Gefährliche Aufgabe

26. September 2011 17:08; Akt: 27.09.2011 09:57 Print

Bürgerwehr kämpft gegen Hütchenspieler

Genfer Bürger wollen nicht mehr länger zusehen, wie Hütchenspieler Touristen um Geld betrügen. Auf eigene Faust legen sie sich mit den Banden an, was nicht ungefährlich ist.

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Die bandenmässig organisierten Hütchenspieler wollen sich ihr Geschäft nicht verderben lassen und wehren sich mit Gewalt. (Bild: Holger Ellgaard (Wikipedia), CC-by-sa 3.0)

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Die tapferen Bürger patrouillieren zwanzig Stunden pro Woche am Genfer Seeufer und haben ein Ziel: Sie wollen den Hütchenspieler das Handwerk legen. Der Einsatz der selbsternannten Milizen gegen die Gauner bringt aber einiges an Gefahr mit sich. Fabrice, Chef der zwölfköpfigen Truppe, sagte gegenüber der «Tribune de Genève», dass die Milizen schon mehrfach bedroht und geschlagen worden seien. Er selbst sei schon vor Zeugen mit dem Tode bedroht worden: «Einmal haben uns etwa zwanzig Betrüger eingekesselt. Sie haben mit Steinen und Glasscherben nach uns geworfen. Ich habe mich dann mit einem Pfefferspray verteidigt.»

Trotz dieser schlimmen Erfahrungen machen die beherzten Genfer weiter. Sie wollen nicht mehr länger dabei zusehen, wie die Hütchenspieler vor ihren Augen täglich Touristen betrügen. In einem Hilferuf an den Bundesrat schrieben sie: «Wir sind einfache und ehrliche Bürger und wünschen eine schnelle und effiziente Aktion, bevor ein Drama geschieht.»

Bestechungsversuch mit einer Frau

Als die Hütchenspieler von diesen Aktion erfuhren, versuchten sie, die Milizen mit Geld zu bestechen. «Sie haben uns zudem eine Frau angeboten, damit wir ruhig sind. Diese Typen sind Zuhälter und Mafiosi», empört sind David, eines der Mitglieder der Bürgerwehr.

Die Genfer Polizei hält nicht viel vom Vorgehen der Milizen. «Diese Personen nehmen erhebliche Risiken auf sich», so Laurent Paoliello, Kommunikationsverantwortlicher des Sicherheitsdepartements. Er ist aber der Meinung, dass man etwas gegen die Betrüger unternehmen muss und wünscht sich eine Gesetzesänderung: «Den Polizisten soll es in Zukunft erlaubt sein, gegen die Hütchenspieler vorzugehen.» Eine entsprechende Initiative muss noch vom Regierungsrat genehmigt werden.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • akdjaüdfs am 26.09.2011 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Als ich vor zwei Jahren in meiner Heimat war (Barceolona) da wurde ich Zeuge einer miesen Messerattacke gegen einen holländischen Touristen. Ein Araber spielte mit ihm das hüttchenspiel. als der holländer merkte dass er abgezockt wird, wollte er sein geld zurück haben. da waren plötzlich 6-7 weitere araber da und haben ihn geschlagen und abgestochen. war übel. zum spiel selber. wer da mitmacht ist selberschuld.

  • Lisa am 26.09.2011 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wird leider immer mehr so sein

    Ein bravo an die Genfer Bürger. Es sind eh zuwenige Polizisten und dann müssen Sie sich an Gesetze halten die bei der Arbeit wohl eher hinderlich sind. Im Ausland sind Bürgerwehren "normal" leider. Anders kommt man gegen die zunehmende Kriminaliät nicht an. Es sind zuviele....lasst Euch bloss nicht bestechen, das ist der Anfang der Korruption!

  • Fizzi am 27.09.2011 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bei der unfähigen Polizei

    und den Behörden bleibt ja nichts mehr anderes überig als zur Selbstjustiz zu greiffen. Und dabei kann man die Bettler und miesen Strassenmusiker auch gleich loswerden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • marto am 27.09.2011 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Lasst doch diese Hütchenspieler ihr Ding machen. Wer heutzutage immer noch auf diesen Mist reinfällt hat's echt nicht besser verdient als abgezockt zu werden.

  • Marco Polo am 27.09.2011 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Illegal

    Weshalb neues Gesetz. Das ist doch Glücksspiel und meines Wissens ausserhalb der genehmigten Casinos illegal. Also nur bestehendes Gesetz durchsetzen.

  • Matthias Schäfer am 27.09.2011 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Die Genfer sind selber Schuld.

    Genau Sandro Hansen. Ich bin auch dafür. In Genf haben es die Betrüger, Diebe u.s.w besonders toll. Lässt sie nur dort. Die Westschweizer wollen ja eine offene Schweiz wie auch die deutschweizer Medien ständig kolportieren. Also? Wo liegt das Problem für die Romands? Wer den Teufel ruft der muss sich nicht ärgern.

    • Ronny s am 27.09.2011 12:42 Report Diesen Beitrag melden

      Genfer

      Herr Schäfer sehr gut gesprochen!!!

    einklappen einklappen
  • Totto Bünzli am 27.09.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Weniger liebe Genfer Ich gehöre zur älteren Generation. Seit ich mit 18j. bei Euch war um franz. zu lernen hörte ich immer wir seien Rückständige Tottos und Ihr Weltoffen und Multikulturell. Bei der Abstimmung zum Beitritt EWR war ich gerade in Genf. Aus Wut über die Ablehnung habt Ihr am Autonummernschild das Kreuz mit der EU Fahne überklebt, und sonst überall die CH Fahne abgehängt! Jetzt lebt Euer Multikulturell.

  • Fizzi am 27.09.2011 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bei der unfähigen Polizei

    und den Behörden bleibt ja nichts mehr anderes überig als zur Selbstjustiz zu greiffen. Und dabei kann man die Bettler und miesen Strassenmusiker auch gleich loswerden.