Tot nach Zmorge

08. August 2018 20:13; Akt: 08.08.2018 22:33 Print

Bub (8) verwechselt Crystal Meth mit Müesli

In der Meinung, es sei Müesli, ass ein Achtjähriger eine Portion Crystal Meth. Als das Kind blau anlief, weigerte sich sein Vater, den Notdienst zu rufen.

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Curtis Collman aus Seymour im US-Bundesstaat Indiana wurde verhaftet, nachdem er seinen achtjährigen Sohn qualvoll sterben liess. Das Kind hatte versehentlich Methamphetamin zum Frühstück gegessen. Aus Angst vor der Polizei weigerte sich der Vater jedoch, den Notdienst zu rufen. Der Bub starb Stunden später.

Laut einem Polizeibericht verbrachte der Junge am 21. Juni den Tag bei seinem Vater. Auf der Suche nach Essen soll das hungrige Kind in der Küche den Crystal-Meth-Vorrat seines Vaters auf einem Teller entdeckt haben. Weil es sich um die braune Variante der Droge gehandelt habe und die Küche schlecht beleuchtet gewesen sei, habe der Bub wohl gemeint, dass es sich um Müesli handle.

Vater wollte nicht zurück ins Gefängnis

Kurz danach habe der Knabe begonnen, sich «seltsam zu benehmen», sagte der Vater bei der Einvernahme durch die Polizei. Das Kind sei am Boden gelegen und habe mit seinem Bruder gesprochen, der aber gar nicht da gewesen sei. Zudem habe es seinen Kopf immer wieder gegen den Boden geschlagen und sich mit den Fingernägeln das Gesicht zerkratzt.

Als der Achtjährige auch noch hohes Fieber bekam, rief der Vater eine Bekannte an. Die Frau fand den Buben in der Garage vor. «Er verhielt sich, als würde er alles doppelt sehen», sagte die Frau. «Ich sang ihm Lieder vor, um ihn zu beruhigen.» Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Kind schon in einem schlechten Zustand.

Die Frau wollte den Notdienst alarmieren. Da riss der Vater ihr das Handy aus der Hand, wie der Sender WDRB berichtet. Er drohte ihr sogar mit einer Pistole. «Er sagte, er wolle nicht zurück ins Gefängnis.» Im Streit verliess die Frau das Haus, der Vater verfrachtete seinen Sohn ins Auto und fuhr zur Grossmutter.

Beweismittel überall im Haus

Inzwischen waren vier Stunden vergangen. Der Körper des Buben hatte sich versteift, sein Gesicht war blau angelaufen. Eine Person im Haus der Grossmutter rief schliesslich den Notdienst. Im Spital konnten die Ärzte dem Kind nicht mehr helfen, es verstarb wenig später. Laut einer toxikologischen Untersuchung hatte der Kleine das 180-Fache einer tödlichen Menge Methamphetamin in seinem Körper.

Noch vor dem Eintreffen der Ambulanz hatte der Vater das Haus seiner Mutter verlassen. Als die Polizei ihn kurz danach aufgriff, sagte er, sein Sohn habe möglicherweise Reinigungsmittel aus dem Badezimmer zu sich genommen. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten Crystal Meth in der Hosentasche des Vaters und an diversen Stellen des Hauses versteckt. Auch auf dem Teller in der Küche, aus dem das Kind gegessen hatte, fanden die Ermittler Drogenreste.

Dem Vater drohen nun laut dem Nachrichtenportal «ABC13» bis zu 50 Jahre Haft.

(kle)