14. April 2005 16:40; Akt: 14.04.2005 16:47 Print

Bei Neandertalern kam nur Fleisch auf den Tisch

Die Neandertaler haben fast ausschliesslich Fleisch verzehrt. Dabei bevorzugten sie nach neusten Forschungsergebnissen Mammut, Riesenhirsch oder Wollnashorn.

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Entsprechende erste Untersuchungen an den Knochen von bisher sieben Neandertalern hätten gezeigt, dass die vor knapp 30 000 Jahren ausgestorbenen Urmenschen sich so einseitig wie Wölfe ernährt hätten. Dies erklärten Urgeschichtsforscher am Donnerstag in Bonn.

Unter allen lebenden Menschengruppen seien die Knochen-Befunde polarer Eskimos den Werten der «wölfischen» Neandertaler am nächsten, sagte der kanadische Archäologe Michael P. Richards. Überraschend sei, wie sehr die Neandertaler auf Grosswild als Nahrungsquelle fixiert gewesen seien.

Die Fleischrate bei den rund 200 000 Jahre lang Europa besiedelnden Neandertaler läge bei über 90 Prozent. Als «erfolgreiche Jäger» müssen sie über Sprache und Organisationstalent für Treibjagden auf das bevorzugte gefährliche Wild verfügt haben, sind sich die Experten einig.

Ob das Aussterben dieser grossen Tiere auch zum Aussterben der Neandertaler geführt habe, sei derzeit «eine der meist diskutierten Fragen der Fachwelt», sagte Ralf W. Schmitz vom Neandertaler- Forschungsprojekt.

Fest steht, dass der jüngere Homo sapiens, der im Gegensatz zum Neandertaler direkter Vorfahr der heutigen Menschen ist, ein vielfältigeres Fleischangebot nutzte. Er verzehrte auch Kleintiere, Geflügel «oder Schnecken, die sind nicht so schnell», ist sich Urmenschen-Forscher Schmitz sicher.

(sda)