Autohändler verurteilt

20. Juni 2011 09:16; Akt: 20.06.2011 10:05 Print

Ausgebremst und ins Gesicht geschlagen

von Von Attila Szenogrady - Ein Wädenswiler Lenker eines Sportwagens hat eine Automobilistin ausgebremst und ihr die Faust ins Gesicht geschlagen. Nun wurde der nicht geständige Mann neben einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 50 Franken zu einer Busse von 1300 Franken verurteilt.

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Es war am 7. Mai 2009, als ein heute 29-jähriger Geschäftsführer aus Wädenswil mit seinem Sportwagen am Abend nach Zürich fuhr. Kurz nach 18 Uhr wechselte er beim Schaffhauserplatz plötzlich die Fahrspur. Da er dabei den Blinker nicht gestellt hatte, strapazierte er die Nerven einer hinter ihm befindlichen Automobilistin. Sie drückte auf die Hupe.

Ausgebremst und geschlagen

Der Wädenswiler Autohändler liess sich das nicht bieten und trat absichtlich abrupt auf die Bremse. Mit der Folge, dass die Frau nur noch durch eine Vollbremsung eine Kollision vermeiden konnte. Die kaufmännische Angestellte stieg danach aus und begab sich zum offenen Fahrerfenster des späteren Angeklagten. Sie wollte wissen was los sei und fragte ihn energisch, ob er spinne. Als er darauf lachte, packte sie ihn an der Schulter, worauf er ihr sogleich seine Faust ins Gesicht schlug. Die schockierte Geschädigte wich zurück und meldete sich kurz darauf mit einer blutenden Nase bei der Polizei. Das war der Auftakt zu einer Strafuntersuchung gegen den Wädenswiler.


Alles bestritten

Zu den Vorwürfen befragt, stritt der Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft alles ab. So habe er nur wegen eines Fussgängers gebremst, sagte er aus. Danach habe ihn die Autolenkerin als «Nuttensohn» beschimpft und ins Auto gegriffen. Er habe bloss ihre Hand weggedrückt, aber sicher nicht geschlagen, gab er zu Protokoll.

Im letzten November hätte sich der wegen Körperverletzung sowie eines groben Verkehrsdeliktes eingeklagte Wädenswiler vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten sollen. Allerdings glänzte er durch unentschuldigte Abwesenheit.

Der Frau geglaubt

In seinem nun eröffneten Urteil ist das Gericht umfassend den Darstellungen der Geschädigten gefolgt. Der zuständige Einzelrichter glaubte der Frau und verwies nicht nur auf ein Arztzeugnis, sondern auch auf die Aussagen eines Polizeibeamten, der das Nasenbluten der Schweizerin in seinem Rapport festgehalten hatte. Das Gericht sah den Schikanestop ebenfalls als erstellt an.

Der Beschuldigte erhielt wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln sowie Tätlichkeiten eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 50 Franken sowie eine Busse von 1300 Franken. Zudem wurde er verpflichtet, dem Opfer einen Schadenersatz von 134 Franken zu bezahlen.