WWF-Bericht

15. Dezember 2008 09:20; Akt: 15.12.2008 10:01 Print

Bald kaum noch Fische

Mehr als drei Viertel der weltweiten Fischbestände sind nach Angaben der Umweltorganisation WWF bis an ihre Grenzen ausgebeutet und überfischt. Besonders gefährdet sei der Rotbarsch, auf den Konsumenten besser verzichten sollten.

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Beim Fang dieser Fische würden ausserdem Jahrtausende alte Kaltwasserkorallen zerstört, teilte die Organisation am Montag in Hamburg zur Veröffentlichung ihres Berichts «Fisch in Teufels Küche» mit.

Der WWF fordert daher, die Tiefsee-Fischerei komplett einzustellen und ruft dazu auf, Fisch mit dem blauen Öko-Siegel des «Marine Stewardship Council» (MSC) zu kaufen.

Der Fang in der Nordsee verursacht ebenfalls Schäden. «Wer Scholle, Seezunge oder Krabben isst, muss sich klar sein, dass in den Netzen ein Vielfaches an anderen Meerestieren verendet», erklärte Heike Vesper vom WWF.

Die Konsumenten sollten die Finger ebenfalls von tropischen Shrimps lassen, empfahlen die Umweltschützer. Für die Zuchtanlagen würden an der südamerikanischen Pazifikküste Mangrovenwälder abgeholzt. Beim Fang von Jungtieren für die Zuchtstationen gingen ausserdem pro Krabbe ungefähr 100 weitere Fische ins Netz.

Auch die Paella aus dem Tiefkühlfach oder der Dose hat es laut Vesper in sich. Die Herkunftsländer der darin enthaltenen Thunfische, Tintenfische, Sardinen und Makrelen seien oft nicht erkennbar.

Häufig handle es sich um Fische aus westafrikanischen Gewässern, wo Fangflotten der Industriestaaten die Meere ausbeuteten. Als Nahrung für die einheimische Bevölkerung bleibe nicht viel übrig.

Fehlende Kontrollen, zu hohe Fangquoten, zerstörerische Fanggeräte und fehlende Schutzgebiete sind den Umweltschützern zufolge die Ursache für die dramatische Situation der Fischbestände.

Ende dieser Woche entscheiden die EU-Fischereiminister in Brüssel über die Fangquote in der Nordsee und im Nordostatlantik. Der WWF hofft, dass zukünftig verboten wird, verkaufbare Fische über Bord zu werfen, nur weil sie weniger Profit bringen als andere.

(sda)