Holland

21. Februar 2011 22:53; Akt: 21.02.2011 22:55 Print

500 Beamte für Meerschweinchen

Die Tierliebe der Niederländer kennt keine Grenzen. Neuste Erfindung ist eine Tierpolizei, die Misshandlungen ahndet.

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Erste-Hilfe-Kurse für Hunde sind in den Niederlanden beliebt – Mund-zu-Schnauze-­Beatmung inklusive. Die Geschäfte der Katzenpsychologen florieren. Es werden Kranken­versicherungen für Kaninchen angeboten und Pastoren segnen selbst Papageien oder Meerschweinchen.

Mit der Einführung einer auch als Meerschweinchenpolizei betitelten Tierpolizei wurde nun ein neues Kapitel in der Tierliebe der Niederländer eröffnet. 500 uniformierte Polizisten sollen sich landesweit um den Schutz der Tiere kümmern. Beobachtet von zahl­reichen TV-Kameras haben die ersten zwei Beamten in Capelle aan den Ijssel ihre Patrouillen aufgenommen.

Denn im Oranje-Königreich werden jährlich rund 40 000 Tiermisshandlungen gemeldet, so Frank Dales von der Tierschutzinspektion (LID). Dennoch zweifelt der Fachmann an der Zweckmässigkeit der Tierpolizei. Nach Prüfung durch den LID-Notdienst blieben nämlich nur etwa 8000 ernste Fälle übrig, die von den 200 ehrenamtlichen LID-Helfern gut bewältigt werden könnten, so Dales. Das riecht nach Populismus: Für den Abgeordneten Dion Graus von der Partei für die Freiheit stellte sich die Idee als öffentlichkeitswirksamer Coup heraus.