Diplomreise nach Rom

11. November 2010 12:31; Akt: 11.11.2010 13:07 Print

Bedingte Haftstrafe für Genfer Prügler

Die drei Schüler, die in Rom einen Kellner ausgeraubt und verprügelt haben, erhalten eine bedingte Freiheitsstrafe von 20 Monaten. Sie reisen am Freitag zurück nach Genf.

storybild

In diese Schule - das CEC André-Chavanne im Genfer Vorort Grand-Saconnex - gingen die drei Täter. (Bild: 20minutes.ch)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Schüler der Genfer Handelsschule André Cavannes, die in Rom einen Kellner zusammengeschlagen und ausgeraubt haben, sind im Schnellverfahren verurteilt worden. Die beiden volljährigen Männer im Alter von 19 und 20 Jahren erhielten heute Morgen eine Strafe von 20 Monaten bedingt, meldet die «Tribune de Genève». Dies war möglich, weil sich Staatsanwalt und Verteidigung im Vorfeld auf diese Strafe geeinigt hatten. Der zuständige Richter hat die Strafhöhe heute Morgen bestätigt. Der ebenfalls an der Tat beteiligte 17-jährige Mitschüler kommt vor ein anderes Gericht.

Alle drei dürfen zusammen mit ihren Mitschülern am Freitag Rom verlassen und werden am Samstag in Genf ankommen. Ob die Handelsschule in Genf ebenso gnädig mit ihnen umspringen wird wie das Gericht in Rom, ist aber ungewiss. Aufgrund der Schwere des Vergehens droht den Prüglern ein Rauswurf aus der Schule. Das Schuldepartement wird dazu die Disziplinarkommission einschalten.

Schüler verprügelten Kellner brutal

Die drei Schüler hatten in der Nacht auf Montag den Kellner Cesare R. um eine Zigarette gebeten. Als dieser ihnen seine Tabakmischung anbot, sollen sie den Mann zu Boden gestossen, ihn getreten und ihm das Portemonnaie und ein Feuerzeug entwendet haben. Beim Sturz aufs Trottoir verletzte sich das Opfer am Kopf.

Ob die drei Schüler Schweizer oder Ausländer sind, ist weiterhin unklar. Das Departement teilte lediglich mit, Schweizer Staatsangehörige könnten auf die Unterstützung des EDA zählen; Ausländer müssten sich an ihre Heimatländer wenden, wenn sie konsularischen Schutz wollten.

(ann)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hugo am 11.11.2010 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande....

    dieses Urteil. Wusste gar nicht, dass es auch solche Kuschelrichter in Italien gibt.

  • Nino T. am 11.11.2010 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Kreativität der CH-Justiz

    Schnellgerichte im Jugenstrafrecht wäre auch sinnvoll bei uns. Unsere Strafen sind im Vergleich zum Ausland eh absolut lächerlich. Denke dass es abschreckendere Wirkung hat als frisch fröhlich weitere Delikte zu behegehenn, bis dann endlich Monate oder Jahre später, die Verhandlung erfolgt. Zusätzlich bin ich für eine massive Verschärfung des Strafgesetzes inkl. der Wirtschaftsdelikte. Der Staat sollte sich endlich dem Zeitgeist und der Gesellschaft anpassen und nicht ständig im Leerlauf politisieren.

  • lolo am 11.11.2010 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    was?

    nur bedingt für dieses brutale Vorgehen? Ich versteh so etwas nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • von mir am 11.11.2010 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    schnelle Verurteilung

    Schnelle Verurteilung finde ich auch gut. Dazu braucht es aber keine Kuschelstrafen. Die Täter sind alt genug um zu wissen was sie tun.Dafür sollen sie auch ordentlich büssen.

  • Suri am 11.11.2010 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    HUUUii

    Huui 20 Monate auf Bewährung die haben aber jetzt ihre Lektion gelernt.....In der Schweiz hätte es wohl 2 Monate auf Bewährung gegeben. Ich kann diese Weichspülerurteile nicht mehr ertragen!

  • WEZAMA am 11.11.2010 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Täterschutz vor Opferschutz

    Wie schon gesagt: Um unbedingt zu bekommen und die Gesetze angepasst werden braucht es erst mehrere Opfer!! Dachte nicht das in Italien wie in der Schweiz Täterschutz vor Opferschutz steht.

  • Peschä am 11.11.2010 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gut ist die sehr schnelle Verurteilung!

    Wenn auch bei uns jugendliche Straftäter bereits kurz nach der Tat verurteilt würden, hätten die Strafen wohl deutlich mehr Wirkung. Es ist bekannt, dass die Höhe der Strafen einen relativ kleinen Einfluss auf die Kriminalität hat. Es nützt jedoch viel, wenn die Verurteilung und Bestrafung möglichst schnell nach der Tat erfolgen. Wenn ein Kind absichtlich beim Essen den vollen Teller auf den Boden schmeisst, bringt es nichts, wenn es in einem halben Jahr eine Woche kein Dessert gibt. Es nützt viel mehr, wenn gleich bei diesem Essen das Dessert ausfällt.

  • Toni am 11.11.2010 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Zu milde (gar keine) Strafe

    Solch milde Urteile sind wie eine Einladung. De facto wurden die Schuldigen gar nicht bestraft. Verstehe ich absolut nicht. Es gibt keinen Grund irgend jemanden anzugreifen und körperlich zu verletzen.