14. April 2005 08:11; Akt: 14.04.2005 08:16 Print

Abtreibungsgegner als Terrorist

Der tödliche Anschlag auf die Olympischen Spiele in den USA 1996 war ein Protest gegen Abtreibungen, wie der Angeklagte in einem Geständnis vor dem Gericht in Atlanta erklärte.

Fehler gesehen?

Neun Jahre nach dem Anschlag erklärte der 38-jährige Eric Rudolph, er habe die Olympischen Spiele als Anschlagsort gewählt, um die USA wegen ihrer Billigung von Abtreibungen vor aller Welt blosszustellen. Bei dem Anschlag waren eine Frau getötet und 111 Personen verletzt worden.

Rudolph bekannte sich nach einer Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft auch zu drei weiteren Anschlägen im Süden der USA, bei denen noch eine weitere Person getötet wurde. Als Gegenleistung für dieses Schuldeingeständnis bleibt ihm die Todesstrafe erspart. Die Einigung war am vergangenen Freitag von US-Justizminister Alberto Gonzalez bestätigt worden. Für die vier Anschläge soll er nun mit vier Mal lebenslang bestraft werden.

Rudolph erklärte vor Gericht, er glaube, dass Abtreibung Mord sei, und er glaube auch, dass Gewalt gerechtfertigt sei, um dies zu beenden. Seine Erklärung wurde von den Anwälten verteilt. Rudolph gilt als Anhänger einer Sekte mit rassistischen Thesen. Er wurde im Mai 2003 in einem kleinen Bergdorf im Staat North Carolina festgenommen. Die Polizei hat jahrelang nach ihm gefahndet. Er stand auf der Liste der zehn meistgesuchten mutmasslichen Verbrecher.

Neben dem Anschlag auf die Olympischen Spiele wurde Rudolph auch ein Anschlag auf eine Abtreibungsklinik in Birmingham im Staat Alabama 1998 zur Last gelegt, bei dem ein Mensch getötet wurde. 1997 soll er Anschläge auf eine Lesben-Bar und eine weitere Abtreibungsklinik in Atlanta verübt haben.

(ap)