Wien

02. April 2019 08:39; Akt: 02.04.2019 08:39 Print

27-Jährige ersticht und zerstückelt Arztsohn

Ein 32-Jähriger soll von seiner Freundin nach einem Streit brutal getötet und anschliessend zerstückelt worden sein. Die Leiche versuchte die Täterin dann mit Säure aufzulösen.

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Exakt 36 Tage lang litten die Verwandten von Jonas M.* Höllenqualen. So lange schon konnte die international verzweigte Arztfamilie ihren Spross nicht mehr erreichen – er nahm das Telefon nie ab, antwortete auf keine Whatsapp-Nachrichten und war auch via Facebook-Messenger nicht zu erreichen.

Am Montag dann die niederschmetternde Nachricht: Der 32-jährige Mann ist tot – und wurde in seiner Wiener Wohnung offenbar brutal getötet. Unter dringendem Tatverdacht steht seine Freundin Szilvia P.*, wie ungarische Medien berichten.

Leiche per Carsharing nach Ungarn gebracht

Die Ungarin (27), die im Herbst mit Jonas M. zusammengekommen war, lebte mit ihm in Wien. Dort dürften die beiden bei einem Frühstück am 24. Februar in einen wüsten Streit geraten sein. In Rage soll Szilvia P. ein Küchenmesser geschnappt und zugestochen haben. Jonas M. starb, die junge Frau dürfte einen blutigen Ausweg gewählt haben. Denn wie «Heute» erfuhr, waren Kopf, Hände und Beine vom Rumpf des Opfers abgetrennt worden.

Szilvia P. soll die zerteilte Leiche dann in einen Koffer gepackt und die grausige Fracht mittels Carsharing-Dienst nach Ungarn geschafft haben.

15-Jährige entdeckten die Leiche

Zurück in der Heimat vertraute sie sich ihrer Mutter Andrea an. Schnell war ein Plan gefasst: Die 51-Jährige ging in den Baumarkt und kaufte zehn Liter Salzsäure. Mit dieser (wohl viel zu geringen Menge) versuchten die beiden Frauen dann, Jonas M. aufzulösen – und scheiterten. Also packten sie den rudimentär zersetzten Leichnam in mehrere Abfallsäcke und deponierten diese in einem Bewässerungskanal in Jászalsószentgyörgy – 350 Kilometer von Wien entfernt.

Der Job schlug ihnen offenbar nicht auf den Magen: Nach getaner Arbeit gönnten sich Mutter und Tochter einen Burger, den sie mit nach Jászladány nahmen. Dort lebte die mutmassliche Killerin – es gilt die Unschuldsvermutung – noch knapp einen Monat lang in Freiheit. Erst dann machten 15-Jährige bei einem Veloausflug den entsetzlichen Fund. Sie schlugen Alarm, da eine Hand aus den Säcken ragte, in denen sich auch Handtücher eines Wiener Hotels befanden.

Täterin gestand

Jonas M. – er hatte ein auffälliges Skorpion-Tattoo – war dank Europol rasch identifiziert. Szilvia und Andrea P. wurden überführt, da sich der Verkäufer der Salzsäure den Ermittlern anvertraute. «Ja, ich habe das Verbrechen in Wien begangen», gestand Szilvia P. «Ich habe die Leiche dann in mehreren Koffern nach Ungarn transportiert und mit Hilfe meiner Mutter versteckt.»

Bei einer auf Video festgehaltenen Tatrekonstruktion zeigte die Verdächtige mittlerweile, wie sie zustach. Die Familie des Toten sagte am Montag zu «Heute»: «Wir sind am Boden zerstört und möchten so schnell wie möglich nach Wien reisen, um Antworten zu bekommen.»

*Name bekannt

(heute.at/vro)