06. April 2005 17:20; Akt: 06.04.2005 17:45 Print

33. Erfindermesse ist eröffnet

Vom faltbaren Schlitten über den Motorrad-Airbag bis hin zu einem neuartigen Austernöffner: An der 33. Erfindermesse in Genf sprüht es nur so von ungewöhnlichen Ideen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bis Sonntag können erneut gegen 1000 Erfindungen in Genf auf ihre Tauglichkeit geprüft werden.

So etwa die faltbaren Flossen aus Kroatien: Mit ihnen können Taucherinnen und Taucher vom Wasser direkt an Land marschieren, ohne die Flossen auszuziehen.

Während viele Erfindungen zum Ziel haben, Freizeitgeräte zu verfeinern oder gar neu zu erfinden, haben andere durchaus einen ernsten Hintergrund: Ein Mann aus dem erdbebengefährdeten Iran entwickelte ein Erdbeben-Warnsystem für Automobilisten.

700 Aussteller

Über 700 Aussteller haben sich in diesem Jahr nach Genf begeben, etwa dreissig davon aus der Schweiz. Viele haben aber einige Stunden Flug in Kauf genommen, um ihre Erfindung einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Eine grosse Delegation kommt in diesem Jahr aus Malaysia. Sie belegt ein Viertel der insgesamt 8500 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Auch Iran ist überdurchschnittlich gut vertreten. Zurückzuführen ist dies auf eine Auszeichnung an der letztjährigen Erfindermesse, was die Irans Regierung veranlassste, die finanzielle Unterstützung für ihre Tüftler zu erhöhen.

So wie die Iraner werden die meisten Aussteller aus fernen Ländern von den Behörden ihrer Heimatländer unterstützt. Der einsame Erfinder, der auf eigene Rechnung nach Genf kommt, ist dagegen im Verschwinden begriffen, wie der langjährige Sprecher der Messe, Etienne Nusslé, erklärte.

Zeiten haben sich geändert

Die Zeiten hätten sich geändert. Früher - Nusslé begann vor 25 Jahren als Medienverantwortlicher der Messe - seien viel mehr mittellose Erfinder angereist. Einmal sei ein Mechaniker von Renault, der spezielle Motorradbremsen entwickelt habe, in der Nacht schlafend unter einem Tisch entdeckt worden, erzählte Nusslé. Dem Tüftler war das Geld für ein Hotelbett ausgegangen.

Doch mittellose «Daniel Düsentriebs» sind nicht völlig ausgestorben. Da und dort trifft man sie weiterhin an. Stolz stehen sie an ihren Ständen und hoffen, dass ihnen die Erfindung ein Vermögen einbringen wird.

«Ich bin hier, um einen Industriellen zu finden, der mein Patent kaufen möchte», erklärte Bruno Luciani, Erfinder aus dem Kanton Neuenburg. Die Messe sei ein ausgezeichnetes Schaufenster, um sein Produkt bekannt zu machen. Luciani hat ein spezielles Regensammelbecken mit Abflusshahn entwickelt.

Die Patentanmeldung kostet laut Luciani in Europa etwa 10 000 Franken. Die Finanzierungsfrage ist zwar wichtig für die Erfinder. Doch für die meisten unter ihnen zählt vielmehr die Leidenschaft: Am Stand gegenüber präsentierte ein Aussteller in flammender Rede sein Gerät zur Maulwurf- und Feldmausjagd.

(sda)