21 Stunden nach Unglück

24. Juli 2011 20:11; Akt: 25.07.2011 10:38 Print

4-Jährige lebend aus Zugswrack geborgen

Nach dem schweren Zugunglück in China, bei dem zwei Wagen von einer Brücke heruntergestürzt waren, haben Retter ein vierjähriges Mädchen in den Trümmern gefunden - ohnmächtig, aber am Leben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Rund 21 Stunden nach dem schweren Zugunglück in China konnte staatlichen Medienberichten zufolge ein Kind lebend aus den Trümmern gerettet werden. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete unter Berufung auf einen Feuerwehrmann, Rettungskräfte hätten das Kind am frühen Sonntagabend (Ortszeit) bewusstlos entdeckt, als sie gegen Ende der Aufräumarbeiten einen der Zugwaggons entfernen wollten. Der Fernsehsender CCTV berichtete zunächst, bei dem geretteten Kind handele es sich um einen Jungen, erklärte aber später, es handele sich um ein vierjähriges Mädchen. Das Kind wurde ins Krankenhaus gebracht.

Mindestens 43 Menschen, darunter eine Ausländerin, sind am Samstag beim Zusammenprall zweier Schnellzüge ums Leben gekommen. Über 210 Menschen wurden verletzt, wie staatliche Medien meldeten. Den Berichten zufolge prallte ein Hochgeschwindigkeitszug auf einen anderen auf, der wegen eines Stromausfalls nach einem Blitzschlag liegen geblieben war. Vier Wagen des auffahrenden Zuges stürzten dabei von einer Brücke 20 bis 30 Meter in die Tiefe.

Drei Bahnbeamte entlassen

Stunden nach dem Unglück waren immer noch Fahrgäste in den Trümmern eingeklemmt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete, Staatspräsident Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao riefen dazu auf, alles zu ihrer Rettung zu tun. Bilder vom Unglücksort Wenzhou in der Provinz Zhejiang zeigen einen Wagen unterhalb des Viadukts auf der Seite liegend und einen zweiten senkrecht an die Brücke gelehnt stehen. Rettungskräfte hätten viele Reisende aus den abgestürzten Wagen gezogen, berichtete Xinhua unter Berufung auf Augenzeugen.

Drei Bahnbeamte wurden nach dem Zugunfall entlassen, wie Xinhua unter Berufung auf das Bahnministerium meldete. Gegen sie sollten Ermittlungen aufgenommen werden.

(Quelle: YouTube/RussiaToday)

Milliarden investiert

Der erste Zug kam aus der Provinzhauptstadt Hangzhou, der zweite war von Peking nach Shanghai unterwegs. Beide waren Hochgeschwindigkeitszüge der ersten Generation vom Typ D, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 150 Stundenkilometern nicht so schnell sind wie die auf der kürzlich eröffneten neuen Schnellstrecke Peking-Shanghai.

China hat Milliarden in den Bau eines Hochgeschwindigkeitsnetzes investiert und plant weitere Ausgaben. Bei der am 30. Juni eröffneten Vorzeigelinie zwischen Peking und Shanghai allerdings häufen sich Stromausfälle und andere Fehlfunktionen. Das Milliardenprojekt wird begleitet von Korruptionsvorwürfen; im Frühjahr musste Bahnminister Liu Zhijun gehen.

(ap)