Atlantiküberquerung

03. April 2019 16:37; Akt: 03.04.2019 16:37 Print

Abenteurer reist schon 100 Tage in seiner Tonne

Der französische Abenteurer Jean-Jacques Savin erreicht bei seiner Atlantiküberquerung bald die Karibik. Langweilig wird es dem 72-Jährigen nie.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit bald 100 Tagen überquert Jean-Jacques Savin nun schon den Atlantik in einer Art Tonne, getrieben nur von den Strömung und dem Wind. Doch trotz einiger «schwieriger Nächte und einer extrem schwierigen Nacht» geniesst der 72-jährige Franzose nach eigenen Angaben jede Minute. «Die Tage vergehen zu schnell», sagte er per Satellitentelefon der Nachrichtenagentur AFP.

Umfrage
Sind Sie abenteuerlustig?

Savin war am 26. Dezember von der spanischen Kanaren-Insel El Hierro in Richtung Karibik in See gestochen, auf seine abenteuerliche Überquerung hatte sich der ehemalige Fallschirmjäger monatelang vorbereitet. Ursprünglich sollte die Überquerung drei Monate dauern, doch die Passatwinde machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Allein Geburtstag gefeiert

Nun rechnet Savin damit, um den 20. April herum sein Ziel zu erreichen - wobei er immer noch nicht weiss, wo er landen wird. 4000 Kilometer hat Savin in seiner knapp drei Meter langen und 2,10 Meter breiten, orangefarbenen Tonnen bereits zurückgelegt, etwa 1000 Kilometer bleiben ihm noch. Und doch ist es ihm bis heute nicht zu eng auf seinen sechs Quadratmetern: «Ich langweile mich nie», sagte er AFP. Immer noch geniesse er die «wunderbaren» Sonnenauf- und -untergänge über dem Meer.

Seinen Geburtstag am 14. Januar feierte Savin allein an Bord - und wenige Tage später dachte er, seine letzte Stunde hätte geschlagen, als er beinahe von einem Frachtschiff gerammt worden wäre, das auf seine Funkrufe nicht reagierte. «Es war, als befände ich mich auf Eisenbahnschienen zwischen zwei Schranken und sähe schon den herannahenden Zug», erzählte er. «Glücklicherweise hatte ich meine Rauchgranate.»

Kopfunter im Wasser

Glimpflich ging auch ein Manöver aus, das ihn Ende März mitten in stürmischer See zwang, seine Tonne zu verlassen. Glücklicherweise beschloss er, sich ausnahmsweise einmal festzubinden: Während einer halben Stunde fühlte er sich an seinem Riemen wie ein Jo-Jo, das auf und ab geschleudert wurde - und dabei immer wieder auch kopfunter im Wasser landete. Fotos von seinen Prellungen sind auf seinem Facebook-Konto TESA zu sehen, wo er von seinen Abenteuern berichtet.

Wo genau seine Überquerung endet, weiss Savin immer noch nicht. «Vielleicht vor der Dominikanischen Republik», sagte er. An Land gehen würde er jedoch am liebsten auf einer der französischen Antillen-Inseln, da hätte er weniger bürokratische Probleme, seine Tonne zurückzuführen. Notfalls lasse er sich von einem Frachter dorthin bringen. Seinen nächsten Plan hat der 72-Jährige auch schon ausgeheckt: einmal durch den Ärmelkanal schwimmen.

(kat/afp)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cora Liechti am 03.04.2019 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sagenhaft ...

    was einem in den Sinn kommt, wenn zuhause eine böse Ehefrau wartet!

    einklappen einklappen
  • Ndy am 03.04.2019 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Super...Respekt

    Menschen die ihre Träume erfüllen, haben immer mein Respekt. Super Sache und es braucht viel Mut.

  • Roberto Blancoooo am 03.04.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bisschen Spass muss sein

    Solange seine Tonne hält was sie verspricht und die Lebensmittel nicht ausgehen... mir wäre das zu doof.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus S. am 04.04.2019 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Traum gelebt.

    Schon als Kind wollte ich mit einem möglichst kleinen Boot den Atlantik überqueren. Von Flaute bis Sturm alles erleben. Mit knapp 60 stieg ich in das 9-Meterboot. Was ich erlebte an Tierwelt, Naturgewalten optischen Eindrücken und über mich selbst, war einfach der absolute Hammer. Diesen Traum hab ich mir erfüllt und jede Sekunde auf dem Atlantik war ein Geschenk und im nachhinein hat mich das ganze positiv verändert. Das war mein Geschenk als alter Mann an mich als Kind und umgekehrt.

  • Popeye's am 03.04.2019 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ahoi!

    Wie cool ist das denn! Ist doch der Hammer dass es heutzutage noch so was gibt. Bitte mehr davon!!

  • Reto Uetingen am 03.04.2019 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    Was macht RTL

    Wenn Doktor Bob so lange Pause macht?

  • Nick am 03.04.2019 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn er unbedingt will ...

    Mein Vater sagte immer "Die schlimmsten Sachen tun die Leute sich selber an". Recht hatte er. Immerhin fügt dieser Herr wohl niemand anderem Schaden zu.

    • S. K. am 03.04.2019 19:38 Report Diesen Beitrag melden

      Smile

      Und er sich selber am wenigsten von ums allen ;)

    einklappen einklappen
  • Uhu am 03.04.2019 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wind und Wetter

    Er scheint es ausserordentlich zu geniessen.