07. April 2005 17:01; Akt: 07.04.2005 17:02 Print

Auszüge aus Testament von Johannes Paul II.

Der Vatikan hat das Testament von Johannes Paul II. in italienischer und polnischer Sprache veröffentlicht. «Radio Vatikan» hat Auszüge daraus ins Deutsche übersetzt.

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6. März 1979: Ich danke allen. Alle bitte ich um Vergebung. Und ich bitte auch um Euer Gebet, damit die Barmherzigkeit Gottes sich als grösser erweist als meine Schwäche und Unwürdigkeit.

Ich hinterlasse keine Eigentümer, über die zu verfügen notwendig wäre. Was die Dinge des täglichen Bedarfs betrifft, bitte ich, sie so zu verteilen, wie es angemessen erscheint. Die persönlichen Aufzeichnungen sollen verbrannt werden.

24. Februar bis 1. März 1980: Jeder muss die Aussicht auf den Tod vor Augen haben. Und bereit sein, sich dem Herrn und Richter zu zeigen, der zugleich Erlöser und Vater ist. Er selbst wird entscheiden, wann und wie ich mein irdisches Leben und mein seelsorgerliches Amt beende.

5. März 1982: Das Attentat auf mein Leben am 13. Mai 1981 hat auf gewisse Weise die Exaktheit der Worte bestätigt, die ich während der Exerzitien 1980 (24. Februar bis 1. März 1980) schrieb.

12. bis 18. März 2000: Am Tag des 13. Mai 1981, dem Tag des Attentats auf den Papst während der Generalaudienz auf dem Petersplatz, hat mich die Göttliche Vorsehung auf wunderbare Art vor dem Tod bewahrt.

Jener, der einziger Herr über Leben und Tod ist, hat allein mir dieses Leben gerettet, ja auf gewisse Weise hat er es mir wiedergeschenkt - es gehört von jenem Moment an noch mehr Ihm. Ich hoffe, dass Er mir hilft zu erkennen, bis wann ich meinen Dienst fortsetzen soll, zu dem Er mich am 16. Oktober 1978 berief.

Im Lauf der mehr als 20 Jahre, die ich das Petrusamt ausübe, habe ich die wohlwollende und fruchtbare Zusammenarbeit mit so vielen Kardinälen erfahren, mit Erzbischöfen und Bischöfen, Priestern, Personen des geweihten Lebens und schliesslich so vielen Laien.

Wie nicht in dankbarem Erinnern alle Episkopate in der Welt umarmen! Wie nicht auch so vieler christlicher, nicht-katholischer Brüder gedenken! Und des Rabbi von Rom und so zahlreicher Vertreter der nicht-christlichen Religionen!

Je weiter sich das Ende meines irdischen Daseins nähert, kehre ich in Gedanken zurück an den Anfang, zu meinen Eltern, meinem Bruder ... zur Pfarrei von Wadowice, wo ich getauft wurde, zu jener Stadt meiner Liebe, zu den Altersgenossen und Klassenkollegen der Volksschule, des Gymnasiums, der Universität, bis zur Zeit der Besetzung, als ich Arbeiter war, zur Seelsorge für die Studenten, zu diesem Ambiente ... zu Krakau und zu Rom ... zu den Menschen, die mir auf besondere Weise vom Herrn anvertraut wurden.

Allen will ich nur dieses eine sagen: «Gott möge euch belohnen.» «In Deine Hände, o Herr, lege ich meinen Geist.»

(sda)