Drogenkrieg in Mexiko

22. Juni 2011 06:33; Akt: 22.06.2011 11:03 Print

Berüchtigter Drogenboss hinter Gittern

Schwerer Schlag für das mexikanische Drogenkartell «La Familia»: Die Polizei konnte den mutmasslichen Kopf der Bande verhaften. Ihm werden Entführungen und Morde zur Last gelegt.

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Mexikanische Behörden haben den Anführer des pseudo-christlichen Drogenkartells «La Familia» festgenommen. José de Jesús Méndez Vargas, alias «El Chango», zu Deutsch «der Affe», sei im zentralmexikanischen Staat Aguascalientes festgenommen worden, sagte ein Behördensprecher am Dienstag. Bei der Aktion sei kein einziger Schuss gefallen. Aus Polizeikreisen hiess es, Mendez sei an einem Kontrollpunkt der Bundespolizei aufgegriffen worden. Nähere Details wurden allerdings zunächst nicht bekannt.

Auf Mendez' Ergreifung war eine Belohnung von umgerechnet 1,8 Millionen Euro ausgesetzt. Der mexikanische Präsident Felipe Calderón teilte über Twitter mit, die Festnahme sei «ein schwerer Schlag» gegen die Drogenkartelle. Nach dem Tod des Gründers des La-Familia-Kartells, Nazario Moreno González, im Dezember, sei Méndez der letzte führende Kopf der kriminellen Organisation gewesen, sagte der Polizeisprecher. Ihm werden neben Drogenhandel auch Entführungen und Morde zur Last gelegt.

La Familia spaltete sich 2006 vom Golf-Kartell ab, was zu blutigen Auseinandersetzungen führte. «Sie glauben, sie tun Gottes Werk und verteilen Bibeln und Geld an Arme», wird das Kartell in einem Bericht der US-Drogenfahndungsbehörde DEA charakterisiert. Nach Morenos Tod brachen Streitigkeiten um die Führung des Kartells aus. Während Méndez sich als Anführer des bestehenden Kartells behaupten konnte, ernannte sich eine Splittergruppe, die sich die Tempelritter nennen, zum Nachfolger des La-Familia-Kartells. Die Tempelritter gelten auch für ein Drogenkartell als besonders gewalttätig und skrupellos.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Milky Way am 23.06.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt nichts

    Wenn einer im Drogengeschäft weg vom Fenster ist, bedeutet das für andere, dass eine Stelle frei ist und diese wird schon bald von einem Emporkömmling besetzt. Aufgrund der gewaltigen Gewinne, die mit dem Verkauf von Drogen erziehlt werden - Kokain ist Wert als Gold(!) - wird das Drogenverbot niemals den Drogenfluss unterbinden können. Man sollte endlich mal akzeptieren, dass Drogenkonsum nun mal eine Realität ist; das haben wir mit der heftigsten Droge namens Alkohol nämlich auch.

  • Kartel de Zurigo am 22.06.2011 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Der einzige weg

    Alles Legalisieren und die Drogenprobleme sind mit einem schlag aus der Welt geschafft. selber weiterdenken..!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Milky Way am 23.06.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt nichts

    Wenn einer im Drogengeschäft weg vom Fenster ist, bedeutet das für andere, dass eine Stelle frei ist und diese wird schon bald von einem Emporkömmling besetzt. Aufgrund der gewaltigen Gewinne, die mit dem Verkauf von Drogen erziehlt werden - Kokain ist Wert als Gold(!) - wird das Drogenverbot niemals den Drogenfluss unterbinden können. Man sollte endlich mal akzeptieren, dass Drogenkonsum nun mal eine Realität ist; das haben wir mit der heftigsten Droge namens Alkohol nämlich auch.

  • Kartel de Zurigo am 22.06.2011 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Der einzige weg

    Alles Legalisieren und die Drogenprobleme sind mit einem schlag aus der Welt geschafft. selber weiterdenken..!!

    • David Lessner am 22.06.2011 12:03 Report Diesen Beitrag melden

      Der richtige Weg

      Exakt. Eine Legalisierung und somit Entkriminalisierung unterbindet sofort jeglichen illegalen Drogenhandel, lässt Geld in die Maroden Staaten fliessen, spart Krankenkassen- und Sozialkosten, und und und. Drogen wurden seinerzeit nur des Geldes wegen (Bussen, Monopole) verboten. Hat offensichtlich nicht funktioniert, im Gegenteil. Um- und weiterdenken ist die Devise !!

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