Blut an den Händen

21. Mai 2015 10:49; Akt: 21.05.2015 11:12 Print

62 Tote für jedes Spiel an der Fussball-WM in Katar

Bislang mussten 1400 Arbeiter sterben, damit in Katar die Fussball-WM 2022 steigen kann. Damit es nicht so weitergeht, appellieren Gewerkschaften an die Sponsoren.

Sehenswerter «Stern»-Dok: Norbert Blüm, ehemaliger deutscher Arbeits- und Sozialminister, wünscht dem gesamten Fifa-Komitee «zur Strafe ein halbes Jahr hier», als er die erbärmlichen und verschmutzten Unterkünfte von Arbeitsmigranten sieht (Quelle: Youtube).
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Bereits 1400 Migranten mussten ihr Leben lassen, seit Katar vor etwas weniger als fünf Jahren den Zuschlag für die Fussballweltmeisterschaft 2022 erhielt. Geht es mit den sklavischen Arbeitsbedingungen so weiter, werden bis 2022 noch viel mehr Menschen beim Bau von WM-Einrichtungen im Wüstenstaat sterben: 4000 Personen dürften bei den Vorbereitungen für den Event ums Leben kommen, rechnet ein Bericht des Internationalen Gewerkschaftsbundes IGB sowie die Organisation PlayFairQatar.org vor. Damit wäre jedes Spiel an der WM mit 62 toten Arbeitern belastet.

Jetzt hat der IGB Sponsoren des internationalen Fussballverbands Fifa aufgerufen, mehr Verantwortung für den Umgang mit Arbeitern für die WM in Katar zu übernehmen. Die schrecklichen Arbeitsbedingungen in dem Land seien ein Schandfleck auf der Marke jeder Firma.

Arbeiter schuften auch für Tiefwasserhafen

Bei einer Pressekonferenz erwähnte der IGB Unternehmen wie McDonald's, Visa, Coca-Cola, Adidas, Budweiser, Gazprom, Kia und Hyundai. Sie hätten die Macht, sowohl die Fifa als auch Katar unter Druck zu setzen, um die Behandlung von Hunderttausenden Migrantenarbeitern zu verbessern, hiess es.

Coca-Cola und Visa reagierten umgehend und forderten die Fifa auf, sich entschiedener gegen Menschenrechtsverstösse in Katar einzusetzen. «Wir sind weiterhin besorgt über die Berichte aus Katar», teilte das Kreditkarten-Unternehmen mit. Das habe man der Fifa mitgeteilt und sie dringend gebeten, alles Notwendige zu unternehmen, um Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten zu schützen, berichtet die Nachrichtenagentur DPA.

Katar verfügt über begrenzte Sporteinrichtungen und steckt derzeit mitten in einem grossen Bauboom. IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow sagte, 1,4 Millionen Migrantenarbeiter würden in dem Wüstenstaat schuften. Die Zahl werde bald auf 2,4 Millionen ansteigen, da das Land einen Tiefwasserhafen baue.

«Fifa weigert sich, darüber zu reden»

Migranten müssten bei Temperaturen von 50 Grad arbeiten und könnten Arbeitgeber, die sie misshandeln, nicht verlassen. «Sponsoren wissen, dass Katar ein Sklavenstaat ist», sagte Burrow. «Dies ist das reichste Land der Welt und sie müssen nicht so arbeiten. Fans wollen nicht, dass das Spiel auf diese Weise beschämt wird.»

Burrow sagte, das Internationale Olympische Komitee habe Kriterien für Menschenrechtsstandards aufgestellt, «aber die Fifa weigert sich, über die Angelegenheit zu reden». Sie appellierte an Sponsoren und die Fifa, Katar dazu zu drängen, einen Mindestlohn einzuführen, den Migranten eine Vereinigungsfreiheit einzuräumen und die Diskriminierung nepalesischer Arbeiter zu stoppen, die eine geringere Bezahlung erhielten.

(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Albert von Stauffenwillen am 21.05.2015 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gopferteckel

    Wäre Mal an der Zeit, dass sich der gesamte Fussball und alle Fussballer sich gegen die FIFA erheben und Zeichen setzen!

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  • Fussballer am 21.05.2015 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skandal

    Das ist mit Abstand die grösste Sauerei der Fussballgeschichte. Da sind mir die ganzen Wettskandale noch lieber, als eine Wm in Katar. Aber zum Glück unternimmt die liebe Fifa ja etwas dagegen.....

  • Daniel Seiler am 21.05.2015 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Mörder

    So viele Fussballer inkl. Ersatzspieler, Schiedsrichter, Trainer und Masseure werden nicht einmal während der ganzen WM im Stadion stehen und Spielen wie es bereits bei den Bauarbeiten Tote gefordert hat! Was für Schlüsse kann man darauf ziehen?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Scheich am 22.05.2015 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Stadion = gar keine Arbeit

    Und wenn nichts gebaut wird, haben Sie gar nichts und noch weniger als gar nichts. Wenn es so schlimm ist wieso gehen Sie dann hin? Die Arbeiter müssen es Boykottieren und andere Arbeit suchen. Aber eben das Geld lockt auch den einfachen Mann auf den Bau

  • Pia am 22.05.2015 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boykottieren

    Soll dann bloss keiner die Spiele schauen gegen! Leere Stadien!

  • baba am 22.05.2015 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    verzichtet aufs Zuschauen

    Jeder von euch kann helfen, dass so was nie wieder vorkommt, in dem er kein einziges der Spiele schaut. Klar sollte auch unsere Nati so viel Rückgrat besitzen und auf die Teilnahme verzichten, vielleicht würden dann auch andere Fussballer oder Länder mitziehen, aber da die meisten so Geldgail sind wird das wohl nicht passieren. Also liegt es an euch. Verzichtet auf Puvlic Viewing und darauf die Spiele überhaupt anzuschauen, dann wird weniger Geld verdient und wir setzen ein Zeichen....

  • Man am 22.05.2015 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Meiner Meinung nach müssten sich alle Fussballstars zusammenschliessen und nicht spielen. Dann gibt es halt keine WM, auch wenn das für mich als Fussballfanatiker schlimm wäre. So kann es nicht weitergehen!

  • H. Maurer am 22.05.2015 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Blatters Vermächtnis

    Blatters Vermächtnis sind Tausende von Tote in Katar. Damit wird man immer wieder denken müssen, wenn die heutige Generation und auch künftige Generationen an Blatter denken werden. Will er das wirklich?