USA

20. September 2019 05:27; Akt: 20.09.2019 06:16 Print

530 Menschen leiden nach E-Zigis an Lungenschäden

Die Zahl der Erkrankungen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten steigt in den USA weiter an. Bereits sechs Menschen sind an den Folgen gestorben.

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Bei der Zahl der Lungenerkrankungen handelt es sich laut der Gesundheitsbehörde vielleicht nur um «die Spitze des Eisbergs»: E-Zigarette. (Archivbild) Das Verbot in Massachusetts verbietet alle E-Zigaretten, nicht nur die aromatisierten. (Archivbild) Der E-Zigaretten-Hersteller steht schon länger in der Kritik: Eine Frau raucht eine Juul. (Archivbild) Adam Hergenreders Mutter ist sich sicher: Juul ist dafür verantwortlich, dass ihr Sohn mit Sauerstoffschlauch und an ein EKG angeschlossen im Spital liegt und eventuell sogar eine neue Lunge braucht. Während der anderthalb Jahre, in denen Adam pro Tag einen Juul-Pod leer vapte und THC-haltige Lösungen mit der E-Zigi verdampfte, verschlechterte sich sein Zustand. Bei seiner Einlieferung ins Spital attestierten die Ärzte, dass seine Lunge der eines etwa 70 Jahre alten Mannes entspreche. Adams Schicksal ist kein Einzelfall. Im Sommer 2019 kamen erstmals Meldungen auf, wonach mehrere Menschen in den USA mit unerklärten Atemwegserkrankungen ins Spital eingeliefert wurden. Zurzeit sind in den USA rund 450 Fälle dokumentiert, in denen Menschen im Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten lungenkrank geworden sind. Sie alle hatten zuvor E-Zigaretten konsumiert. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. Sechs Menschen verstarben in der Folge sogar. Trotzdem ist bislang unklar, was genau die Gesundheitsprobleme auslöst. Doch nun scheint es eine erste heisse Spur zu geben. Laut der «Washington Post» haben Untersuchungen der gerauchten Liquids einen Stoff in den Fokus gerückt ... (Im Bild: einige der untersuchten Liquids) ... der die Atemwegserkrankungen auslösen könnte: Vitamin-E-Öl. Die Ermittler hätten den Stoff in Proben von Cannabisprodukten gefunden, die die Erkrankten zuvor geraucht hatten. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt. Vitamin E kommt natürlicherweise in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Ölen oder Nüssen vor. Doch der Stoff kann wegen seiner molekularen Struktur beim Einatmen gefährlich werden. Es ist nicht das erste Mal, dass über die Gefährlichkeit des E-Zigi-Konsums diskutiert wird. Studien zeigten, dass beim Verdampfen unter anderem freie Radikale und potenziell schädliche Chemikalien entstehen, die Entzündungen der Schleimhäute fördern und die DNA-Reparatur in den Zellen hemmen können. Derart erhöht sich auch das Krebsrisiko. Eine Arbeit von Stanford-Forschern zeigte ausserdem, dass auch die Auswahl des Aromas einen Einfluss auf die Gesundheit hat. Konkret wird die Ausschüttung von Entzündungsmarkern in den Zellen erhöht und das Zellwachstum beeinträchtigt, was zum Zelltod führen kann. Wie schwerwiegend die Folgen waren, hing stark vom Aroma ab. Als besonders schädlich entpuppten sich die Liquids mit Menthol- und Zimtaroma. Sie reduzierten die Überlebensrate der Zellen am deutlichsten, formulieren die Forscher. Laut den Wissenschaftlern zeigt die im «Journal of the American College of Cardiology» erschienene Studie deutlich, dass E-Zigis keine sichere Alternative zum Tabakrauchen darstellen. Konkret habe sich gezeigt, dass die Liquids Veränderungen bewirken ... ... die stark an jene erinnern, die während der Entwicklung von Gefässkrankheiten auftreten. Das ist angesichts der steigenden Nutzerzahlen – vor allem bei jungen Personen – beunruhigend. Sucht Schweiz hat für die im März 2019 vorgestellten Zahlen über 11'000 Schüler im ganzen Land befragt. Dabei zeigte sich, dass Dampfen bei den 15-Jährigen weit verbreitet ist. Eine weitere aktuelle Studie aus den USA zeigt zudem: 32 Prozent der College-Studenten besitzen eine E-Zigarette, und 50 Prozent haben schon beobachtet, wie andere in der Vorlesung oder in der Bibliothek gedampft haben.

