Frankreich

01. Januar 2016 19:05; Akt: 02.01.2016 08:04 Print

Autofahrer rast in Soldaten vor Moschee

Ein Mann steuerte in Frankreich wohl absichtlich auf Wachleute zu. Soldaten schossen auf ihn und verletzten ihn schwer.

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Ein Mann ist im südfranzösischen Valence mit seinem Auto auf vier vor einer Moschee postierte Wachsoldaten zugerast. Die Soldaten schossen auf das Auto, der Fahrer wurde durch die Schüsse schwer verletzt. Auch einer der vier Soldaten sowie ein Passant erlitten Verletzungen, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Die Motive des Fahrers waren zunächst nicht bekannt.

Der Mann raste den Angaben zufolge auf die Soldaten zu, die auf einem Parkplatz vor der Moschee Wache standen. Sie riefen dem Mann eine Warnung zu und eröffneten nach eigener Aussage das Feuer, als er ein zweites Mal auf sie zufuhr. Dabei wurde er an einem Arm und an einem Bein getroffen und ins Spital gebracht, wo er operiert wurde.

Passant verletzt

Die Verletzungen des Mannes seien «schwer, aber nicht lebensbedrohlich», hiess es in einer gemeinsamen Erklärung der Minister für Verteidigung und Inneres, Jean-Yves Le Drian und Bernard Cazeneuve.

Ein Muslim, der durch eine verirrte Kugel am Bein verletzt wurde, wurde ebenfalls operiert, wie Bürgermeister Nicolas Daragon sagte. Ein Soldat wurde durch das Auto am Bein verletzt. Auch er wurde ins Spital gebracht.

Wohl ein Einzeltäter

Der Fahrer des Wagens soll ein Einzeltäter gewesen sein. Laut ersten Erkenntnissen der Ermittler, die aus deren Umfeld verlauteten, handelt es sich um einen 29-jährigen Mann aus der Gegend von Lyon.

Er sei bislang nicht der Polizei bekannt gewesen. Einer der Imame der Moschee, Abdallah Dliouah, sagte, der Mann habe «maghrebinische Wurzeln». Die Leitung der Moschee habe ihn nicht gekannt.

Lob für Soldaten

Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag zwischen zwei Gebets-Versammlungen. Laut Dliouah waren zahlreiche Gläubige zu dem Zeitpunkt draussen. Insgesamt waren am Freitag rund 3000 Muslime in dem Gotteshaus. Die Moschee habe nie Drohungen erhalten, sagte Dliouah. Aus der Präfektur Drôme hiess es, die Moschee sei normalerweise «sehr ruhig». Auch Bürgermeister Daragon sprach von einer «moderaten und ruhigen» Moschee.

Daragon lobte den Einsatz der Soldaten. Auch Premierminister Manuel Valls und die Minister Le Drian und Cazeneuve würdigten die Soldaten und sprachen ihnen ihre Unterstützung aus. Die Militärangehörigen sind Teil des Anti-Terror-Einsatzes «Operation Sentinelle», mit dem unter anderem Bahnhöfe, Touristenattraktionen und andere exponierte Einrichtungen besonders geschützt werden.

(dia/sda)