Frachter-Havarie

05. Dezember 2011 12:52; Akt: 05.12.2011 12:59 Print

Aus der «Rena» tritt wieder Öl aus

Vor der Küste Neuseelands droht vom Frachter «Rena» immer noch Gefahr. Jeden Moment könnte er brechen. Zudem verschmutzt das wieder austretende Öl weiter das Meer.

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Am 10. Januar sinkt die eine Hälfte der vor der neuseeländischen Küste gestrandeten «Rena». Zwei Tage zuvor war das Wrack in zwei Teile zerbrochen. Das Heck des Frachters rutschte von dem Riff Astrolabe ab, auf das die «Rena» im Oktober aufgelaufen war. Und kurz darauf war von dem Schiffsteil fast nichts mehr zu sehen. Das Öl und die Container, die sich noch an Bord des Schiffes befinden, sind inzwischen zu einer echten Gefahr für die Bewohner Neuseelands geworden. Neue Öllachen und Strandgut sind im Nordosten der Nordinsel und auf der Leisure-Insel angespült worden. Zudem waren die Strände in der Feriengegend Tauranga auf der Nordinsel mit Schutt übersät, darunter vor allem Holz, Plastik sowie Milchpulvertüten(Bild) und Styropor. Die an Land gespülten Container wurden geplündert. Die Diebe hätten offenbar vor allem Milchpulver gestohlen, teilte die Polizei mit. Sie appellierte an alle, die Dinge mitgenommen hätten, diese zum Strand zurückzubringen, wo sie von Entgiftungsteams bearbeitet werden könnten. Am 8. Januar 2012 bricht das Containerschiff «Rena» vor der Küste Neuseelands in zwei Teile. Der Bug des Schiffes bleibt auf dem Riff hängen, während das Heck rund 30 Meter fortgespült wird. Jetzt droht eine neue Umweltkatastrophe, weil sich an Bord des Wracks noch immer Öl sowie 900 Container befinden. Am 5.12.2011 tritt erneut Öl aus dem Katastrophen-Frachter «Rena» aus. Ein Sturm am 24. November hätte den Katastrophen-Frachter beinahe gebrochen. Noch immer waren hunderte Container auf dem Schiff. Am 2. November 2011 erklärten die Behörden Neuseelands, sie bereiteten sich auf ein Auseinanderbrechen der «Rena» vor. Bislang wurden aus der «Rena», die am 5. Oktober vor dem Hafen von Tauranga auf das Astrolabe-Riff auflief, mehr als 1100 Tonnen Öl abgepumpt. Die Behörden gehen davon aus, dass sich noch rund 385 Tonnen an Bord befinden. Das schlechte Wetter zwang die Helfer am 18.10. 2011 das Abpumpen von Öl aus dem Frachter Rena einzustellen. Der Rumpf des Schiffs droht auseinanderzubrechen. Leichter Hoffnungschimmer aus Neuseeland: Am 17.10.2011 konnte das Abpumpen des Öls wieder aufgenommen werden. Die Lage des Unglücksfrachters verschlimmert sich. Am 14.10 droht das Schiff auseinander zu brechen. Am 12.10.2011 verschärft sich die Situation auf der «Rena». An der Schiffswand ist ein Riss zu sehen. Rund 70 Container sind bereits vom Schiff gefallen. Die Neigung des Schiffs hat sich verstärkt. Zudem setzen die Wetterbedingungen dem Frachter zu. Container werden an Land gespült. Der Kapitän des Schiffes muss sich in Neuseeland vor Gericht. erklären. Ihm droht eine Haftstrafe. Bereits am 11.10.2011 sah es nicht gut aus für den Unglücksfrachter. Seit Montag (10.10.2011) hat das Öl die neuseeländische Küste erreicht. In mühseliger Handarbeit wird der Strand gesäubert. Das Öl verklebt alles. Hier hats einen verendeten Fisch an den Strand gespült. Freiwillige waschen Seevögel und Pinguine. Am Sonntag (09.10.2011) wurde damit begonnen mit dem Schiff Awanuia Öl vom havarierten Tanker «Rena» abzupumpen. An der Küste Neuseelands wird am 6. Oktober 2011 eine Umweltkatastrophe befürchtet. Die 236 Meter lange «Rena» war rund 20 Kilometer vor dem Hafen von Tauranga an einem Riff auf Grund gelaufen und leckgeschlagen. Am 9. Oktober haben Bergungsmannschaften mit dem Abpumpen des Schweröls begonnen. Die gesamte Aktion wird etwa 30 bis 40 Stunden dauern. Bis zu 30 Tonnen Schweröl sind bereits in den Pazifik gelaufen. Die «Rena» hat etwa 2100 Container mit Holz, Milchpulver, Fleisch und Fisch an Bord.

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Die havarierte «Rena» vor der Küste Neuseelands bleibt eine Gefahr. Schon wieder ist Öl aus dem Unglücksfrachter ausgetreten. Knapp zwei Monate, nachdem die «Rena» auf ein Riff gelaufen und leckgeschlagen war, sorgte hoher Seegang am Wochenende erneut für Ölflecken im Wasser.

Allerdings seien «nur geringe Mengen» verschmutztes Schweröl ausgetreten, teilte die neuseeländische Schifffahrtsbehörde MNZ in Wellington am Montag mit. Wegen des schlechten Wetters konnten die Bergungsleute am Wochenende keine weiteren Container vom Schiff holen.

Frühestens nach einem Tag will die Mannschaft auf die «Rena» zurückkehren. Von den ursprünglich fast 1400 Containern an Bord, konnten bislang 167 geborgen werden. Etwa 90 sind ins Meer gestürzt, nur 25 davon wurden wiedergefunden. An Bord sind aber noch rund 1100 Container, gut 30 davon enthalten gefährliche Substanzen.

Riss am Wrack könnte bald reissen

Das 236 Meter lange Schiff droht jeden Augenblick auseinanderzubrechen. Durch das Wrack zieht sich ein langer Riss. Die «Rena» ist laut MNZ aber noch immer intakt. Durch den Sturm hätte sich das Schiff auf dem Riff weiter bewegt. Elektronische Sensoren würden die Bewegungen des Containerfrachters genau überprüfen.

Das in Liberia registrierte Schiff war am 5. Oktober rund 22 Kilometer vor der Küste von Tauranga im Norden Neuseelands auf das Riff gelaufen. Wegen der Havarie gelangten rund 360 Tonnen Schweröl in den Pazifik und an die Strände und verursachten Neuseelands bislang grösste Umweltkatastrophe im Meer. Mehr als 2000 Seevögel verendeten.

(sda)

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