Missouri

11. August 2014 11:40; Akt: 11.08.2014 13:04 Print

Ausschreitungen nach Teenager-Tod

Plünderungen und Proteste: Erneut erhitzen tödliche Polizeischüsse auf einen schwarzen Teenager in den USA die Gemüter.

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47 Personen wurden in der Nacht vom 19. auf den 20. August in Ferguson verhaftet. Die Demonstranten hatten Wasserflaschen auf die Polizei geworfen. Am Abend des 19. August protestieren die Bewohner von Ferguson zuerst friedlich gegen die brutale Vorgehensweise der Polizei gegen Afro-Amerikaner. Die Polizei verhaftet Demonstranten nach gewalttätigen Auseinandersetzungen am Morgen des in Ferguson. Die Polizei setzt am 17. August Tränengas ein, um eine Menschenmenge aufzulösen. Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, rief am für die Stadt Ferguson den Notstand aus und verhängte eine nächtliche Ausgangssperre. Nachdem amder 18-jährige Michael Brown von Polizisten erschossen worden war, gingen die Menschen in Ferguson, Missouri, auf die Strasse und demonstrierten. Als die Pressekonferenz abgehalten wurde, versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Polizeihauptquartier in Ferguson. Einige von ihnen marschierten mit erhobenen Händen zu einem nahegelegenen Polizeigebäude und skandierten «Erschiesst mich nicht!». Zuvor hatten Polizisten und Aktivisten versucht, die wütenden Demonstranten zu beruhigen. Später kamen einige Tausend Menschen zu einer Nachtwache am Tatort zusammen. Während Tausende auf den Strassen gegen die Polizei demonstrierten, räumten Plünderer in der Nachbarschaft Läden aus. Skrupellos nahmen sie alles mit. Lesley McSpadden trauert mit ihrem Mann Louis um ihren 18-jährigen Sohn. Michaels Stiefvater Louis Head demonstriert vor der Polizeistation in Ferguson. Freunde und Nachbarn trauern um Michael.

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Tödliche Polizeischüsse auf einen dunkelhäutigen Teenager haben im US-Staat Missouri zu massiven Protesten geführt. Hunderte Bewohner eines mehrheitlich von Schwarzen bewohnten Vororts von St. Louis, in dem der 18-jährige Michael Brown erschossen wurde, gingen am Sonntag auf die Strasse und skandierten Parolen wie «Keine Gerechtigkeit, keinen Frieden» und «Wir wollen Antworten.» Der bekannte New Yorker Bürgerrechtler Al Sharpton sprach von einem «äusserst beunruhigenden» Vorfall. Forderungen nach einer Untersuchung durch die Bundespolizei FBI wurden laut.

Michael Brown war unbewaffnet, als er am Samstagnachmittag im Vorort Ferguson unweit des Hauses seiner Grossmutter von einem Polizisten erschossen wurde, wie der Polizeichef des Bezirks St. Louis, Jon Belmar, auf einer Pressekonferenz bestätigte. Zuvor sei der Beamte auf der Strasse auf Brown und eine weitere Person aufmerksam geworden. Einer der beiden habe den Polizisten dann zurück in seinen Wagen gedrängt, wo es zu einer tätlichen Auseinandersetzung um dessen Dienstwaffe gekommen sei.

Mindestens ein Schuss habe sich bereits im Auto gelöst, sagte Belmar. Als der Polizist sich wieder aus dem Wagen befreite habe, habe er auf Brown geschossen und diesen mehrmals getroffen. Alle am Tatort gefundenen Patronenhülsen hätten der Waffe des Beamten zugeordnet werden können.

Mutter erhebt schwere Vorwürfe

Es werde noch ermittelt, was tatsächlich in dem Wagen vor sich ging, sagte der Polizeichef von Ferguson, Tom Jackson. Auch sei unklar, ob Brown derjenige war, der sich ein Handgemenge mit dem Beamten lieferte. Sein Begleiter wurde nicht festgenommen, sollte jedoch noch am Sonntag verhört werden.

Browns Mutter Lesley McSpadden erhob am Tatort schwere Vorwürfe. Sie könne nicht verstehen, wieso die Polizei ihren Sohn nicht mit einem Knüppel oder einem Taser überwältigt, sondern erschossen habe. Der dafür verantwortliche Beamte solle gefeuert und angeklagt werden, forderte sie mit Tränen in den Augen. Der Polizist arbeitete laut Bermar seit sechs Jahren bei der Polizei von Ferguson.

Hunderte demonstrierten vor Polizeiposten

Als die Pressekonferenz abgehalten wurde, versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Polizeihauptquartier in Ferguson. Einige von ihnen marschierten mit erhobenen Händen in ein nahegelegenes Polizeigebäude und skandierten «Erschiesst mich nicht». Dort stationierte Beamte setzten keine Gewalt ein, die Menschenmenge ging schliesslich. Später kamen einige Tausend Menschen zu einer Nachtwache am Tatort zusammen.

Der Unmut einiger Demonstranten entzündete sich auch am Umstand, dass die Leiche Browns noch Stunden nach seinem Tod auf der Strasse lag. Polizeichef Belmar hielt dagegen, seine Beamten hätten mit Sorgfalt vorgehen müssen. Daher habe es so lange gedauert.

FBI soll Fall untersuchen

Ein Vertreter des Stadtbezirks St. Louis kündigte an, sich um eine Untersuchung durch das FBI bemühen zu wollen. Das forderte auch der örtliche Ableger der Bürgerrechtsorganisation NAACP, «um die Integrität der Ermittlungen zu schützen». US-Justizminister Eric Holder wies die für Bürgerrechte zuständige Abteilung seiner Behörde an, die Lage in St. Louis zu beobachten, wie seine Sprecherin Dena Iverson in Washington mitteilte.

NAACP-Vertreter John Gaskin verglich den Fall mit dem des in Florida erschossenen 17-jährigen Trayvon Martin. Der dunkelhäutige Teenager war ebenfalls unbewaffnet, als er im Februar 2012 in einem bewachten Wohnviertel in Sanford vom Nachbarschaftswächter George Zimmerman erschossen wurde. Geschworene folgten in einem Prozess Zimmermans Darstellung, in Notwehr gehandelt zu haben – und sprachen ihn im vergangenen Jahr frei. Der Fall löste heftige Proteste und eine Debatte über Hautfarbe und die Grenzen von Notwehr aus.

(sda)