Jahresbilanz

01. März 2011 12:38; Akt: 01.03.2011 12:47 Print

Betrügen und schummeln am Flughafen-Zoll

Privatjets, gefälschte Markenschuhe, kiloweise Drogen: Der Flughafen-Zoll in Zürich hat 2011 2098 Strafverfahren durchgeführt.

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13 Millionen Franken Wert hatte ein Privatjet, bei dem die Flughafen-Zollbehörden eine Eigentums- und Nutzungsabklärung vornahmen. Dabei stellte sich heraus, dass die Maschine schon seit über zwei Jahren hätte zur Einfuhr veranlagt werden müssen, wie das Zollinspektorat Zürich-Flughafen Schaffhausen am Dienstag mitteilte.

Den Besitzer kommt seine Nachlässigkeit teuer zu stehen: Die Mehrwertsteuer für den Nobelflieger beläuft sich auf rund 990 000 Franken, der Verzugszins für die verspätete Abrechnung summierte sich auf über 106 000 Franken. Und obendrein muss er mit einem Strafverfahren rechnen.

Gut 1000 mal entdeckten die Zoll-Mitarbeitenden Verletzungen von Markenrecht. Neben vielen kleinen habe es auch einzelne grosse Fische gegeben, heisst es in der Mitteilung: So etwa 50 Kartons mit 500 gefälschten Satellitenempfängern aus China oder 490 Paar Möchtegern-Nobelmarkenschuhe aus Indien.

Bilderrahmen als Drogenversteck

Im Drogenschmuggel sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt: Vier beschlagnahmte Kilogramm Heroin waren in Bilderrahmen versteckt, vier Kilo Kokain in Tischsets. Und ein Drogenkurier schleppte weitere vier Kilo Kokain am Bein mit: Es war in Manschetten eingenäht, die er um den Unterschenkel gelegt hatte.

Schliesslich gibt es gemäss Mitteilung auch immer wieder Leute, die durchaus etwas zum Verzollen angeben - aber viel zu wenig. So eine Dame aus Dubai. Scheinbar pflichtbewusst ging sie durch den roten Zollausgang und gab dort Schmuck im Wert von 400 000 Franken an. Ein paar Blicke ins Gepäck, und die Zollbeamten brachten weiteren Schmuck im Wert von über 800 000 Franken zutage.

(sda)