Joaquín «El Chapo» Guzmán

11. Januar 2016 06:26; Akt: 11.01.2016 07:52 Print

Auslieferungsverfahren gegen «El Chapo» eröffnet

Während Sean Penn für sein Interview mit Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán Kritik aus dem Weissen Haus einstecken muss, hat Mexiko Guzmáns Auslieferungsverfahren eingeleitet.

Bildstrecke im Grossformat »
Sechs Männer gekidnappt, unter ihnen wohl ein Sohn von «El Chapo»: Bewaffnete Beamte vor dem Restaurant La Leche in Puerto Vallarta, wo es zu der Entführung kam. (16. August 2016) Hinter Gittern: Juan Manuel Álvarez hat für Joaquin «El Chapo» Guzman und dessen Sinaloa-Kartell Geld gewaschen. (27. März 2016) Bereits länger sitzt Joaquin «El Chapo» Guzmán im Gefängnis. Er lässt in Haft sein Essen vorkosten – von seinem Hund. Der Anführer des Sinaloa-Kartells, «El Chapo», ist nach seiner Flucht im Juli wieder hinter Gittern (8. Januar 2015). Der Drogenboss empfing Sean Penn im Oktober 2015 in seinem Versteck. Der Hollywoodstar interviewte «El Chapo» sieben Stunden lange fürs «Rolling Stone»-Magazin. Die mexikanische Schauspieleriin Kate del Castillo hat den Kontakt zwischen Sean Penn und dem Drogenbaron hergestellt. In Mexiko ist die Rolle der Frau sehr umstritten. (10. Januar 2016) «El Chapo», Penn und del Castillo – ein Trio, das nicht nur in Mexiko viel zu reden gibt. Eine Frau in Mexiko liest die Zeitung «La Jornada», in der die Story mit Penn und dem Gangsterboss abgedruckt ist. Nicht nur die Leserschaft, sondern auch die Ermittler haben noch einige Fragen an Penn und Vermittlerin del Castillo offen. Ein Hinweis führte die Polizei zum Versteck des Drogenbosses: Mexikanischer Marine-Soldat sichert nach der Festnahme von Guzmán einen Kanal. (8. Januar 2016) Bei der Festnahme im mexikanischen Los Mochis, Sinaloa, sei ein Soldat verletzt worden. Die Soldaten selber hätten fünf Personen getötet und sechs festgenommen. (8. Januar 2016) Joaquin «El Chapo» Guzmán gilt als Ausbrecherkönig. Zuletzt gelang ihm im Juli 2015 die Flucht aus dem Altiplano-Hochsicherheitsgefängnis in Almolay, Westmexiko. (12. Juli 2015) Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto ist der Stolz an der Pressekonferenz anzusehen. «Mission erfüllt. Wir haben ihn», so verkündete der Staatschef zuvor die Festnahme des Drogenbosses auf seinem Twitter-Konto. (8. Januar 2016) «Meine Anerkennung gilt dem Sicherheitskabinett der Regierung.» Staatschef Enrique Peña Nieto (l.) applaudiert Verteidigungsminister Salvador Cienfuegos Zepeda (r.). (8. Januar 2016) Mit diesem ausgetüftelten Plan gelang Joaquín «El Chapo» Guzmán vor sieben Monaten die Flucht: Im Tunnel zum Gefängnis findet sich ein modifiziertes Motorrad auf Schienen, mit dem die Helfer des Drogenbarons offenbar den Aushub abtransportierten. (14. Juli 2015) Auf den Aufnahmen, welche die mexikanischen Behörden während einer Pressekonferenz veröffentlicht haben, ist zu sehen, wie der inhaftierte Drogenboss durch die Dusche seiner Zelle flüchtet. Hier gings runter: Ein Loch im Boden der Dusche diente als Eingang zum Tunnel. (14. Juli 2015) Für Belüftung und Beleuchtung war gesorgt: Die Decke des 1,5 Kilometer langen Tunnels. (14. Juli 2015) Reicht tief ins Erdreich: Der Schacht, durch den Guzmán mittels Leiter in den Keller eines Hauses in Almoloya de Juárez gelangte. (14. Juli 2015) Spurensuche: Ein Beamter untersucht den Ausgang des Fluchttunnels. (14. Juli 2015) Erster Augenschein: Mexikos Generalstaatsanwältin Arely Gómez González (2.v.r.) schaut sich den Eingang zum Keller an. (12. Juli, 2015) Unscheinbarer Ausgang: Haus in Almoloya de Juárez, unter dem der Tunnel endete. (12. Juli, 2015) Spuren der Helfer? Kleider und Schuhe liegen im Haus. (12. Juli, 2015) Hochsicherheitsgefängnis Altiplano in Almoloya westlich von Mexiko-Stadt: Hier sass Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán in Haft. (12. Juli, 2015) Guzmán entkommt den Behörden bereits zum zweiten Mal: Bundespolizei vor dem Hochsicherheitsgefängnis. (12. Juli, 2015) Als sie «El Chapo» schnappen konnten: Sicherheitskräfte des mexikanischen Militärs eskortieren den verhafteten Joaquín Guzmán in einem Navy-Hangar in Mexico City. (22. Februar 2014)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwei Tage nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses «El Chapo» Guzmán hat die mexikanische Regierung das Verfahren für eine Ausweisung in die USA begonnen. Am Sonntag besuchten zwei Beamte von Interpol Mexiko das Gefängnis nahe der Hauptstadt Mexiko-Stadt, in dem Guzmán seit seiner Wiederergreifung einsitzt, um zwei Haftbefehle zu vollstrecken, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Damit wurde das Auslieferungsverfahren offiziell eröffnet. Als nächstes muss ein Richter über die Ausweisung Guzmáns entscheiden. Die Entscheidung wird dann an das Aussenministerium weitergeleitet, das grünes Licht für die Ausweisung geben muss. Guzmán habe aber die Möglichkeit, Einspruch gegen die Entscheidung des Ministeriums einzulegen, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft.

