Brand in Paris

16. April 2019 08:26; Akt: 19.04.2019 09:00 Print

Inferno in Notre-Dame – das müssen Sie wissen

Das Pariser Wahrzeichen Notre-Dame wurde von einem verheerenden Brand heimgesucht. Die wichtigsten Fakten zur Tragödie.

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Frankreichs Kulturminister sagte während einer Spendengala im TV, die Notre-Dame sei weitgehend stabilisiert worden: Franck Riester sprach wenige Tage nach dem Brand zu den Medien. (19. April 2019) So sieht die Notre-Dame am Mittwochmorgen aus. (17. April 2019) Bisher sind schon fast eine Million Franken an Spenden eingegangen. Nun stellt sich die Frage, wie das Dach wieder aufgebaut werden soll. Auch am Mittwoch spritzen Feuerwehrleute noch Bereiche ab. Der erste Blick in die von Flammen teilweise zerstörte Notre-Dame in Paris. Rauch schwebt um den Altar. Das Feuer hat sich in die Decke «gefressen». Funken sprühen von der Decke. Mit grossem Einsatz konnte die Feuerwehr die Struktur der Kirche retten. 400 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde dabei leicht verletzt. «Wir werden die Notre-Dame wieder aufbauen»: Der französische Staatschef Emmanuel Macron vor der Notre-Dame. (15. April 2019) Das Ausmass der Zerstörung ist noch nicht klar: Bild aus dem Innern der Kathedrale. Die Flammen sind laut der Pariser Feuerwehr mittlerweile unter Kontrolle. «Die Intensität des Feuers hat nachgelassen», sagte der französische Innenstaatsekretär Laurent Nuñez am Montagabend. Die Gefahr eines Einsturzes des nördlichen Glockenturms ist nach seinen Angaben vorerst gebannt. Am späten Montagabend teilte der Leiter des Feuerwehrteams, Jean-Claude Gallet, mit, dass die Struktur von Notre-Dame nach mehrstündigen Löscharbeiten «gerettet» sei. Ein Drohnenbild zeigt, wie sich die Flammen im Inneren der Kathedrale ausbreiten. Beeindruckend: Die Rauchwolke ist aus der Luft zu sehen. Ob die Flammen auch das Gewölbe erreichen werden, das die Kathedrale schützt, sei noch unklar. Emmanuel Gregoire, Beigeordneter der Pariser Bürgermeisterin, sagte, es werde versucht, alle Kunstwerke zu retten, «die noch zu retten sind». Der kleine Spitzturm der Kathedrale brach zusammen. Dabei handelte sich um einen kleineren Turm in der Mitte des Daches. Aus den beiden grossen Türmen der Kathedrale drang schwarzer Rauch. Der Feuerwehr zufolge brach der Brand gegen 18.50 Uhr aus und breitete sich rasend schnell aus. Emmanuel Gregoire, Beigeordneter der Pariser Bürgermeisterin, sagte, es werde versucht, alle Kunstwerke zu retten, «die noch zu retten sind». Der Brand schien von den Baugerüsten auszugehen, die auf dem Dach installiert waren. Die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame in Paris steht in Flammen. Eine dichte Rauchwolke schraubte sich in den Himmel. Alles brennt», sagte der Sprecher von Notre-Dame, André Finot. «Vom Dachstuhl, der zu einem Teil aus dem 19. Jahrhundert und zum anderen Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt, wird nichts übrig bleiben.» Ob die Flammen auch das Gewölbe erreichen werden, das die Kathedrale schützt, sei noch unklar. Die Bestürzung in Paris ist gross. Die Feuerwehr rief die Einwohner auf, die Gegend zu meiden und den «Rettungsfahrzeugen Platz zu machen». Ungeachtet dessen bildeten sich an den Quais und auf den Brücken große Zuschauermengen. Viele machten Fotos mit ihren Handys. Ein Teil der Seine-Insel, auf der die Kathedrale steht, wird seit 19.30 Uhr evakuiert. Löschwagen aus ganz Paris rasten zur Isle de la Cité, der Insel inmitten der Seine, auf der Notre-Dame steht. Die Polizei von Paris bat Passanten, sich vom Tatort zu entfernen, weil das Feuer derzeit so stark sei, dass Asche und Glut über sie fallen könnten. Nach weniger als zwei Stunden wurde bereits ein Teil des Dachs von den Flammen zerstört. Einem Sprecher von Notre-Dame zufolge brach der Brand gegen 18.50 Uhr auf dem Dachboden der Kathedrale aus. Sie wird zur Zeit aufwändig restauriert. Laut Feuerwehr könnte der Brand mit den Arbeiten zusammenhängen. Leser-Reporter teilen Bilder der Rauchwolke auf sozialen Medien. Wie «Le Parisien» berichtet, soll das Feuer am späten Nachmittag ausgebrochen sein. Das Feuer stehe möglicherweise in Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten, wie die Feuerwehr mitteilte. Laut eines Sprechers wurde der Brand um 18.50 Uhr gemeldet. Das Feuer sei auf dem Dachboden ausgebrochen. Auf Bildern im französischen Fernsehen war eine grosse Rauchsäule über dem Pariser Wahrzeichen zu sehen. Die Polizei gab zunächst keine Informationen über den Zwischenfall bekannt.

