Warnung vor Amerika

03. Januar 2016 19:48; Akt: 04.01.2016 06:44 Print

Auf die Zunge achten und nie nackt sünnelen

Die USA sind ein schönes, aber auch gefährliches Ferienland - zumindest nach den Reisewarnungen der Aussenministerien vieler Länder.

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New York, Kalifornien, der Grand Canyon! Die USA bieten viele Tourismusziele. Die Aussenministerien vieler Staaten halten es jedoch für angebracht, Reisende in die USA vor ganz speziellen Risiken zu warnen. Der häufigste Ratschlag darunter lautet: Nicht provozieren – weder mit Worten noch ohne Kleider.

Die Zeitschrift «Foreign Policy» (FP) untersuchte die Reisehinweise für USA-Besucher auf den Websites der jeweiligen Aussenministerien und stellte eine bunte Reihe von Warnungen zusammen, die oft mehr über die Länder aussagen als über die Vereinigten Staaten.

Grossbritannien

Das Land mit dem speziellen Verhältnis zu den USA hält sich mit Rügen zurück. Erwähnt wird laut FP die vergleichsweise hohe Zahl von Verkehrsunfällen. Gewarnt wird vor den oft astronomischen Preisen für medizinische Dienstleistungen. Neben der Gesundheit sollten britische Reisende in Amerika auf ihre Zunge achten: Der auf der Insel beliebte bissige Humor sei gefährlich, warnt das Foreign Office. Es rät, «leichtfertige Bemerkungen über Bomben oder Terrorismus zu vermeiden, insbesondere auf US-Flughäfen».

Frankreich

Die Franzosen sollen in Amerika seriös auftreten – nicht nur gegenüber US-Offiziellen, sondern auch im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Witze, die in lateinischen Ländern als trivial gelten, könnten ahnungslose Franzosen wegen sexueller Belästigung vor Gericht bringen, so das Aussenministerium. Auch sei Frauen vom Tragen eines Monokinis abzuraten, womit die Beamten oben ohne meinen.

Deutschland

Das prüdere Verhältnis zum Sex in Amerika ist den meisten Ländern Europas eine Warnung wert, so auch Deutschland. Ein Zusatzrisiko erkennt Berlin in der leichten Verfügbarkeit von Schusswaffen: «Sollten Sie Opfer eines bewaffneten Überfalls werden, versuchen Sie nicht, sich zu wehren!»

Österreich

Wien warnt auch vor öffentlicher Nacktheit. Gewisse Regelungen verbieten sogar «das Schwimmen von Kleinkindern in öffentlichen Badeanstalten ohne Bekleidung», heisst es. Mit Amerikas Trinkwasser müsse man sich abfinden: «Leitungswasser gilt in der Regel – wenn auch nicht sehr schmackhaft (chloriert) – als gefahrlos trinkbar.»

Schweden

Das nordische Musterland mutet seinen Bürgern keine Warnungen zu, erhebt aber den politischen Zeigefinger. Es gebe in den USA «Begrenzungen der Menschenrechte und der demokratischen Prinzipien», rügt Stockholm. Fast höhnisch wird hinzugefügt: «In Obamas Zeit an der Macht ist die Stellung Amerikas als Weltmacht erodiert.»

Japan

Japan warnt vor Bettwanzen und tollwütigen Tieren in New York. Kritik erfahren die Kosten und langen Wartezeiten im Gesundheitswesen. Eine spezielle Warnung gilt «der Völlerei und dem Bewegungsmangel», die viele Amerikaner übergewichtig machten: Japanische Reisende müssten aufpassen, dass sie dieses Schicksal nicht ereile.

China

Neben den üblichen Warnungen vor den «misstrauischen» Amerikanern rät Chinas Aussenministerium den USA-Reisenden, dass sie das Essen mit Messer und Gabel zerkleinern sollen, bevor sie es in den Mund schieben. Sie sollten nicht reden, wenn der Mund «voller Essen oder Suppe» ist. Und: «Rauchen und spucken Sie nicht beim Gehen!»

Russland

Moskau halte nicht mit harscher Kritik an den USA zurück, fand FP. Gerügt wird die Ungleichheit zwischen Arm und Reich, die im Verhältnis zur Bevölkerung hohe Zahl von Gefangenen, die hohe Mordrate. Russische Bürger müssten speziell aufpassen: «Die US-Behörden führen die unannehmbare Praxis fort, überall auf der Welt Russen zu jagen, ohne Rücksicht auf das Völkerrecht.»

Schweiz

Nach so geharnischter Kritik muten die Reisehinweise der Schweiz geradezu milde an. «Das Land ist stabil», schreibt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) an erster Stelle. Doch bestehe Terrorgefahr und es sei zu Strassenprotesten gekommen. Das EDA rät zum Gehorsam: «Falls Sie von der Polizei angehalten werden, bleiben Sie im Fahrzeug sitzen und legen Sie die Hände aufs Steuerrad, bis die Beamten bei Ihnen sind und weitere Anweisungen geben.»

