Mexiko

19. Januar 2019 06:43; Akt: 20.01.2019 07:14 Print

Benzinleitung explodiert – 73 Menschen sterben

Im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo ist eine Benzinleitung in Brand geraten und hat mehr als 70 Menschen in den Tod gerissen.

Bei der Explosion sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. (Video: AFP)
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Bei einer Explosion an einer Benzinleitung in Mexiko sind mindestens 73 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 70 weitere wurden bei dem Unfall verletzt, teilte der Gouverneur des Bundesstaats Hidalgo, Omar Fayad, am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter mit. Zunächst war von 20 Opfern die Rede gewesen.

24 Menschen seien in Kliniken in Hidalgo, weitere 50 in anderen Bundesstaaten und der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Es gehe derzeit darum, den Gesundheitszustand der Verletzten zu stabilisieren, so Fayad. In der Nähe der Pipeline hätten sich demnach zum Zeitpunkt der Explosion mehrere Hundert Menschen befunden, berichteten lokale Medien. An der Leitung in der Stadt Tlahuelilpan hatte sich zuvor ein Leck gebildet, Anwohner der Gegend näherten sich, um das Benzin in Eimern oder Kanistern mitzunehmen.

Schwierige Identifizierung

54 der Toten seien so schwer verbrannt, dass die Identität der Leichen mittels DNA-Test festgestellt werden müsse, sagte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Hidalgo, Raúl Arroyo, in einer Pressekonferenz mit Mexikos Präsidenten Andrés Manuel López Obrador. Die Identifizierung könnte länger dauern, so Arroyo, da viel Gewebe der Leichen verbrannt sei. Suchhunde konnten am Unfallort mehrere unversehrte Leichen finden, neun der Toten seien schnell identifiziert worden, so der Generalstaatsanwalt von Hidalgo.

Nach ersten Untersuchungen sei es möglich, dass die Explosion durch die Reibung der Kleidung der Menschen entstanden war, die sich um das Leck gesammelt hatten, erklärte Mexikos Generalstaatsanwalt Alejandro Gertz Manero. Aus der Leitung sei neben Benzin auch Gas ausgetreten. Durch die Reibung von synthetischen Materialien könne es zu elektrischen Reaktionen kommen, so Gertz Manero - und statisch aufgeladene Kleidung könnte zum Entzünden des Gases geführt haben. «Es gab viel Bewegung in einer Zone voll mit Gas», so Gertz Manero. Festnahmen oder Anklagen gebe es im Zusammenhang mit dem Vorfall bisher nicht.

Panik am Unfallort

Wie es genau zu der Explosion kam, war zunächst nicht klar. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie nach der Explosion Panik am Unfallort herrschte. Menschen liefen schreiend von der Treibstoffleitung weg. An der Pipeline schlugen Flammen in die Höhe. Das Feuer breitete sich an der Unfallstelle aus. Einsatzkräfte sperrten die Zone ab. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador rief die Regierung auf, die Menschen in der betroffenen Region zu unterstützen.

Spezialeinsatzkräfte befanden sich am Unfallort, wie der staatliche Mineralölkonzern Pemex auf Twitter erklärte. Zudem seien elf Ambulanzen im Einsatz. Die Verletzten mit schweren Verbrennungen würden in Spitäler in der Hauptstadt Mexiko-Stadt gebracht, so Pemex.

Leck am Freitag entdeckt

Am Freitagnachmittag war nach Angaben des Fernsehsenders «Milenio TV» ein Leck an der Leitung gemeldet worden - es stammte offenbar von einem illegalen Anzapf-Versuch. Benzin-Diebstahl ist ein grosses Problem in Mexiko. Nach Pemex-Angaben wurde im vergangenen Jahr alle 30 Minuten versucht, illegal eine der Pipelines anzuzapfen. Hidalgos Gouverneur rief nach dem Unfall die Bevölkerung auf, sich nicht am Benzin-Klau zu beteiligen. Es sei lebensgefährlich, warnte Fayad auf Twitter. «Das ist heute in Tlahuelilpan passiert und es darf sich nicht wiederholen.»

Die Regierung geht seit Ende Dezember gegen den Kraftstoff-Diebstahl vor und liess bereits einige Leitungen schliessen. Der Sprit wird nun in bewachten Tanklastern transportiert. An den Tankstellen des lateinamerikanischen Landes führte das in den vergangenen Wochen zu langen Warteschlangen.

(sda)