Spanischer Beamter

13. Juli 2018 19:05; Akt: 13.07.2018 19:28 Print

Er kassierte 10 Jahre lang Lohn, war aber nie da

Während zehn Jahren bezog ein spanischer Staatsangestellter sein Gehalt, ohne bei der Arbeit zu erscheinen. Stattdessen betrieb er ein Männerbordell.

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50'000 Euro pro Jahr fürs Nichtstun erhielt ein spanischer Beamter in Valencia. Zehn Jahre lang erschien Carlos R. pünktlich zur Arbeit in der Regionalregierung von Valencia. Um 7.30 Uhr meldete sich an der Stechuhr an und ging wieder. Um 15.30 Uhr kam er zurück, meldete sich ab und ging nach Hause.

Lange Zeit war keinem aufgefallen, dass der Direktor des Archivs gar nicht arbeitete. Laut «El Mundo» betrieb er in der Zwischenzeit ein Männerbordell in seinem Haus und zeichnete Comic-Bücher.

Keine Strafe für Nichtstun

Nun stand Carlos R. vor Gericht. Dort präsentierte er mehrere Ausreden, etwa dass er für Dokumentationszwecke im Aussendienst war oder dass ihm seine Vorgesetzten trotz Aufforderung keinen Schreibtisch gegeben hatten, nachdem sein Büro verschoben worden war.

Das Gericht stellte aber fest, dass er kein Verbrechen begangen habe und darum straffrei bleibt. Er hat aber ein neunjähriges Arbeitsverbot im öffentlichen Dienst erhalten. Die Regionalregierung wurde dafür kritisiert, dass man Arbeitsplätze wie jenen von Carlos R. nicht überprüft.

(sil)