Und dann folgt der obligate Hinweis auf die anderen Sitten in den USA. «Die Rechtsprechung», schreibt das EDA, «orientiert sich oft an rigideren Moralvorstellungen als in der Schweiz. Es ist beispielsweise verboten, oben ohne oder nackt zu baden (auch für Kinder), auf öffentlichem Grund zu urinieren oder nicht
vollständig angezogene Kinder zu fotografieren (auch zu Hause).»

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • flavia.m am 03.01.2016 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zurück in die Zukunft

    Hinweis: Achtet euch auf das Datum im Beschrieb vom 1. Bild. Ich dachte wir schreiben erst seit 3 Tagen das Jahr 2016? ;)

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  • Zeitreisender am 03.01.2016 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2017

    Achso, diese nackten Leute sind aus der Zukunft? Wer weiss, vielleicht ist das bis dann ja erlaubt...

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  • Beni am 03.01.2016 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bild 1

    Der Beschreibung zufolge, war da wohl jemand in der Zukunft um ein paar Nackte zu fotografieren. :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michel Prud am 04.01.2016 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Usa Usa Usa

    Nach mehreren längeren Aufenthalten in den USA habe ich folgendes Fazit für mich gezogen: Je grösser die Stadt, desto ähnlicher sind uns die Menschen in Sachen Moral und Sitte. Je ländlicher man unterwegs ist, desto harmloser wirkt die SVP;-) Etwas haben jedoch die meisten Menschen in den USA gemeinsam sie glauben sie leben in einer Demokratie - leider haben die in ihrem System nur die Wahl zwischen Aids (Demokraten) und Bauchspeicheldrüsenkrebs (Republikaner). Am Besten hinreisen und sich eine Meinung bilden....

  • Biker am 04.01.2016 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verlogen hoch 10

    Alle, welche die USA bashen. Geht nicht mehr zu Starbucks, McD, Burger King, Pizza Hut, kauft keine US-Jeans mehr, keine Nikes, keine Baseball Caps, keine Hoodies, fahrt nicht mehr Ford, schaut keine Holywood-Filme mehr, verzichtet auf Kaugummi, Marlbpro, Lucky Strike, Zippo Feuerzeuge, schaut keine US-TV Shows und Serien mehr, googelt nicht mehr, werft euer I-Phone weg etc. Ihr nutzt konsequent praktisch alles, was USA exportiert, schimpft aber dauernd über die Menschen, den Staat und die Wirtschaft der USA. Ist so was von verlogen von euch.

    • Frau 33 am 04.01.2016 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Biker

      Nur weil man ein Produkt aus den USA gut findet (z.B. I-Phone) heisst das nicht, dass man das Land als Gesamtes, die Mentalität oder Politik gut heissen muss! Wo ist da der Zusammenhang? Aber anyway, Coca-Cola und McDonalds boykottiere ich, aber eher aus gesundheitlichen Gründen! ;-) Ich war mal mit 12 in den USA, kam mir alles sehr oberflächlich und grössenwahnsinnig vor.

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  • Genie am 04.01.2016 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DSK

    Das mit den anzüglichen Witzen haben die Franzosen sicher wegen Dominique Strauss-Kahn geschrieben :-)

  • Mc Gyver am 04.01.2016 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gut für mich

    Eigentlich bin ich froh, dass diese besserwisserischen USA- Basher von den Staaten wegbleiben. Sonst müsste ich mich mit ihrer Ignoranz auch dort herumschlagen, und sie würden das Image der CH abtöten. Sollen sie doch zu den Vodkasaufenden Russen und herumspuckenden Chinesen. Ich weiss wo es mir gefällt, und wo ich mich wohl fühle.

    • Caro F am 04.01.2016 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mc Gyver

      Gratulation! Sie sprechen mir aus dem Herzen! Die USA und ihre Bürger sind ein tolles Land! Ich erlebe dort immer sehr viel Herzlichkeit! Aber bitte liebe Schweizer: Bleibt den USA fern, wenn ihr nicht einverstanden seid! Dies bringt nur Vorteile für uns, die dieses Land zu schätzen wissen!

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  • JackMac am 04.01.2016 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man mags oder eben nicht

    Ich mag die USA. Wunderschöne Gegenden, viele unterschiedliche Landschaften und Gepflogenheiten, schöne Städte wie Boston, NY, Key West, Frisco und New Orleans etc. Nur das Mickey-Mouse gequitsche geht mir auf die Nerven. Die Zöllner sind wie überall auf der Welt eine eigene Spezies und die Polizisten, na ja ....