04. April 2019 05:50; Akt: 04.04.2019 17:18 Print

Autobahn im Kanton Uri wegen Schneefällen gesperrt

Der Frühling muss dem Winter noch einmal weichen: Heute schneit es bis ins Flachland.

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Der heftige Wintereinbruch mit ergiebigen Schneefällen hat am Donnerstag in der Schweiz für grosse Verkehrsprobleme gesorgt. Mehrere Pässe wurden gesperrt, auf der Autobahn A2 vor dem Gotthardtunnel in Uri wurde der Verkehr «bis auf Weiteres» gestoppt. Auch Zugsverbindungen waren betroffen. Gemäss Anfrage von 20min.ch empfiehlt die Urner Kantonspolizei, auf die San-Bernardino-Route auszuweichen.

In Göschenen UR soll es laut einem Tweet von MeteoSchweiz rund 70 Zentimeter Schnee haben.

Auch im Norden des Tessins ist die Autobahn gemäss TCS gesperrt.

Und es gab Richtung Gotthard Behinderungen, wie der Verkehrsinformationsdienst Viasuisse meldete. Für Lastwagen war die A2 zwischen dem Warteraum Giornico TI und dem Gotthardtunnel Richtung Norden und zwischen der Raststätte Ripshausen bei Erstfeld UR und dem Tunnel Richtung Süden gesperrt. Die Autobahn A13 war am Morgen zwischen Thusis-Süd und der Verzweigung Bellinzona-Nord zeitweise in beiden Richtungen für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auch Kantons- und Hauptstrassen blieben vom Wintereinbruch nicht verschont. Auf der Strasse von Interlaken nach Grindelwald konnten zwischen Burglauenen und Grindelwald nur Fahrzeuge mit Ketten oder Allradantrieb fahren.

Die Kantonsstrasse zwischen Grengiols und Viertel im Wallis war ebenso wie die Verbindungstrasse im Binntal zwischen Ernen und Feld wegen Lawinengefahr gesperrt.

Bäume stürzen auf Strassen

Ebenfalls wegen Lawinengefahr unterbrochen war die Strasse von Wassen nach Färnigen im Urnerland. Im Tessin stürzten Bäume auf Kantonsstrassen und behinderten den Verkehr. Der Nufenen- und der Gotthardpass waren zeitweise gesperrt. Auf der Hauptstrasse zum St. Bernhard-Tunnel durften zeitweise keine Anhängerzüge und Sattelschlepper fahren.

Auf den schneebedeckten Urner Strassen kam es auch zu zahlreichen Unfällen. In Erstfeld wurde eine Person mit Verletzungen ins Spital gebracht. In Andermatt, Schattdorf, Silenen und Gurtnellen blieb es bei Blechschäden.

Einige Fahrzeuge blieben zudem im tiefen Schnee oder wegen mangelnder Winterausrüstung im Schnee stecken und mussten abgeschleppt werden. Am frühen Donnerstagmorgen war auch die Axenstrasse kurzzeitig wegen des Schnees gesperrt.

Engadin von Norden her nicht erreichbar

Im Kanton Graubünden wurde die Julierpassstrasse im Norden gesperrt ab Bivio, im Süden ab Silvaplana. Das Engadin war damit auf der Strasse von Norden her nicht mehr erreichbar.

Auch der Malojapass wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt, wie auf der Strassenkarte des Kantons ersichtlich war, ebenso der Lukmanierpass. Weitere Pässe in Graubünden können nicht überquert werden, weil sie immer noch mit der Wintersperre belegt sind. Am Berninapass wurde für Fahrzeuge ein Schneeketten-Obligatorium angeordnet. Die gleiche Anordnung wurde für die Strasse von Chur auf die Lenzerheide getroffen. Nicht betroffen vom Obligatorium sind Fahrzeuge mit Vierrad-Antrieb.

Umweg über Zürich

Auf der Schiene wurde der Bahnbetrieb auf der Strecke über den Oberalppass zwischen Tschamut GR und Andermatt UR wegen des Schnees eingestellt. Auf dem Abschnitt fährt die Matterhorn Gotthard Bahn. Passagiere des Glacier Express zwischen Chur und Zermatt mussten einen Umweg über Zürich in Kauf nehmen.

Die Rhätische Bahn (RhB) meldete, es sei mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen. Bahnpassagiere wurden aufgefordert, wegen des Wetters mehr Reisezeit einzuplanen.

Shuttlezüge statt Schnellzüge

Die SBB konnten wegen des starken Schneefalls auf der Strecke Brig-Domodossola (I) nur eingeschränkt fahren, wie sie mitteilten. Statt der durchgehenden Schnellzüge verkehrten Shuttlezüge zwischen den beiden Orten.

Im Berner Oberland war der Bahnverkehr von Interlaken Ost nach Lauterbrunnen und Grindelwald wegen einer Fahrleitungsstörung bis Mittag unterbrochen. Die Reisenden mussten auf Ersatzbusse umsteigen.

Grosse Lawinengefahr

In den Bergen stieg die Lawinengefahr durch die grossen Neuschneemengen beträchtlich. Vor allem im Süden fiel viel Neuschnee. Am stärksten schneite es am Alpenhauptkamm vom Simplon bis ins Gotthardgebiet und im westlichen Tessin, wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF mitteilte. Dort fiel etwa ein Meter Schnee.

Grosse Lawinengefahr der Warnstufe vier auf der fünfstufigen Skala bestand damit am Alpenhauptkamm von Zermatt bis zum Berninapass und südlich davon, in den Gebieten Aletsch, Schreckhorn, Guttannen, Gadmertal, Meiental, Maderanertal und Bivio. Sonst war die Lawinengefahr verbreitet erheblich.

Das Institut warnte, dass Neuschnee und Triebschnee spontane Lawinen erwarten lassen, möglicherweise auch sehr grosse. Lawinen könnten in den typischen Lawinenzügen weit vorstossen und exponierte Verkehrswege treffen. Für Aktivitäten ausserhalb gesicherter Pisten seien die Verhältnisse gefährlich.

Video: «Wetterflash» von Meteonews

Bis ins Flachland: Laut SRF Meteo liegt die Schneefallgrenze aktuell bei 400 bis 900 Metern.

(chk/fal/sda)