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Die heftigsten Orkanböen wurden bei der auf 2850 MüM liegenden SAC-Konkordiahütte im Aletschgebiet gemessen: Mit 224 Stundenkilometern jagte hier Emma die Winde über den Gletscher. (Bild: Meteocentrale.ch) Stundenlanges Warten auf dem Zürcher Flughafen: Wegen Emma wurde 19 Flüge annulliert. (Bild: Mobile-Reporter) Beim Römerhof in Zürich fegte Emma ein Gerüst weg. (Bild: Mobile-Reporter Peter Meier) Beim Römerhof in Zürich fegte Emma ein Gerüst weg. (Bild: Mobile-Reporter Peter Meier) Am Bellevue in Zürich (Bild: Mobile-Reporter Mario) Umgestürzter Baum beim Bellevue in Zürich. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt) Umgestürzte Bäume beschäftigten die Feuerwehren in der ganzen Schweiz. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt) In Wädenswil ZH wurde ein Autofahrer verletzt, als er mit seinem Lieferwagen in einen Baum raste. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt) An den Anlegestellen des Zürichsees kenterten mehrere Boote (Bild: Keystone/Steffen Schmidt) Taucher der Zürcher Seepolizei im Einsatz nach den Sturmschäden. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt) Mehrere Schiffe wurde losgerissen und machten sich selbständig. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt) Der Fährbetrieb musste eingestellt werden. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt) Kein Segelwetter: Sturmwarnungen warnen Hobbykapitäne davor, während des Sturms in See zu stechen. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt) Sturmtief Emma lässt am Samstag den Zürichsee schäumen. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt) Während in den Alpen teils Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h zu messen waren, war es anderswo nur etwas windig, wie hier in Meggen LU. Nicht so im Kanton Thurgau, wo Emma besonders stark blies: Zwischen Sulgen und Opfershofen erfasste eine Windböe den Anhänger eines Fahrzeuges. (Bild: Kantonspolizei Thurgau) Eine umgekippte Signalanlage liegt auf der Bahnstrecke Berg-Altishausen. (Bild: Kantonspolizei Thurgau) Ein Mann guckt in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) durch das Dach seines beschädigten Hauses. (Bild: Keystone/EPA/Julian Stratenschulte) Überflutungen in Blankenese, Hamburg. (Bild: REUTERS/Morris Mac Matzen) Der Wintersturm entwurzelte zahlreiche Bäume, hier in Oberursel bei Frankfurt am Main. (Bild: Keystone/AP/Michael Probst) Zum Glück spielte hier kein Kind: Ausgerechnet auf einen Spielplatz stürzten Teile eines Hausdachs, das vom Sturm im sächsischen Weisswasser herabgerissen wurde. (Bild: Keystone/AP/Thomas Mucha) In Butzbach bei Frankfurt am Main wurde ein Asylbewerberheim Opfer des Orkans: Das Dach wurde 20 Meter weit weggeblasen. Verletzt wurde niemand. (Bild: Keystone/AP/Michael Probst) Es entstand Sachschaden in der Höhe von 200 000 Euro. Die Bewohner wohnen jetzt in einer Turnhalle. (Bild: Keystone/AP/Michael Probst) Kampf gegen den Sturm auf der Nordseeinsel Norderney. (Bild: Keystone/EPA/Elibertus Stürenberg) Vom Sturm gebeugte Bäume bei Freiburg. (Bild: Keystone/EPA/Patrick Seeger) Im österreichischen Lofer sichern Feuerwehrleute ein beschädigtes Dach, das vollends abzureissen droht. (Bild: Keystone/AP/Kerstin Joensson) In St. Pölten, Österreich, wurde ein Autofahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen. (Bild: Reuters/St.Pölten-Stadt) Vom Winde verweht wurde in St.Pölten auch das Zelt, das für eine ÖVP-Veranstaltung aufgestellt worden war. (Bild: Keystone/AP/Michael Probst) Bis am Samstagnachmittag wurden aus Deutschland, Österreich und Tschechien acht Tote gemeldet - obwohl der Orkansturm schwächer als prognostiziert über Europa fegte. (Bild: Keystone/AP/Michael Probst)

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In Deutschland starben mindestens sechs Menschen durch umgestürzte Bäume oder Unfälle infolge des Unwetters. Je zwei Tote gab es in Tschechien und Polen, vier in Österreich, darunter zwei Touristen aus Deutschland.

Am Sonntag beruhigte sich die Lage. Über das Schadensausmass herrschte zunächst Unklarheit. In Deutschland sprachen Polizei und Feuerwehren aber von Millionenschäden.

Vielerorts in Europa hatte Emma am Samstag Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 Kilometern pro Stunde erreicht. Örtlich stürzten gewaltige Regenmengen nieder. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wurden zwischen Freitagmorgen und Samstagmorgen in Beerfelden im Odenwald 63,6 Liter pro Quadratmeter registriert, auf dem Grossen Arber im Bayerischen Wald 63 Liter.

Kyrill war schlimmer

Das Geschehen sei teils «dramatisch» gewesen, berichtete Jörg Kachelmann vom Wetterdienst Meteomedia. Doch Emma habe nicht so grossflächig gewütet wie Kyrill. Der Orkan hatte im Januar 2007 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 202 km/h eine Schneise der Verwüstung durch Europa geschlagen. 47 Menschen kamen um.

«Wir haben grosses Glück gehabt, dass der Sturm diesmal auf einen Samstagmorgen fiel», sagte DWD-Meteorologe Helmut Malewski. An einem normalen Arbeitstag wären mehr Menschen unterwegs gewesen. Am Sonntag blieb es noch stürmisch, Unwetterwarnungen gab der DWD aber nur noch für einzelne Höhenlagen heraus.