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Bei 530 Menschen seien nach dem Gebrauch von E-Zigaretten Verletzungen an der Lunge aufgetreten, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag mit. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen weiter an. Zuvor war von rund 450 möglichen Erkrankungen in 33 Bundesstaaten die Rede gewesen. Sechs auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgehende Todesfälle wurden bislang gemeldet.

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Über 373 der Verletzen lägen genauere Daten vor, sagte CDC-Chef Robert Redfield. Rund 67 Prozent von ihnen seien zwischen 18 und 34 Jahre alt, 16 Prozent seien jünger als 18. Etwa drei von vier seien männlich. Die US-Behörden warnten erneut alle Nutzer von E-Zigaretten vor dem Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden.

In der Schweiz oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg der mysteriösen Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken.

(scl/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dampfer am 20.09.2019 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Journalismus

    Recherchiert doch bitte und kopiert nicht nur Content! Das Problem sind nicht die E-Zigis sondern was darin verdampft wird. Die von Lungenschäden Betroffenen haben THC-haltiges Liquid vom Schwarzmarkt konsumiert. Darin wurden Reste von Lösungsmitteln gefunden und das gehört nun mal nicht in ein Liquid.

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  • NENA am 20.09.2019 06:08 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur Drama

    Hört doxh endlich auf mit der einseitigen Berichterstattung auf. In der Dampferszene ist es all bekammt dass diese Personen alle pfusch Liquids benutzt haben. Unterstützt nur noch mehr die Raucherlobby. E ZIGIS sind das beste was mir passieren konnte, habe nach 13 jahren rauchen damit aufhören können mit einer übergangszeitvon 4 Jahren E Zigi.

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  • Armin am 20.09.2019 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Differenzieren

    ... man sollte eZigis auf keinen Fall rauchen, sondern dampfen. Rauchen impliziert eine Verbrennung, was eben gerade unerwünscht ist und den Hauptunterschied zum konventionellen rauchen ausmacht...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tabakraucher am 21.09.2019 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles neue nur Gift

    Nicht gewechselt, ich bleib beim guten alten Tabak.

  • bro sas am 21.09.2019 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so o so oder doch so

    +/- 60% der amis leiden an massiven Übergewicht des will niemand hören :D. aber wegen e-kippe ein theater machen, kann man muss man nicht verstehen.

    • Putzsportkungfu am 21.09.2019 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bro sas

      Wenn man sowas raucht ca eine woche und dann fast sterben tut hat das mit übergewicht nichts zu tun.

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  • Kuesche am 21.09.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Denkende Menschen

    Für jeden normal denkenden Menschen ist es logisch dass so etwas wie E-Zigis nicht gesund sein kann, wie Zigaretten Stumpen etc! Es ist doch klar das, dass inhalieren von solchen Giftstoffen ungesund ist! Aber jene die es konsumieren wissen es besser! Also lasst sie tun was sie nicht lassen können!!!!

  • Andrea am 21.09.2019 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht recherchiert...

    Ölhaltiges THC in Liquids zu mischen wäre dasselbe, wie Verdünner in die E-Zigarette zu kippen. ...und das ölhaltige THC konnte bei den bekannten Fällen in den USA aufgedeckt werden... lest doch den CDC Bericht korrekt. Englisch ist halt schon eine schwierige Sprache. Also was hat das bitteschön mit E-Zigaretten zu tun? Sollen Autos auch verboten werden, wenn Menschen das Benzin trinken?

    • Peter M am 21.09.2019 01:58 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz richtig

      Viele rauchten THC haltige Liquids, aber auch Fälle darunter Die nur Liquids mit Nikotin rauchten, also niemals THC. Die CDC weiss bis jetzt nicht was der Auslöser ist. Steht alles auf deren Website.

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  • Uwe von und zu Uwe am 20.09.2019 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Humbug

    Ich hatte mal eine lebende Waldameise gesnifft und ich lebe immer noch. Die, ab und an, stechenden Schmerzen im Kopf kommen von etwas Anderem. Schätze von der Fliege, die ich gesnifft habe. Also Leute, gut gedampft ist halb gedünstet, oder so.