Radikale Besetzer

11. Januar 2016 15:17; Akt: 11.01.2016 15:18 Print

Bundy-Bande braucht Eier und wärmende Decken

Eine militante Miliz besetzt einen US-Nationalpark. Die Cowboys sehen sich aber mit gleich mehreren Problemen konfrontiert.

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Ein unerwünschter Gast der unerwünschten Gäste: Neben der Bundy-Bande ist Anfang Januar noch eine zweite Miliz im Malheur-Nationalpark in Oregon aufgetaucht. Die Mitglieder der zweiten Miliz, die sich Pacific Patriot Network nennt, wollen beim Malheur-Park «für Sicherheit» sorgen. Die Besetzer waren nicht besonders erfreut über das Auftreten der schwerbewaffneten «Patriots». Die zweite Miliz trat aggressiv auf, wollte aber «den Frieden sichern». Mittlerweile zogen die «Patriots» wieder ab - unklar ist aber, ob die Männer wieder zurückkommen. Patriotismus à la USA: Dwayne Ehmer unterstützt die Besetzer und reitet deshalb regelmässig mit seinem Pferd durch den Nationalpark. Mitglieder der Bundy-Bande, die das Nationalparkgebäude besetzt halten, führen Reporter durch den Park. (4. Januar 2016) Sie wollen jahrelang Widerstand leisten: Szene vor dem besetzten Haus im Naturschutzgebiet Malheur National Wildlife Refuge. (2. Januar 2016) Die Milizionäre haben dieses Verwaltungsgebäude des Naturschutzgebiets besetzt. Er und zwei seiner Brüder haben sich den Milizionären angeschlossen: Ammon Bundy an einem Solidaritätsmarsch in Burns, Oregon. Eines der Schlüsselmitglieder der Bande, Brian Cavalier (mit grünem Halstuch), sagt, er sei Mitglied der US-Marines. Solche Schals tragen auch Marines, die im Irak oder in Afghanistan im Einsatz sind. Das Problem daran ... ... ist jedoch: Cavalier (hier in unvorteilhafter Pose) war nie im Militär. Er verdient sich sein Geld als Tätowierer und ist mehrfach vorbestraft.

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Sie bleiben tatsächlich: Seit über einer Woche hält eine militante Bürgerwehr rund um Anführer Ammon Bundy ein abgelegenes Nationalparkgebäude im US-Bundesstaat Oregon besetzt und fordert «alle Patrioten» dazu auf, sich ihr anzuschliessen.

Bundy und seine Männer sagen, sie wollen die «US-Verfassung wiederherstellen und verteidigen». Für sie bedeutet das, dass die US-Regierung den ansässigen Farmern und Privatpersonen sämtliches Land zur Verfügung stellen und ihren Anspruch auf Boden in den USA aufgeben soll.

Zudem fordert die regierungsfeindliche Gruppierung weiterhin, dass zwei verurteilte Brandstifter und mutmassliche Wilderer aus dem Gefängnis freikommen – auch wenn sich die Verurteilten öffentlich von der Bundy-Bande distanziert haben und deren Forderung ablehnen. Nicht nur die Haltung dieser beiden Hauptakteure stellt sich als problematisch für die Besetzer heraus. Auch sonst läuft nicht alles wie geplant. Drei Beispiele für die Probleme der Bundy-Bande:

Unerwünschte Hilfe

Der Konvoi kam unangemeldet. Laut «Guardian» schlossen die Besetzer gerade eine Pressekonferenz ab, als mehr als zwölf Autos beim Nationalparkgebäude eintrafen. Darin sassen schwerbewaffnete Mitglieder des Pacific Patriot Networks – eine andere regierungsfeindliche Miliz, die laut eigenen Angaben als «neutrale Partei» vor Ort ist, um die «Sicherheit zu gewährleisten».

Die Besetzer selber sind vom Auftauchen der zweiten Miliz wenig begeistert. LaVoy Finicum, ein Sprecher der Gruppe, sagt: «Diese Miliz ist hier weder erwünscht noch wird sie gebraucht.» Wenige Stunden später verschwanden die ungebetenen Gäste wieder. Ob sie planen zurückzukehren, ist unklar.

