Auf dem Weg nach Idlib

13. September 2018 15:21; Akt: 13.09.2018 17:18 Print

Schweizer mit Gewehren und Pfeilbogen verhaftet

Mit mehreren Waffen wurde ein Schweizer an der bulgarisch-türkischen Grenze vom Zoll aufgehalten. Er wollte nach Syrien.

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An der bulgarisch-türkischen Grenze ist ein Schweizer festgenommen worden, der über die Türkei nach Syrien reisen wollte. In seinem Jeep wurden drei Gewehre, 24 Messer, eine Pistole und rund 400 Patronen entdeckt, wie die bulgarische Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Ausserdem hatte er offenbar einen Pfeilbogen dabei. Bei den Gewehren handelt es sich um zwei automatische und ein Jagdgewehr.

Auf einer Landkarte mit seiner Fahrtroute, die in seinen persönlichen Sachen gefunden wurde, sei die Stadt Idlib in Syrien als Endziel gekennzeichnet worden. Der Mann wollte eigenen Aussagen zufolge Zivilisten in Syrien helfen.

Freitag vor dem Haftrichter

Nach dem Mann wurde auf Antrag der Schweiz gefahndet. Sein Vater habe darauf aufmerksam gemacht, dass der Sohn mit dem Wagen verschwunden sei und dass Schusswaffen und Munition aus der Wohnung fehlten.

Die bulgarische Spezialstaatsanwaltschaft wirft ihm Terrorismus und Waffenschmuggel über die Staatsgrenze vor. Er werde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt.

Fedpol steht im Kontakt mit bulgarischen Behörden

Der Fall ist dem Fedpol bekannt, wie Sprecherin Lulzana Musliu sagt: «Wir stehen im Kontakt mit den bulgarischen Behörden.» Der Mann sei im Kanton Aargau als vermisst gemeldet worden. «Derzeit laufen Abklärungen nach seinem Motiv für die Reise», so Musliu.

Auch das EDA bestätigt, dass ein Schweizer Bürger in Bulagrien verhaftet wurde. Das regionale Konsularzenturm im rumänischen Bukarest stehe im Kontakt mit den lokalen Behörden. Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes will man keine weiteren Infos herausgeben.

Ob der Mann aus dem jihadistischen Umfeld stammt, ist nicht bekannt.

(nk/sda)