Klassenreise nach Berlin

07. Februar 2011 18:39; Akt: 07.02.2011 19:24 Print

Berner Schüler vom Unterricht dispensiert

Nach dem Überfall auf ein Pärchen in Berlin haben die vier Berner Gymnasiasten nun auch in der Schweiz Ärger. Sie dürfen nicht zurück in die Schule.

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Am Freitagmorgen um 3.50 Uhr überfielen sie auf der Klassenreise in Berlin ein Pärchen. Am Montag nun hat die Schule die ersten Konsequenzen gezogen. Die vier 18-Jährigen sind per sofort vom Gymnasium Köniz-Lerbermatt dispensiert worden. Am nächsten Montag, wenn der Schulbetrieb nach den Sportferien wieder aufgenommen wird, dürfen sie deshalb nicht am Unterricht teilnehmen, wie Rektor Hanspeter Rohr gegenüber «TeleBärn» bestätigte.

Diese Massnahme wurde getroffen, nachdem heute Nachmittag die vier Schüler zum Vorfall in Berlin befragt wurden. Die Schulleitung kam zum Schluss, die jungen Männer hätten die sogenannten «Verhaltensregeln bei externen Veranstaltungen» verletzt, wie Rektor Hanspeter Rohr auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA ergänzte.

In diesem Papier steht etwa, dass sich die Schüler bei den sie begleitenden Lehrpersonen abmelden müssen, wenn sie sich auf einem Ausflug wie der Reise nach Berlin eigenständig ausserhalb der Gesamtgruppe bewegen wollen. Die Lehrpersonen hätten dieses Papier den Schülern verteilt. Ihnen sei nichts vorzuwerfen, sagte Rohr.

Ob der temporäre Verweis für die vier Schüler das Ende der Schulkarriere im Gymnasium Köniz-Lerbermatt bedeutet, ist offen. Der Fall soll neu beurteilt werden, sobald neue Fakten über den Tathergang vorliegen. Die Schulkommission will am nächsten Montag das weitere Vorgehen besprechen.

Es drohen mindestens drei Jahre Haft

Grosser Ärger droht den Schülern auch in Deutschland. Wegen schweren gemeinschaftlichen Raubes wurde ein Strafermittlungsverfahren gegen die Jugendlichen eingeleitet. Für dieses Vergehen droht in Deutschland eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren.

Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte am Montag, die Resultate der den Schülern abgenommenen Blutproben lägen vor, würden aber aufgrund des laufenden Verfahrens nicht veröffentlicht. Nach wie vor ermittle die Polizei. Danach komme der Fall zur Staatsanwaltschaft. Sie müsse entscheiden, ob Anklage erhoben werde oder nicht.

(meg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PhilB am 07.02.2011 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Selberschuld...

    ich hoffe, die kommen in die Kiste! Solches Verhalten inakzeptabel und muss dementsprechend gebüsst werden.

  • berni am 07.02.2011 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    reaktionen dringend notwendig

    endlich eine reaktion! nur so gehts....

  • JM am 07.02.2011 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so!

    Richtig so! Solche Strafen sollte man in der Schweiz auch endlich einmal einführen. Wow sie können nicht mehr zur Schule, dass ist natürlich sehr tragisch für solche Personen. Sicher haben diese Jugendliche dies wieder einmal nur aus langeweile gemacht. Wo ist die Erziehung der Eltern heute geblieben? Auch andere Bezugspersonen können sich einfach meistens zu wenig durchsetzen oder ihnen ist es sch... egal, was ihre Kinder machen. Vielleicht sollte man einmal anfangen die Eltern zu schulen, wie man mit diesen Kindern umzugehen hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom am 15.02.2011 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nationalität

    Mich würde die Nationalität interessieren.

    • Aiiana am 22.02.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      Typische Frage

      Das ist ja eine voraussehbare Frage. Wenn es heisst, es sind 4 Schweizer gewesen, würde das Volk nur die Stirn runzeln. Heisst es aber, dass es vielleicht 4 Ausländer gewesen wären am besten noch einen Türken an der Seite würde man mit der Ausschaffung kommen!

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  • Domino am 08.02.2011 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Das Defizit ist ein Familien-Problem

    Die Verantwortung wird zuwenig wahrge- nommen - Gymnasiasten sind eben auch nicht gescheitere Menschen als andere.

  • Jugendliche am 08.02.2011 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Jugend ist das Abbild der Gesellschaft!

