Mini-Kamera in Kugelschreiber

22. Juli 2014 21:56; Akt: 22.07.2014 21:57 Print

Arzt filmt Patientinnen – 170 Mio Fr Abfindung

Weil einer ihrer Frauenärzte tausende Patientinnen heimlich gefilmt und fotografiert hat, muss eine US-Uniklinik eine Entschädigung von umgerechnet 170 Millionen Franken zahlen.

190 Millionen US-Dollar: Tausende Opfer an der Johns-Hopkins-Klinik in Baltimore werden für die unerlaubten Fotos von Dr. Nikita Levy entschädigt. (Video: YouTube/WBAL-TV 11 Baltimore)
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Es handelt sich um eine der höchsten jemals für Verfehlungen von Ärzten gezahlten Summen in den USA: Die Klinik Johns Hopkins in Baltimore im US-Staat Maryland muss tausende Patientinnen mit insgesamt 190 Millionen Dollar (170 Millionen Franken) entschädigen.

Das Gericht habe einem entsprechenden Vergleich zugestimmt, sagte Jonathan Schochor, einer der Anwälte der 8500 betroffenen Frauen.

Kollege zeigte Arzt an

Im Prozess ging es um den Frauenarzt Nikita Levy, der seine Patientinnen mit einer Minikamera im Kugelschreiber heimlich gefilmt hatte. Der 54-jährige Levy hatte 25 Jahre lang in der renommierten Klinik gearbeitet.

Anfang 2013 zeigte ihn ein Kollege bei der Spitalleitung an. Der Gynäkologe wurde daraufhin entlassen und beging im Februar, zwei Wochen nach Bekanntwerden des Skandals, Selbstmord.

(kle/sda)