Der Soldat, der keiner war

Eine der Schlüsselfiguren der Bundy-Bande ist Brian Cavalier (44), genannt «Fluffy Unicorn» («Flauschiges Einhorn»). Unter den Unterstützern der Gruppe geniesst er besonderes Ansehen. Schliesslich ist er bullig, mit Tattoos übersät und vor allem ehemaliger Soldat der US-Marine. Sagt er zumindest.

Wie die «Daily Mail» schreibt, war Cavalier jedoch nie im Militär. Das bestätigt das US-Marine-Corps dem Blatt. Der 44-Jährige verdiente sich sein Geld als Tätowierer und ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Trunkenheit am Steuer.

Konfrontiert mit seiner falschen Geschichte, sagte Cavalier lediglich, es sei «unglücklich», dass man solche «Geschichten» über ihn verbreite.

«Wir brauchen dringend Eier»

Obwohl die Bundy-Bande nicht zum ersten Mal eine gewaltsame Besetzung durchführt, hat sie einen üblen Planungsfehler gemacht. Die Besetzer haben nicht genügend Vorräte und zu wenig warme Decken dabei. Ein echtes Problem in Oregon, wo die Temperaturen derzeit unter dem Gefrierpunkt liegen.

Im Internet kursiert jetzt eine ausführliche Liste. Die Besetzer fordern ihre Unterstützer darin auf, ihnen Vorräte zuzusenden.

Einige Ausschnitte daraus:

– Hamburger
– Hotdogs
– Boxershorts (in den Grössen Medium, Large und Extra Large)
– Plastikteller und Besteck
– Marlboro-Zigaretten (Light und Rot)
– Eier (dringend benötigt)
– warme Decken
– Schlafsäcke
– Tampons


(nsa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sordi am 11.01.2016 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    So eine lange Liste...

    ...und doch fehlt das wichtigste: Gehirn!

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  • Cartman am 11.01.2016 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das wird glatt

    Oh ich freue mich bereits auf die ziemlich sicher erscheinende Southpark Folge, in welcher die zwei Gruppen auf den Arm genommen werden. Wollen wir wetten? In der nächsten Staffel wird dies thematisiert.

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  • Sgt.York am 11.01.2016 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Dieses Halstuch/Schal

    heisst Shemag und wird nicht nur von den Marines, sondern von allen die im Irak und in Afghanistan dienen gebraucht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R.G. am 11.01.2016 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehrfach vorbestraft...

    Und dennoch kann er sich offensichtlich immernoch waffen kaufen xD Viel spass amerika

  • Tom - Bern am 11.01.2016 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorschlag

    Die Behörden sollten alle Zugänge massiv abriegeln. Dann sehen wir mal, was das für harte Jungs sind, wenn sie mal zwei Tage keinen Hamburger hatten

  • Nörgeli am 11.01.2016 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachschub

    Ginge es nach mir, würde ich diesen "Patrioten" jeglichen Nachschub unterbinden. Können ja in den Hungerstreik oder Kältestreik treten. Wäre immerhin ein friedliche Lösung für Ihr Anliegen.

  • Cartman am 11.01.2016 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das wird glatt

    Oh ich freue mich bereits auf die ziemlich sicher erscheinende Southpark Folge, in welcher die zwei Gruppen auf den Arm genommen werden. Wollen wir wetten? In der nächsten Staffel wird dies thematisiert.

    • kenny am 11.01.2016 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cartman

      da south park folgen 7 tage vor ausstrahlung gemacht werden, kanns schon viel früher sein! ;)

    • M.KK am 11.01.2016 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cartman

      Genau an das selbe gedacht :D freue mich schon auf die folge

    • Dr. Gabber am 11.01.2016 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cartman

      Da müssen wir nicht wetten. Das ist sogar noch sicherer als das Amen in der Kirche.

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  • "Bewunderer" am 11.01.2016 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Amerika

    Wow solch ein Patriotismus, einfach so super verteidigt jemand das "caggo" in Amerika! Bei uns in der Schweiz gibt es auch solche Leute.. man nennt sie Appenzeller und sie haben ihr Haupquartier tief im Schweizer Alpstein. Sie haben jedoch gelernt von Tieren zu leben und werden wohl den Winter überdauern. ;)