    Ihr beschuldigt uns Jugendliche als schlechte Menschen, als seien wir weniger Wert als Ihr! Nur weil 4 von uns Mist gebaut haben? Kennt ihr sie? Nein! Wart ihr dabei? Nein. Medien zeigen immer ein überspitzes Bild. Färben Fakten, so dass sie dramatischer wirken. Ich will keine Schläger in den Schutz nehmen, doch möchte ich an eure Vernunft appellieren und euch bitten solche Mitteilungen mit Intelligenz zu betrachten. Selbst abwägen zu können wie viel Wahrheit in den Medien steht.

    • Susanne Reich am 08.02.2011 21:52 Report Diesen Beitrag melden

      man wählt sein Verhalten selbst

      Tatsache ist, dass dieser Überfall stattfand und dass diese Jugendlichen die Täter waren. Dass dies Folgen hat, ist nicht mehr als normal. Leider nehmen solche Vorfälle immer mehr zu und schnell wird eine ganze Generation verurteilt. Jede Generation resp. jede Person hat es selbst im Griff, wie sie sich den Mitmenschen gegenüber zeigen will, z.B. mit positivem Verhalten und damit das Bild, welches inzwischen herrscht, korrigiert. Nur ist dies tatsächlich nicht so interessant für die Medien.

    • El Mudjahid am 09.02.2011 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      Schade

      @ugendliche @Susanne Traurig aber wahr - ein Liter Oel macht eine Milion Liter Wasser Kaputt, vier Primitive zerstören das Bild einer Generation. Ich arbeite viel mit Jugendlichen zusammen und bin immer wider von ihren Ideen begeistert. Allerdings ist in der Schweiz die Jugend verwönt wie kaum anderswo. Denkt an Aegypten oder Tunesien, dort setzten sie ihre Kraft für das Gute ein und nicht für etwas so Sinnloses.

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  • Verantwortungsvolle Mutter am 08.02.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Sohn, der Aussenseiter

    Als ich kürzlich meinem 14-jährigen Sohn nicht erlaubte, länger als bis 10'30 in den Ausgang zu gehen, musste er alleine nach Hause. Alle anderen bleiben so lange sie wollen. Ihre Eltern? Interessierts nich, sie gehen schlafen.

    • Susanne Baselland am 08.02.2011 20:42 Report Diesen Beitrag melden

      Eltern u.Lehrer nicht die Gesellschaft!

      Leider stimmt das! Sogar an der Abschlussfeier der Schulklasse (15 1/2 bis 16 1/2Jährige) wurde mit dem Geld der Klassenkasse und dem Wissen des Klassenlehrers NUR Alkohol im CC eingekauft, mit der Mutter eines Schülers. Niemand störte sich ansonsten daran. Es lohnt sich trotzdem klare Regeln mit dem Sohn zu vereinbaren. Später gibts aus gewissen coolen Typen, Alkoholiker, Drögeler oder jobmässige Schwachköpfe. Auch gibt es im ganzen Leben immer "ANDERE" die DIES oder DAS machen oder haben und dürfen. Dieses Argument zählte bei uns eh nicht. Unsere Kinder hatten dafür andere Möglichkeiten...

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  • Mittenza am 08.02.2011 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Schuldfrage ist noch lange nicht geklärt

    Es ärgert mich masslos, dass jetzt alle nach Strafen für die Jugendlichen schreien. Wo bleiben die Strafen für die Imbissbuden, die Vodka an 13-jährige (mit Wissen von Polizei und Gemeinde) verkaufen? Wo bleiben die Strafen für Schulleiter, die jugendliche Gewalttäter und ihre Eltern kuscheln? Keine Erziehung, keine Grenzen. Jetzt benehmen sich die Jugendlichen grenzenlos und sollen selber schuld sein?

    • Susanne Reich am 08.02.2011 21:58 Report Diesen Beitrag melden

      eigene Verantwortung

      Die Jugendlichen sind - wie alle Menschen - für sich selbst verantwortlich. Dass Schüler manchmal über die Stränge schlagen ist üblich, doch in diesem Mass wie diese 3 jungen Leute ist es eine Straftat. Auch wenn die Erziehung nie optimal sein kann, liegt es - je älter der junge Mensch wird - in seiner Verantwortung wie er sich benimmt, auch bezüglich Alkohol. Damit, welch milde Strafen für Gewalttäter ausgesprochen wurden, war der grösste Teil der Schweiz nicht einverstanden, doch inzwischen werden die Strafen härter, gemäss Presse.

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