Es hört nicht auf

20. Dezember 2011 16:39; Akt: 20.12.2011 16:39 Print

18-Jährige auf Zebrastreifen angefahren

Eine 18-jährige Frau ist am Montagabend in Müllheim (TG) auf einem Fussgängerstreifen angefahren worden. Wegen der tragischen Unfallserie seien dringend Massnahmen zu treffen, fordert Fussverkehr Schweiz.

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Schon wieder: Eine junge Frau wurde in Müllheim auf dem Fussgängerstreifen angefahren. (Bild: Keystone)

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Wie die Thurgauer Kantonspolizei am Dienstag mitteilte, wurde die junge Frau am frühen Montagabend in Müllheim auf einem Fussgängerstreifen von einem Auto angefahren und verletzt worden. Am Steuer des Unfallwagens sass eine 37-jährige Frau.

Sie war mit ihrem Auto von Müllheim Richtung Kreuzlingen unterwegs. Kurz vor dem Dorfkreisel in Müllheim stiess sie mit der jungen Füssgängerin zusammen, als diese die Strasse überqueren wollte. Die Frau musste mit dem Rettungswagen ins Spital eingeliefert werden.

Diskussion im Nationalrat

Die Serie von tragischen Unfällen auf Fussgängerstreifen in den vergangenen Wochen reisst damit nicht ab. Die - teils tödlichen Unfälle - waren am Dienstag auch Thema im Nationalrat. Dabei verlangte der neue Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer in einem Antrag, dass ein Teil der Bussengelder künftig dafür eingesetzt wird, mangelhafte Fussgängerstreifen zu sanieren. Der Rat unterstützte zwar das Anliegen, lehnte jedoch die Zweckbindung ab.

Es sei Sache der Kantone, gefährliche Zebrastreifen zu sanieren, erklärte auch Verkehrsministerin Doris Leuthard. Sie gab sich überzeugt, dass Städte und Kantone ihre Mittel künftig zielgerichteter einsetzen würden und bei der Sanierung von Zebrastreifen schneller vorwörtsmachten.

Mittelinseln und Temporeduktion

Das forderte am Dienstag auch Fussverkehr Schweiz. Im Gesetz über die Fuss- und Wanderwege (FWG) welches am 1987 in Kraft gesetzt worden ist, werden die Kantone verpflichtet, zusammenhängende und sichere Fusswegnetze zu planen, zu bauen und zu erhalten, heisst es in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Obwohl längst alle Gemeinden eine Fusswegplanung aufweisen sollten, welche beispielsweise auch sichere Schulwege gewährleistet, zeigt gerade die aktuelle Unfallsituation, dass sowohl bei der Netzplanung und insbesondere auch den sicheren Querungsstellen noch grosser Handlungsbedarf bestehe.

Neben infrastrukturellen Verbesserungen wie Mittelinseln verlangt Fussverkehr Schweiz auch tiefere Geschwindigkeiten. Tempo 50 sei vielerorts zu gefährlich. Mit Tempo 30 könnten zwei von drei Unfällen vermieden werden und dieser würde weniger gravierend ausfallen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrea Mordasini, Bern am 20.12.2011 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Verkehrsteilnehmer sind gefordert!

    ALLE sind gefordert (Fussgänger, Auto- und Velofahrer)! Jeder muss vor-, nach-, rücksichtig und aufmerksam sein. Fussgänger: warte, luege, lose, loufe, immer Blickkontakt zum Autofahrer! Bei Dunkelheit sind Reflektoren/Warngilets zu empfehlen. Autofahrer: Kindergarten- und Schulkinder lernen, dass sie die Streifen erst dann betreten dürfen, sobald das Auto GANZ STILL steht und nicht mehr rollt! Mit etwas mehr Geduld, Wachsamkeit und gesundem Menschenverstauf auf ALLEN Seiten kommt jeder Verkehrsteilnehmer sicher und heil ans Ziel, auch der Gestresseste!

