15. April 2005 11:20; Akt: 15.04.2005 11:22 Print

Abacha-Sohn die Schweiz ausgeliefert

Der Sohn des ehemaligen nigerianischen Diktators Sani Abacha, Aba Abacha, ist von den deutschen Behörden an die Schweiz ausgeliefert worden.

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Dies teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) am Freitag mit. Wie BJ-Sprecher Folco Galli auf Anfrage erklärte, wurde Abacha in Basel-Lörrach an Schweizer Beamte übergeben und noch am Donnerstagabend nach Genf gebracht. Dort wird gegen Aba Abacha wegen Geldwäscherei, Betrug und ungetreuer Geschäftsführung ermittelt.

Abacha war am 9. Dezember aufgrund eines internationalen Haftersuchens im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Am 13. Januar stellte das BJ ein Auslieferungsgesuch an die Justizbehörden in Düsseldorf, das nun vollzogen wurde, wie Galli weiter sagte.

Dem Abacha-Clan wird die Plünderung Nigerias vorgeworfen. Nach dem Tod des Diktators 1998 hatte die neue Regierung um internationale Hilfe bei der Suche nach verschwundenen Staatsgeldern gebeten. Ein Teil der abgezweigten Gelder soll in die Schweiz geflossen sein.

Im Lauf der Untersuchungen hatte die Genfer Justiz das Einfrieren der entsprechenden Gelder angeordnet. Mehrere hundert Millionen Dollar wurden blockiert. Am 18. August 2004 beschloss Bern die Rückgabe von 500 Mio. Dollar an Nigeria.

(sda)