29. Januar 2007 10:53; Akt: 29.01.2007 13:14 Print

Berliner Holocaust-Mahnmal wird zum Pissoir

Das Holocaust Mahnmal in Berlin wird seit seiner Eröffnung im Mai 2005 von Passanten und Besuchern immer wieder als öffentliche Toilette missbraucht.

Fehler gesehen?

Die Stiftung «Denkmal für die ermordeten Juden Europas» hat diese Entwürdigung des Mahnmals der Öffentlichkeit jedoch bislang bewusst verschwiegen, berichtet die «Berliner Zeitung»: Dass zwischen den Stelen des 19 000 Quadratmeter grossen Areals in Berlin Mitte «massiv uriniert» wurde, ist erst jetzt als Randnotiz eines Berichts von Kulturstaatsminister Bernd Neumann an den Bundestags-Haushaltsausschuss bekannt geworden.

Uwe Neumärker, Geschäftsführer der Stiftung, sagte der «Berliner Zeitung», das Problem sei seinerzeit nicht öffentlich gemacht worden, um zu verhindern, dass andere Besucher dem schlechten Beispiel folgen. Nach der Eröffnung der provisorischen Verkaufspavillons und der Toiletten habe sich das Problem «im und am Stelenfeld deutlich entschärft».

Während der Fussball-Weltmeisterschaft sei jedoch noch einmal vermehrt zwischen den 2711 Stelen uriniert worden, berichtete Neumärker. Er forderte, die provisorischen Holzpavillons neben dem Mahnmalsgelände nach 2008 durch feste Servicebauten mit Toiletten zu ersetzen. 2008 läuft die Genehmigung für die derzeitigen Holzbauten aus.

Der Deutsche Bundestag hatte im Jahr 1999 beschlossen, ein «Denkmal für die ermordeten Juden Europas» in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tors zu bauen. Am 10. Mai 2005 wurde das Denkmal eingeweiht, das nach dem Entwurf des New Yorker Architekten Peter Eisenman entstanden ist.