  • Chris D. am 20.12.2011 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    bfu Informationstag 2007

    Die bfu (Beratungsstelle für Unfallverhütung) hat bereits an einem Informationstag 2007 gute Vorschläge eingebracht für die Sicherung der Fussgängerstreifen. Und zwar ohne den Automobilisten arg zu trangsalieren. Aber ich sehe kaum einen dieser Vorschläge umgesetzt. Da hat eindeutig die Verkehrsplanung gepennt. Wozu zahle ich eigentlich Steuern?

  • Träumerin am 20.12.2011 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie man es von kleinauf lernt...

    Ich finde es engstirnig, nur den Autofahrern die Schuld in die Schuhe zu schieben! Denn es gibt zig Leute, die OHNE zu schauen auf den Fussgängerstreifen rennen/laufen/gehen. Klar muss man da rechnen, angefahren zu werden... Wenn ich als Fussgänger unterwegs bin: links und rechts kontrollieren, Blickkontakt mit dem Autofahrer halten und erst dann den Zebrastreifen betreten! Evtl müsste man das Gesetz bzgl. dem absoluten Vortritt für Fussgänger überdenken!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rebecca Baumann am 21.12.2011 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    Ich verstehe die Sache einfach nicht. Autofahrer können doch zuverlässig am Rotlicht halten. Warum können sie nicht langsam und vorsichtig beim Zebrastreifen vorbei fahren und halten, so bald jemand darauf zu geht? Ich vermute, dass viele Autofahrer im Grunde nicht einverstanden sind mit der Vortrittsreglung!

    • voelin urs am 23.12.2011 19:25 Report Diesen Beitrag melden

      Fussgänger

      Nun ehrlich gesagt muss ich auch sagen das die fussgänger auch nicht immer schauen wenn sie die Strasse überqueren,viele laufen einfach rüber,aber sollte man nie vergessen ein Auto kann nicht in 4 Meter anhalten. ich bin der Meinung man sollte wieder verbieten, das Fussgänger den vortritt haben. Die wo nicht Autofahren sollten auch wiesen das ein Auto nicht einfach mit 50 km in 10 Meter halten kann

    einklappen einklappen
  • TomTom am 21.12.2011 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    zu viele Fussgängerstreifen

    warum braucht es in der Schweiz alle 20 Meter einen Fussgängerstreifen? Ich war kürzlich in Deutschland, da gab es in einem Dorf gerade mal 2 Fussgängerstreifen, diese waren an übersichtlichen Stellen und beleuchtet. Anscheinend scheint es da zu funktionieren.....

  • Big Bienne am 21.12.2011 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Geld vs. Menschenleben.

    Lichtsignale und Hinweistafeln. Das ist die Lösung. Kritiker meinen diese Lösung kostet Geld und bringe keines in die Kassen. Zyniker behaupten jetzt kostet es bereits Menschenleben und spühlt einzig Geld in die Kassen von Bestattungsunternehmern, REHA Zentren und Sanität. Ist der gesamte Kantonshaushalt wichtiger als Menschenleben?

  • A.G. am 21.12.2011 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    zu viele Fussgängerstreifen

    Es ist tragisch das besonders in der Herbst - und Winterzeit diese Unfälle passieren.Ich selber bin sehr viel mit dem Auto unterwegs und mich ärgert immer wieder das gleich bei den Ausfahrten der Kreisel ein Fussgängerüberweg ist.Kann man diese nicht wenigstens 50 Meter nach hinten verlegen? Damit hätte ich als Autofahrer auch Zeit zu reagieren ! Und ich finde auch die Anzahl der Übergänge zu viel - in einem Dorf auf vielleicht 300 Metern gleich 3 Übergänge? Installiert Ampeln - und die Zahl der Unfälle reduziert sich drastisch!

  • Mary am 21.12.2011 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warte,luege,lose,laufe

    Warte, luege,lose,laufe!!! Das haben viele vergessen. Man kann die Schuld nicht nur den Autofahrer in die Schuhe schieben denn sehr viele Fußgänger haben das Gefühl man müsse nich schauen, und Gehegen unscheniert über die Straße und vergessen was es heißt wenn die Ampel rot leuchtet.