Silvesternacht

02. Januar 2016 03:52; Akt: 02.01.2016 11:25 Print

Brennende Autos und blutige Taten

In Frankreich, Mexiko und El Salvador hat 2016 mit Krawallen und Morden begonnen. In Frankreich wurden über 800 Fahrzeuge angezündet – in El Salvador 15 Menschen getötet.

storybild

Ist zum Trend in sozialen Problemvierteln geworden: Auch am Silvester 2005 brannten Autos in Frankreich. (Archiv) (Bild: Keystone/Christian Lutz)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der Silvesternacht sind nach Angaben des französischen Innenministeriums mehr als 800 Fahrzeuge im ganzen Land angezündet worden. Dies seien 14,5 Prozent weniger als zum Jahreswechsel 2014/2015, teilte Innenminister Bernard Cazeneuve am Freitag auf Twitter mit. Brennende Autos zum Jahreswechsel sind vor allem in sozialen Problemvierteln zum Trend geworden. Oft sind es Jugendliche, die damit gegen ihr Schicksal protestieren und Frust auf das System loswerden wollen.

622 Menschen seien vorläufig festgenommen worden, doppelt so viel wie beim letzten Jahreswechsel, hiess es in einer Mitteilung des Ministeriums. 368 von ihnen wurden in Polizeigewahrsam genommen, wobei die näheren Umständen nicht erläutert wurden. Die Silvesternacht stand in Frankreich sieben Wochen nach den Anschlägen vom 13. November unter scharfem Polizeischutz.

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve veröffentlicht die Silvesternacht-Bilanz auf Twitter.

Brand in Mexiko zerstört US-Regierungsautos

Ein Feuer hat am Neujahrstag auf dem Gelände des US-Konsulats in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana mehrere Regierungsfahrzeuge zerstört. Verletzte gab es nicht, wie Konsulatssprecherin Preeti Shah sagte.

Der Brand sei knapp eine Stunde nach Mitternacht hinter den hohen Mauern der Anlage ausgebrochen, sagte Shah. Es habe offenbar keinen Versuch gegeben, in das Gebäude einzudringen. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Wie viele Fahrzeuge brannten, sagte die Sprecherin nicht.Ermittlungen zur Brandursache laufen.

Blutiger Jahreswechsel in El Salvador

In einem der tödlichsten Länder der Welt, in El Salvador, sind am Neujahrstag 15 Menschen niedergeschossen und getötet worden. Im Osten des Landes kamen am Freitag fünf Menschen in einer ländlichen Gegend ums Leben, darunter ein elfjähriger Junge, teilte die Polizei mit. Als Polizisten verkleidete Männer seien in der Gemeinde Los Cerritos in zwei ärmliche Behausungen gestürmt und hätten dort um sich geschossen. Die Gemeinde liegt 160 Kilometer von der Hauptstadt San Salvador entfernt.

Bei einem zweiten Vorfall in Valle Nuevo tötete die Polizei bei einer Auseinandersetzung fünf Mitglieder einer Gang. Die Stadt liegt vor den Toren derHauptstadt. Weitere fünf Menschen wurden bei verschiedenen anderen Zwischenfällen getötet, zwei von ihnen im ländlichen Nueva Concepción nördlich von San Salvador, zwei in der Gemeinde San Miguel im Osten und ein mutmassliches Bandenmitglied in El Espino nahe derHauptstadt.

El Salvador gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Laut offiziellen Statistiken wurden im Jahr 2014 in dem zentralamerikanischen Land 3942 Morde begangen. Das waren 1429 mehr als im Vorjahr. Laut vorläufigen Zahlen wurden 2015 gar 6670 Menschen ermordet. Das sind durchschnittlich 18 gewaltsame Tötungen pro Tag.

(afo/sda)