Korsika

31. Januar 2019 02:59; Akt: 31.01.2019 11:48 Print

Streit um einen Hund war Auslöser für Amoklauf

Ein Einheimischer schoss auf der Insel Korsika um sich und tötete einen Menschen. Danach nahm er sich das Leben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein alter Nachbarschaftsstreit über einen Hund führte zu den tödlichen Schüssen auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika. Der Konflikt zwischen dem Mann, der am Mittwoch einen Menschen erschoss und fünf weitere Menschen verletzte, und dessen Nachbarn habe vor fünf bis sechs Jahren begonnen, sagte die Staatsanwältin von Bastia, Caroline Tharot. Demnach hatte der Hund des Schützen damals offenbar die Freundin seines Nachbarn gebissen.

Der vorbestrafte Täter – ein 1953 geborener Korse – griff laut Tharot am Mittwochnachmittag zunächst seinen 23 Jahre alten Nachbarn vor einem Wohngebäude im Stadtteil Montesoro im Süden von Bastia an. Er stach den 23-Jährigen demnach mit einem Teppichmesser in den Bauch und den Arm. Anschliessend habe der Mann die Freundin seines Nachbarn angegriffen und mit dem Messer in den Arm gestochen.

Daraufhin habe er zwei Jagdgewehre geholt und mit diesen um sich geschossen, sagte Tharot. Dabei tötete er demnach den Hausmeister des Gebäudes und verletzte drei weitere Menschen, darunter einen Polizisten. Anschliessend habe sich der Schütze in der dritten Etage des Gebäudes verschanzt und sich schliesslich selbst getötet. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen war der Mann den Behörden als gewalttätig bekannt. Demnach wurde er in der Vergangenheit zwei Mal wegen Waffengewalt verurteilt.

Innenminister Christophe Castaner teilte am Mittwochabend, dass Spezialeinheiten eingegriffen und die Leiche entdeckt hätten. «Der Amokläufer hat sich umgebracht», sagte Castaner vor der Nationalversammlung in Paris. Zuvor waren Polizisten der Elite-Einheit Raid vom südfranzösischen Marseille aus nach Bastia geschickt worden.

Polizist verletzt

Unter den Verletzten ist auch ein Polizist. Diesem wurde in den Hals geschossen und befinde sich derzeit auf der Intensivstation. Er sei nicht in Lebensgefahr, sagte Castaner. Sicherheitskräfte waren vor Ort, die Motive des Täters waren zunächst unklar. Bandenkriminalität oder Terrorismus schlossen die Ermittler aber zunächst aus, hiess es aus Polizeikreisen.

Auf Aufnahmen war zu sehen, wie schwer bewaffnete Sicherheitskräfte die Gegend um das Haus am Abend absicherten, in dem sich der Mann verschanzt hatte. Die Polizei riegelte zeitweise Teile der Stadt ab, ein Kulturzentrum wurde evakuiert. Die Behörden hatten die Anwohner gebeten, die Gegend zu meiden.

(chk/fal/sda/afp)