Terror-Verdacht

07. Januar 2016 14:19; Akt: 07.01.2016 14:19 Print

Bub (6) ist zu gefährlich fürs Flugzeug

Ein Bub aus Kanada gilt bei Flügen als Sicherheitsrisiko. Eine Begründung dafür gibt es nicht – aber eine mögliche Erklärung.

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Syed Adam Ahmed ist leidenschaftlicher Fan der Montreal Canadians, eines der besten Eishockey-Teams der Welt. Dass sein Team zum Jahresbeginn beim NHL Winter Classic teilnahm und er mit seinem Vater extra für dieses legendäre Match nach Boston in die USA fliegen durfte, muss für den kanadischen Buben wohl ein Höhepunkt des noch jungen Jahres gewesen sein. Hätte es da nicht ein kleines Problem mit seinem Namen gegeben.

Am Check-in des Flughafens von Toronto hielten Sicherheitsleute Familie Ahmed an. Ihr Sohn stehe auf einer No-Fly-Liste. Er trage ein sogenanntes «Deemed High Profile»-Label, werde also als potenzielle Gefährdung betrachtet. Syed durfte erst fliegen, nachdem er eine zusätzliche Sicherheitsabklärung über sich ergehen liess.

Keine Erklärung

Diese Erfahrung machte die muslimische Familie Ahmed nicht zum ersten Mal. Aufgebracht verfasste sein Vater, Sulemaan Ahmed, einen Tweet an Air Canada: «Wieso steht unser in Kanada geborener Sohn auf einer No-Fly-Liste? Er muss jedes Mal durch die Sicherheitsabklärung. Er ist sechs.» Dazu veröffentlichte er ein Bild, dass die Warnmeldung für seinen Sohn auf einem Flughafen-Computer zeigt.


Die Antwort von Air Canada: «Wir haben keinen Einfluss auf diese Listen. Die kommen von staatlicher Stelle.» Man werde sich aber gerne mit Ahmed in Verbindung setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Zum «Guardian» sagt Ahmed, man habe ihn auch bei staatlichen Stellen nicht darüber aufgeklärt, wieso sein Sohn als Sicherheitsrisiko gelte. Das mache ihn wütend. «Wenn die Regierung ein kanadisches Kind als gefährlich betrachtet, haben die Eltern doch ein Recht darauf, zu wissen, wieso.»

Auch Fall in der Schweiz

Das Ministerium für öffentliche Sicherheit in Kanada sagte zu «CBC News»: «Menschen, die ähnliche Namen haben wie solche, die auf Sicherheitslisten stehen, müssen bei Flügen mit Verspätungen rechnen.» Man rate Betroffenen, sich vor Reisen frühzeitig bei der Fluggesellschaft zu melden. Sayeds Mutter, Khadija Cajee Ahmed, ist damit nicht einverstanden: «Wir müssen vor jedem Flug die Unschuld unseres Sohnes beweisen. Dabei sollten die Menschen, die eine solche Liste aufstellen, eher Belege dafür vorbringen, wieso jemand auf dieser Liste steht.» Sie habe das Gefühl, ihr Sohn werde wegen seines Namens und seiner Religion abgestempelt.

Bei den Ahmeds haben sich seit dem Tweet weitere Familien mit ähnlichen Erfahrungen gemeldet. «Wir haben inzwischen schon zwölf Namen zusammen, die bei Flügen Probleme bereiten», sagt Vater Ahmed. Seine Liste werde täglich länger. Die kanadischen Behörden haben angekündigt, den Fall zu untersuchen.

Verschiedene Staaten, speziell die USA, wurden schon mehrfach für ihren inflationären Gebrauch von No-Fly-Listen kritisiert. Auch die Schweizer Fluggesellschaft Swiss hat Passagieren schon ohne Erklärung der Transport verweigert.

Eine gute Nachricht gab es für Syed übrigens trotz allem: Sein Team, die Canadians, gewannen das Auswärtsspiel gegen die Boston Bruins mit einem überzeugenden 5:1.

(nsa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mr.mister am 06.01.2016 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ??!!

    Sorry..Solche Massnahmen sind ja in gewisser Massen gerechtfertigt. Jedoch sollte niemand nur wegen seinem Namen/Religion solchen Unangenehmheiten im Alltag ausgesetzt sein. Vorallem kein 6 jähriges Kind hallo? irgendwenn langts...

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  • Stefan Balz am 07.01.2016 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber hallo

    Haben die Wichtigtuer die solche Listen verfassen schon mal daran gedacht den Jahrgang hinzuzufügen?

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  • lexy am 06.01.2016 23:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kann den Unmut der Eltern verstehen

    aber es ist nunmal die Konsequenzen vom Weltgeschehen. Man kann nur für alle Menschen hoffen das diese Terroristen die sich anmaßen eine Religion zu missbrauchen um ihre Macht und Geld gier zu befriedigen entlich unschädlich gemacht werden. So das alle nicht mehr unter ihnen und unter den Folgen ihres Handelns leiden müssen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sombody am 07.01.2016 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @werner

    Es stürzen heute kaum Flugzeuge. Ich hätte dir zugestimmt, wenn wir vor 30 Jahren gewohnt hätten

  • Jan am 07.01.2016 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach nur Debe und Trotel

    Immer wenn etwas Schlechtes in den Nachrichten Steht ist es zu 85% America.

  • Peter J. am 07.01.2016 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Es war ein mal vor langer Zeit

    Vor langer, langer Zeit gab es mal so was wie den gesunden Menschenverstand. Das vermisse ich doch sehr.

  • Mario am 07.01.2016 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Ich frag mich, wieso man nicht das ungefähre Alter des vermeidlich Gesuchtem mit in diese Liste schreiben kann, damit nicht ständig Andere, die mit diesem Mann nichts weiter zu tun haben, als den gleichen Namen zu haben, nicht belästigt werden. Der Name hat es doch auch in die Liste geschafft, da müsste es doch ein leichtes sein, das Alter mit rein zu schreiben.

  • Schwegi am 07.01.2016 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja...

    In Kanada geboren und der Bub heisst "Syed" Adam Ahmed... Kein Wunder landet der Name auf so einer Liste... z.B. Jacob Adam Ahmed (Jacob kommt in Kanada oft vor)