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Was ist passiert?

In der Notre-Dame in Paris hat ein Grossbrand gewütet. Dieser war am Montagabend auf dem Dachboden der Kathedrale ausgebrochen und gegen 18.50 Uhr entdeckt worden.
Der kleine Spitzturm der Kathedrale stürzte ein, auch der Dachstuhl wurde zerstört.

Wie ist der aktuelle Stand?

Die Feuerwehr hat den verheerenden Brand nach mehrstündigen Löscharbeiten bis zum frühen Dienstagmorgen unter Kontrolle gebracht. Das Schlimmste sei bei dem Brand verhindert worden, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron: «Die Fassade und die beiden Haupttürme sind nicht eingestürzt.» Noch ist aber unklar, ob die Bausubstanz stabil genug ist. Experten und Architekten sollen seinen Angaben zufolge in Kürze darüber beraten, ob die Kathedrale «stabil» sei und die Feuerwehr ihre Arbeit im Innern fortsetzen könne.


(Video: Twitter, AFP)

Wie gross war das Löschaufgebot?

Es standen rund 400 Feuerwehrleute im Einsatz. Fliegende Wassertanks, wie sie unter anderem US-Präsident Donald Trump auf Twitter vorgeschlagen hatte, konnten nicht zum Einsatz kommen. Die Wucht der Wassermassen hätte zum Einsturz des gesamten Gebäudes führen können, wie der französische Zivilschutz schrieb. Rund hundert Feuerwehrwehrleute seien noch im Einsatz.

Gab es Verletzte?

Ein Feuerwehrmann sei ernsthaft verletzt worden, teilte ein Feuerwehr-Vertreter mit. Später korrigierte Feuerwehrchef Jean-Claude Gallet: «Wir hatten grosses Glück», der Feuerwehrmann sei bloss leicht verletzt worden. Zivilisten waren wegen der herabfallenden Glut und Asche aufgefordert worden, das Gebiet um den Brandherd weiträumig zu meiden.

Wie hoch ist der Schaden?

Eine genaue Summe wurde nicht beziffert. Beobachter gehen von einem «immensen Schaden» aus. Der Schaden ist aber auch immaterieller Natur, schliesslich hat die Kathedrale eine mehr als 850-jährige Geschichte.

Kennt man die Brandursache?

Ermittler behandeln den Brand in der Notre-Dame als Unfall. Brandstiftung werde zum aktuellen Zeitpunkt ausgeschlossen, teilte das Büro der Staatsanwaltschaft am Montagabend mit. Darunter fielen auch mögliche terroristische Hintergründe. Die Polizei werde in Richtung «ungewollte Zerstörung durch Feuer» ermitteln, hiess es. Es ist möglich, dass der Brand im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten steht, die im Gange waren. Witterung und Luftverschmutzung hatten dem Baudenkmal zuletzt schwer zugesetzt, weshalb es teilweise in ein Baugerüst gehüllt war.

Wird die Notre-Dame wieder aufgebaut?

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat versichert, dass die verwüstete Pariser Kathedrale wieder aufgebaut wird. «Wir werden Notre-Dame wieder aufbauen», sagte Macron am späten Montagabend am Ort des Geschehens. Die französische Milliardärsfamilie Pinault verspricht 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau. Die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine hat eine Spendensammlung für den Wiederaufbau gestartet. Die Region Ile-de-France spendet 10 Millionen Euro als Soforthilfe.

(mat)