Spezialeinheiten hatten «El Chapo» am Freitag in einem Haus nahe der Ortschaft Los Mochis im Nordwesten Mexikos aufgespürt und festgenommen. Am Samstag wurde er in das Hochsicherheitsgefängnis in Altiplano zurückgebracht, aus dem er im Juli entflohen war. Bislang weigerten sich die mexikanischen Regierungen, «El Chapo» an die USA auszuliefern, wo er wegen Drogendelikten und Mordes angeklagt werden soll. Am Samstag kündigte die Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto nun aber an, die Auslieferung vorzubereiten.

Scharfe Kritik an Sean Penn

Hollywood-Star Sean Penn ist für sein Interview mit dem mexikanischen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán in den USA scharf kritisiert worden. Ein Sprecher des Weissen Haus sagte am Sonntag, es sei «unerträglich», wie Guzmán mit seinen Verbrechen geprahlt habe. Das «sogenannte Interview» werfe einige «interessante Fragen» an Penn und andere Beteiligte auf, sagte der Stabschef von Präsident Barack Obama, Denis McDonough, dem Fernsehsender CNN. Drei Monate, bevor der meistgesuchte Verbrecher Amerikas am Freitag vom mexikanischen Militär geschnappt wurde, hatte er den US-Schauspieler Penn im Dschungel empfangen und einen Tequila mit ihm getrunken. Das US-Magazin «Rolling Stone» berichtete am Samstag in allen Einzelheiten über die konspirative Begegnung, der monatelange Geheimverhandlungen vorausgegangen waren, an denen auch die mexikanische Schauspielerin Kate del Castillo beteiligt gewesen sein soll.

Penn schrieb im «Rolling Stone», er habe sich am 2. Oktober sieben Stunden lang mit Guzmán auf einer Dschungellichtung getroffen. Das Magazin druckte ein Foto, auf dem Penn Guzmán die Hand gibt. Bei einem Tequila habe «El Chapo» dann mit seinen Verbrechen geprahlt: «Ich liefere mehr Heroin, Methamphetamin, Kokain und Marihuana als irgend jemand sonst in der Welt», gab ihn Penn wieder. «Ich habe eine Flotte aus U-Booten, Flugzeugen, Lastwagen und Schiffen.»

(afo/afp)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.