Morde an Tieren geübt

24. März 2015 09:23; Akt: 24.03.2015 10:13 Print

Bedrohte Robert Durst Richterin mit Katzenkopf?

Robert Durst soll einen Katzenkopf vor die Haustür einer Richterin gelegt haben. Ihre Theorie: Er tötete und zerteilte Tiere, bevor er Menschen ermordete.

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Robert Durst musste am Montag in New Orleans vor Gericht zu einem Kautionshearing antraben. Bild: 17. März 2015. Der Richter verweigerte dem Millionenerben einer Immobiliendynastie die Freilassung auf Kaution. Derweil beschuldigt ihn die Ex-Richterin Susan Criss, er habe ihr den Kopf einet toten Katze vor die Haustür gelegt, um sie zu bedrohen. Criss leitete 2003 den Mordprozess gegen Durst. Er wurde damals freigesprochen, obwohl er gestand, seinen Nachbarn in Galveston, Texas, getötet und zerstückelt zu haben. Criss glaubt, Durst habe die Technik des Zerstückelns an sieben Hunden geübt, die nacheinander verschwanden. Sie waren Alaska Malamutes und hiessen alle Igor. Nach über 30 Jahren als Verdächtiger muss sich Douglas Durst jetzt wegen Mordes verantworten - und zwar in einem von drei Fällen. Bild: August 2014 in Houston. Am Samstag, 14. März 2015, wurde Durst in New Orleans festgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Los Angeles verdächtigt den Spross einer reichen Immobiliendynastie aus New York, im Jahr 2000 seine Pressesprecherin erschossen zu haben. In orangem Overall und mit Handschellen wurde er am Montag vor Gericht geführt. Durst verzichtete darauf, seine Auslieferung nach Kalifornien anzufechten. Dick DeGuerin, einer von Dursts vier Anwälten, gab sich vor dem Gerichtsgebäude sicher, dass der Mordvorwurf abgewehrt werden könne. Wenn es zur Anklageerhebung kommt, dann wegen des HBO-Filmemachers Andrew Jaretzki. In dessen sechsteiligem Dokudrama «The Jinx» (Der Verhexer) führt Jaretzki neue Beweise gegen Durst vor, darunter ein auf einer Toilette aufgenommenes Geständnis. Der geschäftlich unzuverlässige Durst entfremdete sich früh von seinem Vater Seymour (Bild), weshalb die Führung des Immobilienimperiums an Roberts Bruder Douglas übergeben wurde. Unter Verdacht geriet Durst schon 1982, als seine Frau Kathleen spurlos verschwand. Bild: die Hochzeit 1973. Durst dürfte auch des Mordes an Susan Berman angeklagt werden. Die Pressefrau war seine Vertraute, und Durst könnte 2001 befürchtet haben, dass die Polizei sie als Zeugin befragen würde. Vor Gericht kam Durst 2003, nachdem er zugegeben hatte, einen Nachbarn in Galveston, Texas, erschossen und zerstückelt zu haben. Bild: Titelblatt der «New York Post» im September 2003. Vor Gericht führte Durst vor, wie sich der Schuss auf den Nachbarn während eines Gerangels gelöst haben soll. Er will aus Notwehr gehandelt haben. Die Geschworenen glaubten ihm und sprachen ihn frei. Bild: Nach dem Freispruch am 11. November 2003 umarmt Durst seinen Anwalt DeGuerin. Daneben steht Anwalt Mike Ramsey. Das stärkste Beweismittel aus dem Dok-Film: Der Ortsname «Beverley Hills» ist auf dem Brief des Mörders (oben) genau gleich falsch mit einem «e» vor dem «y» geschrieben wie auf einem Brief Dursts an die später ermordete Susan Berman (unten). Auch die Handschrift ist dieselbe.

