Genua

10. Februar 2019 03:47; Akt: 10.02.2019 09:30 Print

Abrissarbeiten an Morandi-Brücke haben begonnen

Sechs Monate nach dem folgenschweren Teileinsturz der Morandi-Brücke in Genua wurde ein erstes Stück des Bauwerks demontiert.

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Hat eine grosszügige Aufhebungsvereinbarung im Vertrag: Atlantia-Holdingchef Giovanni Castellucci. (Archivbild) Das neue Viadukt soll im Frühling 2020 eingeweiht werden: Die Überreste der Morandi-Brücke. (Archivbild) Dürfte sechs Monate in Anspruch nehmen: Der Abriss der Morandi-Brücke in Genua geht langsam voran. (9. Februar 2019) Am Samstag konnte ein erstes Teilstück der eingestürzten Brücke demontiert werden. Das 36 Meter lange und 18 Meter breite Brückenstück war seit Freitag abgetrennt worden, auch in der Nacht wurde weiter gearbeitet. Bis Samstagabend konnte das knapp tausend Tonnen schwere Teilstück schliesslich langsam hinabgelassen werden. Der italienische Architekt Renzo Piano (L) möchte mit seinen Entwürfen die Autobahnbrücke in Genua neu aufbauen. (28. August 2018) Die Morandi-Brücke befindet sich auf einem der wichtigsten Knotenpunkte des europäischen Verkehrs, genau an der Kreuzung der Autobahnen A10 und A7. Die A10 entlang der Riviera ist eine zentrale Verbindungsstrasse nach Südfrankreich, ins Piemont und die Lombardei und vor allem bekannt als berühmte Urlaubsverbindung «Autostrada dei Fiori». Die Häuser unter der Brücke sind extrem gefährdet. (16. August 2018) Tausende Einwohner von Genua nahmen an der Trauerfeier in der Messehalle teil. (18. August 2018) 18 Särge standen aufgebahrt. Darunter ein kleiner weisser für den achtjährigen Samuele, dem jüngsten Opfer. Für die Feuerwehrleute gab es spontanen Applaus. Auch Spieler von Genoa und Sampdoria nahmen an der Zeremonie teil. Viele Anwohner der eingestürzten Brücke mussten ihre Häuser verlassen. (15. August 2018) Die meisten von ihnen kommen bei Freunden oder Verwandten unter, einige werden in Hotels untergebracht. Nächtliche Bergungsarbeiten: Ein Mann des Rettungsteams durchsucht die Autowracks nach Verwundeten und Leichen. (14. August 2018) Die Rettungskräfte inspizieren die eingestürzten Brückenpfeiler. Bei den nächtlichen Rettungsarbeiten wurden weitere Leichen geborgen. Die Suche nach Verschütteten geht in der Nacht weiter: Lampen helfen den Einsatzkräften bei der Arbeit. (14. August 2018) Die Rettungsarbeiten dauern auch am späten Abend noch an. Die Rettungskräfte stehen seit dem Unglück im Dauereinsatz. (14. August 2018) Rettungskräfte stehen seit dem Unglück im Dauereinsatz. Eine Luftaufnahme der Feuerwehr nach dem Einsturz der Morando-Brücke. Rettungshelikopter landen an der Unglücksstelle. Rettungskräfte bergen eine verletzte Person. Der Einsturz einer Autobahnbrücke bei Genua fordert mindestens 35 Todesopfer. (14. August 2018) Insgesamt fand man in den Trümmern bisher 11 Überlebende. Ein Lastwagen konnte kurz vor Ende der Brücke bremsen. Die Morandi-Brücke befindet sich auf der A10. Die Autobahn, die über die Brücke führt, ist vierspurig. Die Brücke führte über ein Industriegebiet. Menschen und Autos wurden unter den Trümmern begraben. Laut der Feuerwehr haben sich Autos auf der Brücke befunden, als sie eingestürzt ist. So sah die Brücke vor dem Einsturz aus. Laut Nachrichtenagentur Ansa stürzte die Brücke in mehr als 40 Metern Höhe und auf etwa hundert Metern ein. Zunächst war nichts über die Anzahl Opfer bekannt. Die Brücke war stark befahren. Dem Unglück ging ein grosses Unwetter zuvor. Die Autobahn 10 wurde gesperrt. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, vermuteten die Behörden, dass der Einsturz durch Schwächen am Bau ausgelöst worden sei. Die Tageszeitung «La Repubblica» schrieb online, dass mehrere Autos in die Tiefe gestürzt sind. Rettungskräfte aus der ganzen Region waren im Einsatz. Brückeneinsturz in Genua. (14. August 2018) Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Brückeneinsturz in Genua. Vertreter der italienischen Regierung vor Ort in Genua. (15. August 2018)

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Das 36 Meter lange und 18 Meter breite Brückenstück war seit Freitag abgetrennt worden, auch in der Nacht wurde weiter gearbeitet. Bis Samstagabend konnte das knapp tausend Tonnen schwere Teilstück schliesslich langsam hinabgelassen werden.

Das Teilstück die 48 Meter bis zum Boden hinabzulassen, dauerte etwa zehn Stunden. Pro Stunde konnten nur fünf Meter zurückgelegt werden, am Nachmittag musste das Tempo wegen Windes weiter gedrosselt werden. Das Teilstück soll nun als Gegengewicht für die Demontage der restlichen Brückenfahrbahn genutzt werden, bevor schliesslich die Brückenpfeiler gesprengt werden können.

Der gesamte Abriss der Autobahnbrücke dürfte mindestens sechs Monate in Anspruch nehmen. Rund 60 Arbeiter werden Tag und Nacht auf der Baustelle im Einsatz sein. Die italienische Regierung hat zugesagt, dass die neue Stahlbetonbrücke, die der aus Genua stammende Star-Architekt Renzo Piano gratis entwirft, bis April 2020 in Betrieb genommen werden kann.

43 Todesopfer gefordert

Die viel befahrene, fast 1200 Meter Morandi-Brücke war am 14. August auf einer Länge von 200 Metern eingestürzt. 43 Menschen kamen ums Leben, darunter vier Kinder. Dutzende Menschen wurden verletzt und zahlreiche Anwohner mussten in der Folge ihre Häuser räumen.

Experten hatten nach dem Unglück erklärt, der Einsturz sei wegen der vielen baulichen Mängel an der Spannbetonbrücke vorhersehbar gewesen. Die italienische Justiz ermittelt in dem Fall gegen eine Reihe von Beschuldigten und gegen die Betreiberfirma Autostrade per l'Italia (Aspi).

Mit geschätzten Kosten von gut 200 Millionen Euro wird die neue Brücke eine der teuersten in ganz Europa. Architekt Piano versprach, das neue Bauwerk werde «tausend Jahre halten». Pianos Entwurf sieht eine weiss gestrichene Stahlkonstruktion vor, welche die Hafenstadt überspannt. 43 Lichtsäulen sollen an die Opfer des Unglücks erinnern.

(sda)