Rheinfelden (D)

14. Februar 2011 11:01; Akt: 14.02.2011 16:12 Print

Absender der Paketbombe gefasst

Knapp eine Woche nach dem Paketbombenanschlag auf eine 49-jährige Frau in Rheinfelden an der schweizerisch- deutschen Grenze sitzt der mutmassliche Täter in Haft.

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Nach dem Paketbombenanschlag auf eine 49-jährige Frau in Rheinfelden an der schweizerisch-deutschen Grenze sitzt der mutmassliche Täter in Untersuchungshaft. Der 41-jährige Deutsche gestand die Tat. Opfer und Täter hatten sich im Internet kennen gelernt.

Der Mann war am Freitagabend in Erfurt (D) verhaftet worden, wie die Polizeidirektion und die Staatsanwaltschaft Lörrach (D) am Montag mitteilten. Er leistete keinen Widerstand. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes wurden Beweismittel sichergestellt.

Bei der späteren Vernehmung gestand der Mann, die Paketbombe verschickt zu haben. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand dürfte er alleine gehandelt haben, wie es hiess.

Die Frau war beim Paketbombenanschlag am vergangenen Dienstag schwer verletzt worden. Sie hatte das Paket bei der Post abgeholt. Es explodierte kurze darauf im Auto. Die Frau schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Sie verlor beim Anschlag zwei Finger.

Kontakt übers Internet und Handy

Der arbeitslose Deutsche und das spätere Opfer hatten sich über das Internet kennen gelernt. Die beiden chatteten regelmässig. Sie tauschten gemäss Polizei auch SMS-Nachrichten aus und telefonierten miteinander.

Die Frau war jedoch bald nicht mehr an weiteren Kontakten interessiert. Dies führte zu einem Streit, der über das Internet und Telefon ausgetragen wurde.

Im Dezember hatte die Frau bei der Polizei in Rheinfelden eine Anzeige erstattet. Die Polizei nahm Ermittlungen zu dem damals namentlich noch nicht bekannten Mann auf.

Der Verhaftete habe sich vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung zum Paketbombenanschlag entschlossen, hält die Polizei fest.

Erfundene «Kontaktnamen»

Die Ermittlungen nach dem Anschlag gestalteten sich aufwendig. Da die Beteiligten im Internet erfundene «Kontaktnamen» benutzten, musste zunächst die Identität des Beschuldigten ermittelt werden. Dazu waren auch die Aussagen des Opfers, das alsbald vernommen werden konnte, von wesentlicher Bedeutung.

(sda)