17. Dezember 2005 09:31; Akt: 17.12.2005 13:07 Print

15 000 Iren klagen gegen die Kirche

In Irland sind rund 15 000 Menschen einem Aufruf der Regierung gefolgt, für erlittene Misshandlungen in zumeist kirchlich geführten Kinderheimen Entschädigung zu beantragen. Die Summe der Entschädigungen könne bei über einer Milliarde Euro liegen.

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Bis zum Ende der Meldefrist am Donnerstag seien 14 768 Anträge bei dem eigens eingerichteten Entschädigungsausschuss für Heimbewohner (RIRB) eingegangen, teilte das Gremium am Samstag auf seiner Website mit.

In einem umstrittenen Abkommen zwischen irischem Staat und katholischer Kirche wurden die von der Kirche zu leistenden Entschädigungen auf maximal 128 Millionen Euro festgesetzt. Was darüber hinaus geht, muss aus Steuergeldern bezahlt werden.

Die Antragsteller machen geltend, sie seien als Kinder in staatlich gegründeten, zumeist unter Leitung der katholischen Kirche stehenden Einrichtungen misshandelt worden. Dabei handelte es sich um sexuellen Missbrauch und andere körperliche Misshandlungen sowie um seelische Qualen. Die Taten reichen zurück bis in die 30er Jahre.

Parallel zum Entschädigungsprogramm der Regierung ermittelt die Justiz in dem weit reichenden Missbrauchsskandal, der in dem tief katholischen Land grosse Bestürzung ausgelöst hatte.

Nach Darstellung von Klägern kam es in Kinder- und Waisenheimen, Internaten und Kinderspitälern in der Obhut der Kirche in früheren Jahrzehnten zu häufigen Übergriffen durch Geistliche und andere Angestellte der Kirche.

(sda)