Sternen-Tattoo

22. Juni 2009 12:24; Akt: 24.06.2009 10:17 Print

Also doch: «Sternenmädchen» hat gelogen

Ein holländisches Fernsehteam hat das Geheimnis um das Tattoo von Kimberley Vlaeminck gelüftet: Die junge Frau hat nicht die Wahrheit gesagt.

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Jetzt ist es raus: Kimberley Vlaeminck, weltweit bekannt geworden als «Sternenmädchen», hat gelogen. Die Angst vor der Reaktion ihres Vaters auf die 56 Sterne in ihrem Gesicht liess sie zur Notlüge greifen; sie schob die Schuld an der auffälligen Gesichtsverzierung auf den Tätowierer (20 Minuten Online berichtete).

Zuerst eingeschlafen, dann in Ohnmacht gefallen

Zuerst hatte sie behauptet, sie sei während der Tatoo-Sitzung eingeschlafen und habe deshalb nicht bemerkt, dass aus den drei Sternen 56 wurden. Als sie einsehen musste, dass dies niemand so recht glauben wollte, erklärte sie, sie sei nicht eingeschlafen, sondern ohnmächtig geworden. Ihre Geschichte machte Schlagzeilen rund um den Globus; der Hype war so gross, dass sogar Gerüchte aufkamen, das Ganze sei eine abgekartete Promo-Aktion eines belgischen Radiosenders.

Doch jetzt hat die 18-jährige Coiffeuse aus Kortrijk gegenüber einem Reporterteam der TV-Show «De Jakhalzen» des niederländischen Senders VARA «off the record» zugegeben, dass sie das extreme Tattoo selber wollte. Solange die Kamera eingeschaltet war, blieb sie bei der altbekannten Version ihrer Geschichte; doch dann liess sie sich von der Versicherung des Reporters täuschen, die Kamera sei nicht in Betrieb (siehe Video oben; ab 2:22). Kimberley gestand, sie habe das Tattoo anfänglich doch schön gefunden («wel mooi»).

Von den Sternen begeistert

In Wahrheit spielten sich die Ereignisse also wie folgt ab: Kimberley kam in Begleitung ihres Vaters, ihres Bruders, ihrer Schwester und eines Freundes in den Tattoo-Laden. Dort sagte ihr der Tätowierer, Rouslan Toumaniantz, sie solle später wiederkommen, da noch eine Kundin vor ihr wartete. Als Kimberely insistierte, liess diese Frau sie vor – was sie selber zu einer Augenzeugin machte. Kimberley wollte sich zu Beginn tatsächlich nur ein paar Punkte tätowieren lassen. Als Toumaniantz ihr aber Sterne zeigte, liess sie sich sofort dafür begeistern. Auch ihr Vater fand sie schön und gab sein Einverständnis für das Tattoo, bevor er sich entfernte, um ein paar Bierchen zu trinken. Kimberley blieb allein im Laden zurück; nur Toumaniantz und die andere Kundin waren noch anwesend.

Während Toumaniantz tätowierte, begutachtete Kimberley regelmässig das Resultat im Spiegel. Sie verfolgte die Entstehung des «Sternbilds» also mit. Zum Schluss zeigte sie sich zufrieden; lediglich die Sterne auf der Nase bereute sie ein wenig.

Fünf Stunden Haft

Darauf kehrte der Vater, leicht angeheitert, zurück und nahm Kimberley mit – ohne ein Wort zu sagen und ohne die ganze Rechnung zu begleichen. Eine Stunde später erschien dafür die Polizei, die Toumaniantz mitnahm und während etwa fünf Stunden in Gewahrsam hielt. Die Beamten hielten dem Tätowierer vor, Kimberley habe ausgesagt, sie sei eingeschlafen und er habe sich unterdessen mit seiner Nadel «gehen lassen».

Mit dem Geständnis des «Sternenmädchens» ist die unendliche Geschichte aus West-Flanderen nun doch zu einem Ende gekommen. Dem unfreiwilligen Internet-Star dürfte damit wohl eine grosse Last von den Schultern fallen.

Video: Kimberley Vlaeminck
(Quelle: YouTube)

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(dhr)