El Salvador

28. Juli 2014 12:32; Akt: 28.07.2014 12:32 Print

40 Jahre Haft wegen Fehlgeburt

In El Salvador muss eine Frau jahrzehntelang hinter Gitter, weil ihr ungeborenes Kind im Mutterleib starb. Sie ist Opfer des erbarmungslosen Abtreibungsgesetzes im Land.

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Mitglieder der Frauenrechtsorganisation Bürgerinnenvereinigung zur Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs kämpfen für die Begnadigung der 17 verurteilten Frauen. (Bild: Keystone/Roberto Escobar)

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Vergangene Woche wurden in El Salvador 17 Frauen wegen angeblicher Abtreibungen zu Haftstrafen zwischen 25 und 40 Jahren verurteilt. Das mittelamerikanische Land hat eines der strengsten Gesetze der Welt gegen Abtreibungen. Ein Schwangerschaftsabbruch steht selbst dann unter Strafe, wenn die Gesundheit oder das Leben der werdenden Mutter gefährdet sein sollte.

Das wohl schlimmste Urteil fiel auf die 31-jährige Maria Teresa. Die Frau hatte im November 2011 ihr ungeborenes Kind verloren. Der Fötus war im Mutterleib gestorben und ihr Körper stiess ihn ab. Doch die Ärztin, die die Frau wegen schweren Blutungen im Frauenspital behandelte, sah das anders und zeigte Maria Teresa wegen des Verdachts auf Abtreibung an.

Vor Gericht hiess es, die «Aggression der Mutter» habe das Kind getötet. Und weil dies nach der 22. Schwangerschaftswoche passiert war, handle es sich nicht mehr um eine simple Abtreibung, sondern um Kindsmord. Maria Teresa muss für 40 Jahre hinter Gitter.

Petition für Begnadigung gestartet

Die Frauenrechtsorganisation Agrupación Ciudadana por la Despenalización del Aborto («Bürgerinnenvereinigung zur Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs») hat laut «Mercurio Digital» jetzt eine Petition beim Parlament eingereicht, um die Begnadigung der 17 Frauen zu erreichen.

Doch allzu grosse Hoffnungen sollten sich die Aktivistinnen nicht machen. Im kommenden Frühjahr steht die Neuwahl des Parlaments an – und kein Politiker wird sich mit einem heiklen Thema wie Abtreibung die Finger verbrennen.

In El Salvador ist seit 1998 jeder Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich verboten. Selbst in dem spektakulären Fall der lebensbedrohlich erkrankten Beatriz, deren Schicksal im Jahr 2013 die Weltöffentlichkeit bewegte, konnte erst mit erheblicher Verzögerung und auf Anordnung des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte ein Kaiserschnitt durchgeführt werden, der das Leben der Mutter rettete.

(kle)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Munin am 28.07.2014 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Kotzen

    Das ist doch einfach hirnrissig. Ja das "heilige Leben, von Gott gespendet" darf nicht angefasst werden. Aber wenn die korrupte Regierung oder Polizei mal ein bisschen mordet is es o.k. Hauptsache die Frauen dürfen nicht entscheiden was mit ihrem Körper geschieht. Fehlt nur noch die Burkha und ein paar Ohrfeigen um sie wieder "zur Vernunft" zu bringen. Zum Kotzen, sowas.

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  • T.S. am 29.07.2014 05:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Streichen

    Wieder ein Land, was man von der Liste unterstützenden Staaten Streichen MUSS...

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  • burschi am 28.07.2014 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheissland

    Mehr gibts dazu nicht zu sagen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz am 05.08.2014 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelei / Kinder töten

    Einige tun hier so als wäre das Kind (eine Tochter oder ein Sohn) im Mutterleib kein Mensch. Nach der Abtreibung lebt diese Tochter oder dieser Sohn nicht mehr. Man heuchelt hier sich für Menschen einzusetzen ist aber voll einverstanden damit 1. Töchter und Söhne ihren Menschenstatus und 2. ihr Lebensrecht zu entziehen. Ob diese Frau ihr Kind absichtlich getötet hat oder es andere Gründe gehabt hat muss untersucht werden. Wohl auch hier im Zweifel für die Angeklagte. Das Töten der eigenen Kinder als noble gute westliche zivilisierte Errungenschaft hinzustellen finde ich eklig.

  • Claude Iseli am 01.08.2014 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bigott

    Bigott und böse.

  • Saphira am 30.07.2014 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn !!!!!!!

    Sich dieses recht raus zu nehme eine Frau zu verurteilen, weil sie ihr kind verloren hat ist leacherlich. Ich verstehe einfach eins nicht, wenn sie so religioes sind und glauben gottes willen zu folgen warum verurteilen sie grade jemanden wo es bestimmt war das kind zu verlieren es koennte genauso gut gewesen sein das Gott es fuer diese frau vorhergesehen hat. diese dummen spekulationen von wegen stress und sonst irgendein qwatsch sollen sie mal beweiesen.

  • T.S. am 29.07.2014 05:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Streichen

    Wieder ein Land, was man von der Liste unterstützenden Staaten Streichen MUSS...

    • adsf am 06.08.2014 16:21 Report Diesen Beitrag melden

      wieso?

      damit die bürger noch mehr von anderen ländern abgeschottet werden und und die politische elite noch mehr macht gewinnt um die bürger noch mehr zu unterdrücken?

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  • burschi am 28.07.2014 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheissland

    Mehr gibts dazu nicht zu sagen.