Rekordtemperaturen

20. Dezember 2011 16:05; Akt: 20.12.2011 16:56 Print

2011 – das wärmste Jahr seit 1864

So warm wie im Jahr 2011 war es schon lange nicht mehr. Vor 147 Jahren wurden letztmals höhere Jahresdurchschnitts-Temperaturen gemessen. Vor allem der Frühling hat zu dem Rekord beigetragen.

storybild

2011 war es nicht nur durchschnittlich zu warm, es regnete auch viel zu selten: Schiffsstation Sisikon. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Jahr 2011 war ein Jahr der Klima- und Temperaturrekorde: Es schliesst mit einem Temperaturüberschuss von 2.0 Grad ab. Damit wurde die höchste Jahresdurchschnitts-Temperatur seit Messbeginn 1864 gemessen.

Landesweit war es deutlich zu trocken, und es herrschten extrem sonnige Verhältnisse, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Messungen von MeteoSchweiz hervorgeht.

Auf der Alpennordseite lag die Jahresdurchschnitts-Temperatur um 1.8 Grad bis 2.2. Grad über dem Vergleichswert von 1961 bis 1990. Noch etwas grösser war der Überschuss in den Alpen mit 2.0 bis 2.6 Grad, und leicht geringer im Tessin mit 1.6 bis 2.0 Grad.

Erste Trockenperiode

In der ersten Januar-Hälfte stiegen die Temperaturen im Mittelland auf frühlingshafte 17 Grad, in den Föhngebieten sogar bis auf 18 Grad. Es folgte ein noch milderer Februar. Im März lagen die Tageshöchstwerte im Norden in den Niederungen wieder zwischen 15 und 19 Grad, in den Föhngebieten und im Süden sogar bei 20 Grad.

Danach erlebte die Schweiz den zweitwärmsten April seit Messbeginn 1864. Der Wärmeüberschuss erreichte im gesamtschweizerischen Mittel 4.6 Grad. Auf den zweitwärmsten April folgte der drittwärmste Mai.

Als Folge der über Monate andauernden trockenen Witterung herrschte ab Anfang Mai über längere Zeit in der ganzen Schweiz akute Waldbrandgefahr. Der Frühling 2011 war damit der wärmste in der rund 150-jährigen Messreihe.

Sturm und Regen im Sommer

Genau auf den klimatologischen Sommerbeginn am 1. Juni meldete sich in den höheren Alpenregionen der Winter zurück. Die ersten beiden Sommermonate zeigten sich mit ausgeprägten Niederschlägen nass. Die regnerische Witterung hielt auch in der ersten August-Hälfte an. Erst in der zweiten August-Hälfte gewann der langersehnte Hochsommer die Oberhand.

Die erste September-Hälfte zeigte sich hochsommerlich mit Höchsttemperaturen in Basel und Chur um 32 Grad. Ein kräftiger Polarlufteinbruch mit intensiven Niederschlägen setzte jedoch ab dem 17. September dem sommerlichen Treiben ein jähes Ende.

Nach diesem winterlichen Intermezzo hielt wieder mildes Wetter Einzug. Der September 2011 ging dann mit einem schweizweiten Temperaturüberschuss von 2.7 Grad als viertwärmster seit Messbeginn 1864 in die Statistik ein. Das warme und sonnige Herbstwetter hielt auch in den ersten Oktobertagen an.

Heisser November

Anfang November wurde es mit dem Föhn noch einmal extrem warm mit Temperaturen von bis zu 23.1 Grad in Altdorf sowie beinahe einer Tropennacht in Glarus mit 19.7 Grad. In Gipfellagen wurde der mildeste November seit Messbeginn 1864 registriert.

Während der Süden mit dem Föhn übermässig Niederschlag erhielt, waren Teile der Alpennordseite fest im Griff einer anhaltenden Trockenheit. Von den Zentral- zu den Ostalpen war es an mehreren Messstationen der zweitsonnigste November.

Der über Wochen ausbleibende Niederschlag und die extreme Wärme führten verbreitet zu einer ausgeprägten frühwinterlichen Schneelosigkeit in den Bergen. Der grosse Schnee kam dann erst Mitte Dezember.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas Huber am 20.12.2011 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Messung

    Konnte man vor 147 Jahren genau so gut und genau messen wie heute? - ich denke kaum. Darum sind die Resultate mit Vorsicht zu geniessen.

  • Sommerfan am 20.12.2011 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passt schon

    Ist recht so. Dann haben wir endlich etwas von der hoch angepriesenen Klimaerwärmung!

  • Peter Schlauer am 20.12.2011 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    unsinn

    vor 147 jahren begann die messung, jedoch war es NOCH NIE so warm, schon gar nicht im jahr 1864

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tobias am 20.12.2011 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Zweitwärmsten April seit Messbeginn 1864

    Das sind interessante Nachrichten. Wenn es wirklich der zweitwärmste April seit Messbeginn 1864 ist, dann ist es klar, dass das Klima auch ohne menschlichen CO2 Ausstoss so warm wie heute sein kann. Damit wird klar, der Klimawandel basiert auf natürlichen Ursachen. Der CO2 Anteil in der Luft beträgt 0.04% und davon werden nur 3% vom Menschen produziert. Und davon wollen sie 40% mit Milliardenkosten einsparen? Das wird keinen Klimatrend bewirken sondern nur mehr Steuern geben für die, die sowieso schon für alles zahlen.

    • Tomy Burgener am 20.12.2011 20:19 Report Diesen Beitrag melden

      Einer der es kapiert hat.

      Endlich mal einer, der er kapiert hat. Von den 3% produziert die Schweiz insgesamt (Industrie, Gebäude, Verkehr usw.) gerade mal 0.2 % ! Dafür sollen wir im Jahr für Autos im Schnitt mehrere Tausend Franken CO2-Busse bezahlen, wie heute im Parlament festgelegt wurde. Wenn dies ein Historiker in hundert Jahren jemand liest wird er sich fragen wie sich die Bevölkerung das gefallen lies.

    einklappen einklappen
  • rosi am 20.12.2011 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was ist mit....

    ..2003?

  • lukas h am 20.12.2011 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Jahr schon zu Ende??

    kann man das heute schon sagen?? das jahr ist doch noch nicht zu ende, oder haben wir ein neues kalendersystem? vieleicht kehrt eine unerwartete jahrhundertkälte alle statistiken wieder um!!!

  • Sommerfan am 20.12.2011 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passt schon

    Ist recht so. Dann haben wir endlich etwas von der hoch angepriesenen Klimaerwärmung!

  • Samy am 20.12.2011 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das alte Spiel

    Die Sonne steuert das Klima und dieses verändert sich halt. Was für eine Panikmache. Ich bin auch für einen anständigen Umgang mit der Natur aber diese Angstmacherei hilft keinem, ausser den Konten gewisser Leute. Wie ein bekannter Statistiker schon sagte: Glaube keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast