Lampedusa

20. Juli 2014 11:49; Akt: 20.07.2014 18:55 Print

19 tote Bootsflüchtlinge geborgen

Von einem hölzernen Schiff mit insgesamt über 600 Menschen an Bord sind am Samstag mehrere Leichen geborgen worden. Vermutlich waren die Opfer erstickt.

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Ein Boot bringt die geborgenen Leichen der Flüchtlinge am 20. Juli zu einer Marine-Basis auf Malta. (Bild: AFP/Matthew Mirabelli)

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Italienische Rettungskräfte haben am Samstag von einem völlig überladenen Flüchtlingsschiff vor der Insel Lampedusa 18 Tote geborgen. Ein weiterer Mann sei beim Transport auf die italienische Mittelmeerinsel gestorben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Opfer seien offenbar erstickt.

Durch den Schiffsmotor waren vermutlich giftige Gase ausgeströmt. Zwei Flüchtlinge seien mit dem Helikopter in ein Spital in Palermo auf Sizilien gebracht worden. Auf dem hölzernen, 25 Meter langen Schiff befanden sich insgesamt mehr als 600 Menschen.

Die Einsatzkräfte wurden von einem dänischen Handelsschiff alarmiert, das knapp 150 Kilometer vor Lampedusa im Mittelmeer unterwegs war, wie Ansa berichtete. Aus welchen Ländern die Migranten kamen, wurde zunächst nicht bekannt.

Mehr Flüchtlinge wegen Sommerwetter

Wegen des ruhigen Sommerwetters hatte die Zahl der Bootsflüchtlinge zuletzt erheblich zugenommen. Die italienische Marine greift nun nahezu täglich hunderte Migranten auf, die mit Schiffen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen versuchen.

Die Flüchtlinge stammen meist aus Eritrea, Somalia und Syrien. Doch auch Flüchtlinge aus Afghanistan, Pakistan und weiteren asiatischen und afrikanischen Ländern nehmen die gefährliche Überfahrt auf sich. Seit Jahresbeginn erreichten schätzungsweise 80'000 Flüchtlinge Italien.

Handelsschiff rettet 61 Flüchtlinge in Seenot

Am Samstag traf ein Handelsschiff im sizilianischen Hafen Porto Empedocle ein, das am Donnerstag vor der libyschen Küste 61 Flüchtlinge in Seenot gerettet hatte. Ihr Boot sank während der Rettungsaktion, wobei bis zu 41 Menschen ums Leben kamen. Die Überlebenden stammten demnach aus Gambia, Ghana und Mali.

Am Samstag traf auch ein Schiff der italienischen Kriegsmarine im Hafen von Salerno ein, das 2168 Migranten aus Ägypten, Eritrea, Ghana, Somalia und Syrien an Bord hatte.

(sda)