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Für Susan Criss kam die erneute Verhaftung von Robert Durst am 14. März keinen Tag zu früh. Die ehemalige Richterin in Texas ist davon überzeugt, dass der millionenschwere Erbe der Durst-Immobiliendynastie ein Serienmörder ist, der es auch auf sie abgesehen hat. Dafür spreche ein abgeschnittener, gut erhaltener Katzenkopf vor ihrer Haustür.

Criss leitete als Richterin einen Mordprozess gegen Durst in Texas. Der heute 71-Jährige hatte zugegeben, 2003 in Galveston seinen Nachbarn Morris Black getötet und in Stücke geschnitten zu haben. Er versenkte die Leichenteile in der Bucht vor der Stadt, doch sie wurden später angeschwemmt. Im Prozess übernahmen die Geschworenen Dursts Rechtfertigung, er habe Black im Zuge eines Zweikampfs aus Notwehr getötet. Sie sprachen ihn des Mordes frei.

«Durst übte, wie man Menschen zerstückelt»

Für Ex-Richterin Criss ein Fehlurteil. «Ich glaube, Robert Durst ist ein Serienkiller», sagte sie in der Fernsehsendung «Inside Edition». Ihr Indiz ist der Katzenkopf, den sie nach dem Freispruch vor dem Eingang ihres Hauses fand. Dahinter steckte laut Criss der Mörder von Morris Black: «Ich bin überzeugt, dass es Robert Durst war.»

Für die Theorie der Frau spricht Dursts Geschichte als Serienkiller von Hunden. «Er hatte sieben Hunde, und er nannte jeden von ihnen Igor», sagte Criss im Interview. «Und sie starben alle an einem sehr bizarren und unnatürlichen Tod.» Die Ex-Richterin stellt einen Zusammenhang her zwischen den toten Hunden und Dursts Ehefrau Kathie, die ein paar Monate später 1982 spurlos verschwand. Sie glaubt, Durst habe seine Frau getötet und danach die Leiche zerstückelt. Mit den Hunden, sagt sie, «eignete er sich die Fertigkeit an, Menschen zu zerschneiden».

Bruder Douglas fühlt sich bedroht

Von den Hunden erzählt auch Robert Dursts Bruder Douglas. Zur «New York Times» sagte der Chef des Häuser-Imperiums Anfang Jahr, es habe sich um Alaskan Malamutes gehandelt, eine an Huskies erinnernde arktische Hunderasse. «Er hatte sieben von ihnen und sie starben alle innerhalb von sechs Monaten auf mysteriöse Weise an verschiedenen Ursachen.» Rückwirkend glaube er, der Bruder habe an diesen Hunden das Töten und Verschwindenlassen seiner Frau geübt, sagt Douglas Durst.

Der Immobilienmagnat fürchtet sich selbst vor seinem Bruder. Er erwähnt eine Tonbandaufzeichnung von 2001 aus einem Gefängnis in Pennsylvania. Darin erzählt Robert Durst am Besuchstag seiner Frau, wie er zum Haus des Bruders geschlichen sei und ins Fenster gespäht habe. Laut Douglas Durst verwendete er dann den Namen Igor als Verb für töten und sagte: «I want to Igor Douglas» – ich will Douglas töten.

Verhaftung nach «Geständnis»

Diesmal wurde Robert Durst des Mordes an seiner früheren Pressefrau Susan Berman angeklagt, nachdem die Autoren einer Dok-Serie über ihn auf verräterische Schriftspuren gestossen waren. Zudem zeichneten sie über ein eingeschaltetes Brustmikrofon auf, wie Durst nach einem Filminterview in der Toilette zu sich selbst murmelte: «Was habe ich getan? Sie alle getötet, natürlich.»

Durst erschien am Montag vor Gericht in New Orleans zu einer Kautionsanhörung. Richter Harry Cantrell entschied, Durst stelle eine Gefahr für die Öffentlichkeit dar und es bestehe ein Fluchtrisiko. Das Begehren nach einer Freilassung und Überstellung nach Kalifornien wurde abgewiesen.

Der Beitrag von «Inside Edtion» (auf Englisch):


(Quelle: Inside Edition)

(sut)